Mercedes-Benz S 500, W222

Mercedes-Benz S 500, W222

Die neue Nummer eins

Mercedes wollte mit der neuen S-Klasse das beste Auto der Welt bauen. Das ist den Stuttgarter gelungen - mehr als eindrucksvoll.

3. Juli 2013

Seit über 40 Jahren gibt die Mercedes S-Klasse in der Liga der Limousinen die Schlagzahl vor. BMW 7er, Audi A8 und Jaguar XJ können sich warm anziehen. Denn besser ist eine Luxuslimousine, nein, besser ist ein Auto noch nie gewesen.

Besonders die Sicherheits- und Komfortausstattung kennt keine Grenzen. Das dank zwei Kameraaugen vorausschauende Fahrwerk erkennt Bodenunebenheiten im Voraus und gleicht diese aus. Wie von Geisterhand schwebt der Mercedes S 500 dank der Magic Body Control zum Beispiel über Temposchwellen. Man merkt selbst bei Tempo 40 nichts.

Unter zwei Tonnen

Doch die neue S-Klasse ist nicht nur ein fliegender Teppich. Die Lenkung des Schwaben könnte noch etwas präziser sein; doch sonst gibt es nichts zu meckern.

Eindrucksvoll, wie der W222 seine üppige Motorleistung auch ohne Allradantrieb auf die Fahrbahn bringt. Eine enge Kehre scharf angefahren, abgebremst, eingelenkt und voll aufs Gas.

Das Trampeln des Vorgängers ist in den Jagdgründen der schwäbischen Alb verloren gegangen.

Bullig bollert der Markenpolierer den Hang hinauf als wäre es gar nichts. "Wir haben sehr viel Wert auf die Entwicklung des Fahrwerks gelegt", unterstreicht Entwicklungsleiter Dr. Hermann-Joseph Storp, "der Vorderwagen besteht komplett aus Aluminium. Keine S-Klasse wiegt mehr über zwei Tonnen."

Bärenstarker S 500

Der 4,7 Liter große Turbo-V8 ist dabei die Idealbesetzung für die Mercedes S-Klasse. Bitte nicht weniger ordern; aber mehr muss auch nicht sein. Und nur beim 500er-V8 ist das Zauberfahrwerk zu bekommen.

335 kW / 455 PS und 700 Nm zwischen 1.800 und 3.500 U/min katapultieren einen derart beiläufig ins Reich der automobilen Träume, dass man schlicht nicht mehr aussteigen möchte.

0 auf Tempo 100 in 4,8 Sekunden, 250 km/h Spitze und dabei ein Normverbrauch von 8,6 Litern.

Große Displays

Natürlich brillieren im Innern Oberflächen, Sitze und das geringe Geräuschniveau. Auf dem Chefsitz hinten rechts kann man selbst bis 1,90 Metern Länge noch entspannt liegen.

Der Fahrer schaut auf zwei große 12,3-TFT-Displays, deren Inhalt sich ganz nach Gusto variieren lässt. Beide Displays haben keine Retina-Qualität; aber klasse ist der Blick trotzdem. Das fehlende Head-Up-Display wird kaum vermisst.

Nur der schwarze Bedienbalken in der Mitte mit einem Drehrad für die Instrumentenbeleuchtung scheint aus vergangenen Dekaden zu stammen. Das gilt auch für den nur ertastbaren Tempomatbedienhebel hinter dem Lenkrad.

Teures Vergnügen

Nach wie vor fehlt im Motorenangebot der S-Klasse ein starker Diesel, den Audi und BMW mit bis zu 380 PS bieden. Bei den Schwaben ist bei dünnen 258 PS im Mercedes 350 Bluetec Schluss.

Der grandiose Mercedes S 500 kostet mindestens 104.601 Euro - die bessere Langversion ist ab 107.635 Euro zu haben.

Die größte Bedeutung in Deutschland dürfte erst einmal der S 350 Bluetec haben, der mit kurzem Radstand mindestens 79.789 Euro kostet und 5,6 Liter Diesel verbrauchen soll.

Stärken 

  • sehr gute Fahrleistungen
  • grandioser Innenraum
  • exzellente Verarbeitung
  • exzellentes Fahrwerk
  • umfangreiche Assistenzsysteme

Schwächen 

  • hoher Preis
  • teure Extras
  • kein leistungsstarker Diesel
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff