Mercedes-Benz B-Klasse electric drive, W246

Mercedes-Benz B-Klasse electric drive, W246

Elektronenstern

Mit der B-Klasse Electric Drive ist Mercedes-Benz nun auch in der elektrischen Kompaktklasse angekommen.

24. Januar 2014

Das Herz kommt aus Kalifornien: Der Motor der Mercedes-Benz B-Klasse electric drive stammt vom US-Hersteller Tesla, leistet 130 kW/177 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 340 Nm. Für den Spurt von 0 auf 100 km/h braucht der Stromer 7,9 Sekunden, bei 160 km/h wird automatisch abgeregelt.

Die Beschleunigung setzt, wie bei E-Mobilen üblich, sofort mit der gesamten Kraft ein - und bleibt konstant bis zur Höchstgeschwindigkeit. Bei höherem Tempo liefern Wind- und Abrollgeräusche die einzige Soundkulisse - sonst geht es nahezu lautlos zu.

Innen unterscheidet sich die elektrische B-Klasse wenig von der herkömmlich motorisierten.

Niedriger Schwerpunkt

Da die Stromspeicher erst unter den Frontsitzen beginnen und im Zwischenboden untergebracht sind, hat man viel Platz. Der Kofferraum fasst wie gehabt 486 Liter und lässt sich auf bis zu 1.545 Liter erweitern.

Der Akkupack im Unterboden sorgt nebenher für einen niedrigen Schwerpunkt, der dem Fahrverhalten des kompakten Schwaben-Vans zugute kommt.

Das Armaturenbrett ist das Gleiche wie in der normalen B-Klasse. Es gibt allerdings in den Displays ein paar elektro-spezifische zusätzliche Anzeigen. Dort kann man unter anderem ablesen, wie viel Strom man beim Bremsen zurückgewinnt oder wie energiesparend man unterwegs ist.

Laden mit Nachschlag

Zum Laden ankoppeln lässt sich zwar jede normale Haushaltssteckdose, aber dann beträgt die Ladezeit rund zehn Stunden. An einer Schnellladestation lässt sich genug Energie für 100 Kilometer Reichweite binnen 1,5 Stunden nachgeladen.

Wer darauf einen kleinen Nachschlag braucht, der drückt vor dem Aufladen einen Boost-Knopf am Armaturenbrett. Dann nutzt das Ladesystem die Kapazität des Akkus intensiver aus und sorgt für rund 30 Kilometer mehr.

Außerdem lädt die B-Klasse ihren Akku auch beim Fahren auf. Drei Modi stehen zur Wahl: Ein Segel- und zwei Rekuperations-Modi speisen den Lithium-Ionen-Akku, der 28 Kilowattstunden fasst.

Volles Programm

Eine Reihe von Assistenzsystemen, für die sonst Aufpreise fällig werden, sind serienmäßig verbaut - zum Teil schon systembedingt. Immer an Bord sind etwa ein Becker-Navigationssystem oder ein radargestütztes Kollisionswarnsystem.

Ansonsten ist alles zu haben, was Mercedes auch sonst für die B-Klasse auf Lager hat. "Man kann zum Beispiel jeden Sitz bestellen", verspricht Entwicklungsleiter Jürgen Schenk: vom schweren Ledersessel bis zum Serien-Stoffgestühl.

Zwar lassen sich auch bei dem Schwaben per Smartphone verschiedene Funktionen fernsteuern, aber BMW zeigt im i3 darüber hinaus zum Beispiel auch an, welche Ladesäulen im Umkreis gerade belegt sind.

Erst die USA, dann Deutschland

Über die Preise für die elektrische B-Klasse mag man bei Mercedes-Benz noch nicht viel Konkretes sagen. In Deutschland dürften es allerdings um die 36.000 Euro und mehr werden. Im gleichen Preissegment bewegen sich die Konkurrenten.

Ab Frühjahr soll die elektrifizierte B-Klasse zunächst in den USA angeboten werden. Deutschland steht erst im Herbst auf der Liste.

Stärken 

  • kräftiger Elektromotor
  • sehr niedriges Geräuschniveau
  • erprobte Elektrotechnik
  • passable Reichweite
  • einfache Bedienung
  • geringe Unterhaltskosten

Schwächen 

  • hoher Kaufpreis
  • immer noch relativ lange Ladezeiten
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff | Bildmaterial: Mercedes-Benz