VIP-Schaukel

Fahrbericht: Mercedes-Benz V 250 Bluetec

VIP-Schaukel

Der neue Viano heißt jetzt nur noch V-Klasse. Innen und Außen schick gemacht soll er dem Klassenprimus Volkswagen T5 Kunden abjagen.
28. März 2014 \"Big is beautiful\". Das Motto einschlägiger Modemagazine für Mollige gilt auch für Vans. Die geräumige V-Klasse bietet sich Familien an, die regelmäßig zusätzliche Familienmitglieder - mit und ohne Handicap - transportieren oder ein raumgreifendes Hobby pflegen an. Auch als VIP-Shuttle für Hotels und Veranstalter ist die neue V-Klasse eine gute Wahl. Doch schiere Größe reicht bei Großraum-Vans auch nicht mehr aus. Durch die bewusste Abkehr vom bislang in diese Fahrzeugklasse vorherrschenden Van-Box-Design hebt sich die neue V-Klasse inzwischen auch äußerlich merklich von der Konkurrenz ab. Die mächtige Fahrzeugfront, die geschwungenen Seitenlinien und die große Heckverglasung verleihen dem Mercedes ein gefälligeres Auftreten. Im Innenraum dominiert das von Mercedes gewohnte noble Ambiente. Fast wähnt man sich in einer der Limousinen des Konzerns von denen die V-Klasse, je nach Ausstattung, bis zu 11 Assistenzsysteme übernommen hat.

Doppelturbo ist Pflicht

In erster Linie ist hier der Parkassistent zu nennen, der den 5,14 Meter langen und mindestens 2200 kg schweren Van spielerisch in jede Parklücke lenkt. Bei schneller Fahrt macht sich der optionale Seitenwindassistent positiv bemerkbar. Er hilft bei starken Windböen, indem er die luvseitigen Räder abbremst. Einer EU-Richtlinie folgend hat die neue V-Klasse als erstes Modell dieser Fahrzeugklasse mit einem passiven Fußgängerschutz. \"Wir müssen und wir wollen das\", unterstreicht Projektleiter Dr. Klaus-Jürgen Benzinger die Strategie von Mercedes. Durch die weichere Frontpartie hat die V-Klasse zwölf Zentimeter an Länge zugelegt. Soviel äußere Größe macht sich auch im Innenraum bemerkbar. An den vier Einzelsitzen mit Armlehnen hat Mercedes-Benz festgehalten. Auf Wunsch kann zwischen den Einzelsitzen ein Tisch montiert werden. Rücksitzbänke für die zweite und dritte Reihe gibt es als Sonderausstattung. Wenn der Kunde nicht mehr Sitzplätze benötigt oder in dem Auto schlafen will, ist er aber mit den vier Einzelsitzen gut bedient. Ein Nickerchen kann man auch darin halten. Die Sitze sind bequem und bieten einen guten Seitenhalt. Platz um die Beine auszustrecken ist reichlich vorhanden. Der Gepäckraum fällt mit 1030 Litern großzügig aus. Werden die Rücksitze entfernt, steigt das Ladevolumen auf bis zu 4030 Liter.
Unter der Motorhaube kommen ausschließlich Selbstzünder zum Einsatz. Drei 4-Zylinder mit doppelter Aufladung und 100 kW, 120 kW und 140 kW ersetzten die bisherigen Sechszylinder. Die Topmotorisierung ist der 250 Bluetec mit 140 kW/190 PS. Beim Beschleunigen können kurzzeitig zusätzliche 40 Nm aktiviert werden (dann insgesamt 480 Nm). Damit beschleunigt der V 250 Bluetec in 9,1 Sekunden auf 100 km/h und verbraucht 6,0 Liter Diesel im Durchschnitt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 206 km/h. Der Sparsamste ist der 220 CDI mir 120 kW / 164 PS. Mit diesem Motor beschleunigt der Mercedes in 11,8 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 194 km/h.
Aber die reinen Fahrleistungen sind nicht die Hauptsache, worauf die Kunden eines Vans ihr Augenmerk legen. Die V-Klasse ist deutlich komfortabler abgestimmt als der Vorgänger. Eine elektrische Servolenkung und eine elektronisch gesteuerte Federung hinten tragen maßgeblich zum Pkw-ähnlichen Fahrgefühl bei. Die Lenkung ist angenehm leichtgängig und direkt, während der Federungskomfort auf den Rücksitzen unbedingt langstreckentauglich ist. Zwischen den Sitzen kann ein optionaler Tisch montiert werden. Der Sicherheit dient ein anderes Detail. Ein Mikrofon überträgt zur besseren Verständigung die Stimme des Fahrers auf die hinteren Lautsprecher des Soundsystems. Eine australische Studie hatte die Ablenkung des Fahrers als die gefährlichste Unfallursache festgestellt. Danach wird der Fahrer von Familien-Prozessen und quengelnden Kindern auf den hinteren Bänken stärker abgelenkt, als zum Beispiel von einem Telefongespräch. Mitunter mit verheerenden Folgen. Mercedes-Benz regiert darauf mit dieser Freisprecheinrichtung für die Familie, die es zusammen mit dem Multimedia-System \"Command Online\" gibt. Damit kann der Fahrer mit deutlichen Ansagen für Ruhe auf den hinteren Plätzen sorgen.
Die V-Klasse gibt es mit zwei Radständen und drei Baulängen ab 42.000 Euro. Mit der guten Ausstattung Avantgarde kostet er mindestens 50.635 Euro. Zum Markstart gibt es die reichhaltige Ausstattungslinie Edition 1 für 67.380 Euro. Da sind der starke 140-kW-Motor, die 7-Gang-Automatik und viele Assistenzsysteme, wie Tempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelassistent und Parkassistent mit dabei.

Stärken

  • Gute Fahreigenschaften
  • kräftige Motoren
  • viele Assistenzsystem
  • großer Innenraum
  • gute Ausstattung
  • große Heckklappe
  • sinnvolle Zusatzausstattung

Schwächen

  • hoher Preis
  • keine Erdgasvariante
  • hohes Gewicht
Text: Press-Inform / Hans Bast