Mercedes-Benz SL 63 AMG, R231

Mercedes-Benz SL 63 AMG, R231

Posen und brüllen

564 PS, V8-Motor, zwei Turbolader, 900 Nm Drehmoment: Der SL 63 AMG ist trotz seiner 1,8 Tonnen Lebendgewicht ein kraftstrotzendes Sportgerät. Er kann laut aufbrüllen, schnurrt bei Bedarf aber auch wie ein Kätzchen.

3. Mai 2012

"Das ist ein Monster mit Knigge-Manieren", sagt AMG-Motorenentwickler Friedrich Eichler über den neuen SL 63 AMG. Mit 5,5 Liter großem Biturbo-V8 und 537 PS mit 800 Nm Drehmoment ist der Power-SL gut gerüstet, gegen Aufpreis werden mit dem AMG Performance Package sogar 564 PS mit 900 Nm daraus. Der Luxus-Roadster richtet sich an Piloten, die gern aus dem Vollen schöpfen - und die auffallen wollen. Denn der aufgepumpte SL geht nicht gerade im Straßenbild unter.

Bescheidenheit ist keine Zier

Verbreiterte Karosserie, Lufteinlässe in der Flanke und der Haube sowie eine markante Abrisskante: Der SL 63 AMG zeigt die sportlichen inneren Werte selbstbewusst. Mit dem Performance-Paket besteht der kleine Heckspoiler sogar aus Echtcarbon. Das elektrische Verdeck hat eine gute Geräuschdämmung, lässt sich aber nur im Stand oder bei Schrittgeschwindigkeit bedienen. Praktisch sind die vielen Ablagen und Staufächer, zusammen mit dem 504 Liter großen Kofferraum kommt überraschend viel Gepäck unter. Bei geöffnetem Verdeck schrumpft das Gepäckraumvolumen auf 364 Liter.

Erst bei 300 km/h ist Schluss

Der 5,5 Liter große Biturbo-V8-Motor ist ein ausgewachsenes Kraftpaket. Vor allem im Sport-Modus mit automatischer Zwischengas-Funktion bollert der V8 wie ein amerikanisches Muscle Car. Angenehm im Vergleich etwa zu einem Lamborghini oder Maserati ist, dass der AMG-Roadster nur bei Vollgas zum Tier wird. Im Stadtverkehr hält sich der Sound angenehm zurück und schont die Ohren.

Statt 537 Pferdchen werden mit dem AMG Performance Package gleich 564 gesattelt, das maximale Drehmoment steigt von 800 auf 900 Nm und statt bei 250 km/h wird erst bei 300 Sachen elektronisch abgeregelt. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist mit 4,2 Sekunden einen Hauch besser. Wem das immer noch nicht reicht: Der SL 65 AMG holt aus seinen zwölf Zylindern 630 PS und 1.000 Nm Drehmoment.

Leichter und straffer

Der SL 63 AMG ist rund 125 kg leichter als der Vorgänger und spürbar härter abgestimmt. Ein Leichtgewicht ist er mit knapp 1,9 Tonnen zwar immer noch nicht, aber er fährt sich überraschend flink und agil. Das liegt am knackig abgestimmten Fahrwerk mit automatischem Wankausgleich, der SL hat selbst bei hohem Tempo kaum Seitenneigung. Dank des Sperrdifferenzials im Performance-Paket ist auch die Traktion des hinterradgetriebenen Wagens sehr gut. Der SL fährt sich übrigens am besten, wenn das Verdeck geöffnet ist - dann liegt mehr Gewicht auf der Hinterachse.

Enormer Spaß, enormer Preis

Der SL 63 AMG ist ein luxuriöser Roadster mit Fahrspaß-Garantie, spielt jedoch mit seinem Preis von 157.675 Euro bei guter, aber nicht überragender Serienausstattung in einer für viele unerreichbaren Liga. Die 14.280 Euro für das Performance-Paket machen dann auch nicht mehr viel aus und sind gut angelegt.

Stärken

 
  • ausgewogenes und straffes Fahrwerk
  • sehr stabile Kurvenlage
  • kraftvoller Motorsound
  • ausgezeichnete Fahrleistungen
  • bequeme Sitze
  • viele Ablagen
  • gute Serienausstattung

Schwächen

 
  • hoher Preis
  • Verdeckbetätigung nur bis Schrittgeschwindigkeit
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann