Mercedes-Benz A200, W176

Mercedes-Benz A200, W176

A wie Angriff

Mercedes will jünger, will sportlicher werden. Hauptwaffe ist die neue A-Klasse, die direkt auf Golf, 1er und A3 zielt.

22. Juni 2012

Mercedes will endlich auch eine Einstiegsklasse haben, die den Stern im Kühlergrill verdient. Die beiden Vorgängergenerationen der A-Klasse wurden ihr Umfaller-Image nicht los. Viele sahen sie als unwürdig für Mercedes, das Design blieb polarisierend und das Konzept wenig dynamisch. Die Erwartungen an die neue A-Klasse sind daher gigantisch. Flacher, bulliger und sportlicher will Daimler einen völlig neuen Weg gehen und dabei insbesondere Audi A3 und BMW 1er in die Erfolgsspur folgen.

Geräumiger Innenraum

Das Außendesign des 4,29 Meter langen Fünftürers ist ein Quantensprung zum Vorgänger. Innen wurde kaum weniger Detailliebe an den Tag gelegt. Nach den ersten Kilometern im 156 PS starken A 200 wird der Unterschied zu den mäßigen Vorgängern noch deutlicher. McPherson-Vorderachse, Vierlenker-Hinterachse, Doppelkupplungsgetriebe und ein stimmiger Innenraum - da passt alles zusammen.

Auf Wunsch mit unzähligen Ausstattungslinien und -paketen zu individualisieren, präsentiert sich der Daimler-Einsteiger dabei vielfältiger denn je. Die Sportsitze mit integrierter Kopfstützen passen perfekt - vorausgesetzt man hat Normgröße. Wer kleiner als 1,75 und größer als 1,85 Meter ist, vermisst eine verstellbare Oberschenkelauflage und die rechte Höhe der Kopfstütze. Besser sind das griffige Steuer, das auch im edlen Mercedes SL arbeitet, oder das sehenswerte Armaturenbrett, auf dem der aufgesetzte Navigationsbildschirm jedoch wie ein Fremdkörper wirkt.

Auch im Fond lässt es sich zu zweit aushalten und der Laderaum schluckt 350 Liter.

Mercedes A-Klasse im Video

 

Guter 1,6-Liter-Turbo

Das sparsamste Modell ist der Mercedes A 180 CDI, der von einem 109 PS starken Vierzylinder-Diesel vom Renault befeuert ist und knapp unter vier Litern verbraucht. Doch gerade bei der A-Klasse muss es kein Diesel sein. Besonders der A 200 drängt sich mit seinem laufruhigen und durchzugsstraken Turbobenziner auf.

Dessen 1,6 Liter Hubraum sorgren für 115 kW / 156 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Das liegt bereits ab extrem niedrigen 1.250 U/min an und sorgt zusammen mit dem guten Doppelkupplungs-Getriebe für lässiges Cruisen. 0 auf Tempo 100 schafft der Fronttriebler in 8,4 Sekunden und auch eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h kann sich fahren lassen. Dabei liegt der Normbverbrauch des Vierzylinders bei 5,5 Liter Super.

Serienmäßig auf 16-Zöllern

Bereits beim Bestellen der Traum-A-Klasse muss sich der Kunde entscheiden, mit welchem Fahrwerk er zukünftig unterwegs sein möchte. Eine variable Dämpfereinstellung - wie auch bei anderen Mercedes-Modellen oder der Konkurrenz verfügbar - ist nicht im Programm, und auch die betont leichtgängige Lenkung arbeitet allein in einem Modus.

Optisch wirkt der 1,4 Tonnen schwere Mercedes A 200 allein mit breiten 18-Zöllern sportlich. Serienmäßig lässt Mercedes seinen Neuling in den Basisversionen mit schmalen 15-Zoll-Stahlfelgen vom Band. Der A 200 bekommt immerhin 16-Zöller. Angenehm leicht liegt bei allen Modellen der Vierzylinder auf der Vorderachse; das Einlenkverhalten ist vorbildlich und der Diesel gut gedämmt.

Ab 24.000 Euro

Preislich liegt er zumeist jedoch deutlich über den Hauptkonkurrenten, die bei rund 22.000 Euro beginnen. So geht es mit dem 122 PS starken Basismodell A 180 erst bei teuren 23.978 Euro los. Der 200er kostet mit schwacher Serienausstattung 27.013 Euro.

Spätestens ein Blick in die endlose Aufpreisliste verrät, dass die neue A-Klasse ein echter Mercedes geworden ist, die kaum einen Wunsch offen lässt - wenn der Rubel rollt.

Stärken

 
  • gelungener Innenraum
  • sehr umfangreiche Sicherheitsausstattung
  • günstiger Verbrauch
  • sportlich abgestimmtes Fahrwerk

Schwächen

 
  • hoher Einstiegspreis
  • schwache Basisausstattung
  • Integralsitze passen nicht für jede Größe
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff