Mercedes-Benz S 500, W221

Mercedes-Benz S 500, W221

Klassensprecher

Die Mercedes S-Klasse ist aus der Luxuswelt nicht wegzudenken. Nach der dünnen Modellpflege im vergangenen Jahr legen die Schwaben schneller als üblich nach.

21. März 2012

Die Mercedes S-Klasse ist die bekannteste Luxuslimousine der Welt. Auch wenn 7er BMW und Audi A8 längst überaus gekonnt an ihrem Thron sägen und dem Aushängeschild aus Stuttgart so manche schmerzhafte Niederlage zugefügt haben, ist und bleibt diese insbesondere in Sachen Komfort das Maß der automobilen Dinge. Besonders der neue Achtzylinder im Mercedes S 500 lässt automobile Feingeister mit der Zunge schnalzen. War der 388 PS starke Motor des S 500 bisher bereits ein Wunder auf Laufruhe, so kommen nunmehr wahre Raketengene dazu. Dank doppelter Turboaufladung leistet der Mercedes S 500 beeindruckende 320 KW / 435 PS und gewaltige 700 Nm maximales Drehmoment. Ab 1.800 U/min legt der 500er los wie der Teufel.

Neue Triebwerke

Die Leistungsentfaltung des neu entwickelten Achtzylinders mit nunmehr nur noch 4,7 Litern Hubraum ist schlicht grandios. Das Triebwerk hat Leistung im Überfluss in allen Lebenslagen und beschleunigt die über zwei Tonnen schwere Luxuslimousine in exzellenten fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. In der Realität spielt der Imagespurt kaum eine Rolle, doch wer aus dem fließenden Verkehr bei 80, 120 oder 160 km/h einmal auf das Gaspedal drückt, wird für den alles andere als schwächlichen Vorgängermotor nur noch ein mitleidiges Lächeln übrig haben.

Schnell und sparsam

Umso beeindruckender wird das neue Antriebspaket nicht durch die abgeregelte Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h oder die präzisen Schaltvorgänge der ebenfalls überarbeiteten Siebengang-Automatik. Denn trotz deutlich mehr Leistung und einem himmelweiten Unterschied an Fahrfreude soll sich der neue Achtzylinder mit 9,4 Litern Super auf 100 Kilometern zufrieden geben. Möglich machen die Einsparung an Kraftstoff insbesondere der kleinere Hubraum, Start-Stopp-Automatik, regenerative Bremsen und bedarfsgeregelte Nebenaggregate. Sogar die Allradversion soll knapp unter zehn Litern verbrauchen.

Die elegante Sänfte

Leichte Abstriche muss man am Steuer des neuen Mercedes S 500 nach wie vor bei der Fahrdynamik machen. Die Zahnstangenlenkung könnte direkter sein und eine bessere Rückmeldung von der Fahrbahn geben. Der Achtzylinder liegt nach wie vor schwer auf der Vorderachse. Doch bekanntermaßen hat die S-Klasse ihre Paradedisziplin in Sachen Komfort. Wankbewegungen bei flotter Gangart und ein deutliches Untersteuerverhalten dürften allein Fahrdynamiker stören. Sie sind in Ingolstadt oder München nach wie vor besser aufgehoben. In Sachen Reise- und Langstreckenkomfort hat die S-Klasse von Mercedes jedoch kaum eine Konkurrenz.

Nummer sicher

Im Rahmen der nachträglichen zweiten Modellpflege bekam die Mercedes S-Klasse nicht nur andere Triebwerke, sondern auch neue Innenraumdetails sowie zusätzliche Fahrerassistenzsysteme. So kann die neue Mercedes S-Klasse unter anderem mit einem Totwinkel-Assistenten sowie einem aktiven Spurhalte-Assistenten ausgestattet werden, der den Fahrer bei Überfahren von Fahrbahnmarkierungen warnt oder durch einen leichten Bremseingriff des ESP gegenlenkt. Die überarbeitete Mercedes S-Klasse ist ab Ende September im Handel. Der Einstiegspreis für das Basismodel Mercedes S 350 Bluetec liegt bei 76.279 Euro. Der S 500 dürfte knapp 100.000 Euro kosten.

Stärken

 
  • exzellente Fahrleistungen
  • sportlicher Antritt
  • zeitgemäßer Verbrauch
  • Komplettes Sicherheitssystem

Schwächen

 
  • indirekte Lenkung
  • spürbare Wankbewegungen
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff