Mercedes-Benz SLS electric drive, C197

Mercedes-Benz SLS electric drive, C197

Elektronensturm

0 auf Tempo 100 in 3,9 Sekunden, 1.000 Nm maximales Drehmoment und 250 km/h Spitze. Der Mercedes SLS electric drive katapultiert Elektroautos in eine andere Dimension.

28. Februar 2013

Sieht fast aus wie ganz normaler Mercedes SLS. Ist aber keiner. Und mit einem Preis von mindestens 416.000 Euro ist der SLS electric drive mehr als doppelt zu teuer wie der ohnehin stramm gepreiste Supersportwagen mit seinem 571 PS starken Verbrennungsmotor.

Statt brabbelndem V8-Sauger-Klang gibt es hier vier Elektromotoren und ein 548 Kilogramm schweres Akkumodul. Wer den Superrenner an der heimischen 220-Volt-Steckdose aufladen will, sollte Zeit mitbringen - viel Zeit: 20 Stunden. Mit der Starkstrom-Ladestation in der heimischen Garage reduziert sich die Elektro-Tankerei auf immer noch üppige drei Stunden.

Dann kann der 750 PS starke SLS ed mit seinen vier Elektromotoren loslegen. 0 auf Tempo 100 in 3,9 Sekunden und 250 km/h Spitze lassen die Elektroträgheit vergessen.

Was für ein Antritt!

Der Druck des SLS ed ist Dank 1.000 Nm maximalem Drehmoment gewaltig und erst bei 250 km/h ist Schluss. Bei vollem Tatendrang allerdings auch schnell Schluss mit lustig. "Dann sind die 250 Kilometer zertifizierte Reichweite natürlich nicht drin", räumt Projektleiter Jan Feustel ein.

Die 12 Module mit den 72 Akkupaketen haben eine Gesamtleistung von 60 kWh. Der Mercedes SLS ist auch als Elektromobil alles andere als ein dezentes Fahrzeug. Wenn einer so polarisiert, darf er auch Rabatz machen - zumindest im Innenraum.

Ein abschaltbares Soundmodul sorgt dafür, dass der beeindruckende Vortrieb des Elektro-Schwergewichts im Innern auch akustisch genossen werden kann.

Klebt auf dem Boden

Durch die im Wagenboden verbauten Akkupakete klebt der Kraftprotz auf der Piste und schiebt brutal an. Mit unbändiger Kraft wedelt der 2,2-Tonnen-Koloss durch enge Pylonengassen und stellt die Hochgeschwindigkeitsreifen im Sekundentakt vor nicht enden wollende Herausforderungen.

"Damit der SLS ed so fahraktiv unterwegs ist, steuern wir alle Räder einzeln an", erklärt AMG-Chefentwickler Tobias Moers, "in engen Kehren legen wir im Sport-Plus-Modus beim kurveninneren Rad vorne sogar ein Minusmoment an, damit der Wagen noch agiler einlenkt."

Die Unterschiede in den einzelnen Fahrmodi sind im Zusammenspiel mit der ebenfalls einstellbaren Kraftverteilung daher entsprechend üppig. Im Komfortmodus geht er weich und leicht untersteuernd, doch wenn gewünscht zischt der Elektrosportler spitz und messerscharf um Kurven und Kehren.

Stärken 

  • beeindruckende Fahrleistungen
  • Allradantrieb
  • Fahrverhalten

 

Schwächen 

  • astronomischer Preis
  • geringe Realreichweite bei sportlicher Fahrweise
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff