Test: Mazda3 Skyactiv D105

Kleiner Diesel für den kompakten Mazda

Da nagelt nichts

Die Kunden wünschen es: Mazda bietet den kompakten Mazda3 ab Juni auch mit kleinem Dieselmotor an. Der leistet mit Turboaufladung 105 PS und erfreut durch Laufruhe.

 
 
  • Ab Juni gibt es den Mazda3 mit einem kleinen 105-PS-Diesel.
  • Eine ausgeklügelte Vorrichtung im Motor dämmt Vibrationen.
  • Der Mazda3 bleibt mit dem Antrieb agil und wird sparsamer.

Kundenwunsch nach kleinem Diesel

Das Beste zuerst: Es gibt noch gute Nachrichten zum Dieselantrieb – darunter fällt auch der Mazda3 Skyactiv D105, der ab Juni 2016 auf den Markt kommt.

An sich sind weder Mazda3 noch 1,5-Liter-Motor neu; die Maschine wird bereits seit Längerem im kleinen Mazda2 sowie im kleinen SUV CX-3 eingesetzt.

Dass sie nun auch für den Kompakten angeboten wird, begründet der Hersteller so: Viele Kunden greifen in diesem Segment zu einem kleinen Diesel mit weniger als 136 PS. Also installierte Mazda den 105 PS starken Vierzylinder.

Schalldämmung im Herz der Maschine

Und der passt wirklich gut: Den rund 1,3 Tonnen schweren Mazda3 beschleunigt die Maschine nicht blitzschnell, aber ausreichend. In 11 Sekunden ist der Sprint von 0 auf 100 km/h minimal möglich, die Endgeschwindigkeit beträgt 185 km/h.

Doch diese nackten Zahlen sagen nichts über Elastizität oder Fahrkomfort. Und auch hier überzeugt uns der Mazda3 D105: Das fängt damit an, dass der Dieselmotor selbst im kalten Zustand kaum zu hören ist.

Mazda erklärt das mit einer ausgeklügelten Vorrichtung im Herz der Maschine: Hinter dem putzigen Begriff „Natural Sound Smoother“ verbirgt sich ein Dämpfer, der im Kolbenbolzen (die Verbindung zwischen Kolben und Pleuelstange) die Vibration dämpft.

Turbo-Schub ab 1.600 Touren

Der „natürliche Geräusch-Polierer“ (so ungefähr die Übersetzung) macht seine Arbeit wirklich gut: Wir starten den Motor und der nagelt nicht im Geringsten. Auch das Diesel-typische, leichte Schütteln bleibt aus.

An das etwas schwächere Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen müssen wir uns gewöhnen, aber dann geht es ganz ordentlich ab: Schon bei 1.600 Umdrehungen fängt der Turbo an, kräftig mitzuschieben.

Obwohl die Maschine im Vergleich zum 2,2-Liter-Diesel höher verdichtet, liegt zumindest der Normverbrauch darunter: 3,8 Liter auf 100 Kilometer waren zumindest im Labor möglich, ein Drittel-Liter weniger als beim 150-PS-Motor.

Weniger als fünf Liter Realverbrauch

Im realen Straßenverkehr erreichten wir laut Bordcomputer knapp fünf Liter auf 100 Kilometer, wobei die Klimaanlage die ganze Fahrt hindurch in erheblichem Maße mitlief.

Auch bei höheren Geschwindigkeiten erfreut die Elastizität des Motors: Mal schnell einen Traktor überholen, um die Kurven flitzen oder an Steigungen nicht herunterschalten? Geht alles, und macht sogar richtig Spaß. Der 3er wirkt agiler als das Datenblatt vermuten lässt.

Bei ruhiger Geradeausfahrt auf der gut besuchten Autobahn spielt der Mazda 3 seine bekannten Qualitäten aus: gutes Fahrwerk, prima Geradeauslauf. Er fährt dann einfach, ohne sich und den Fahrer groß anzustrengen.

Rund 1.000 Euro unter dem Golf

In der Preisliste führt Mazda den 3er mit 105-PS-Diesel für 23.190 Euro, beginnend bei der mittleren Ausstattung „Center-Line“. Zur Basisausstattung gehört ein Sechsgang-Handschaltgetriebe. Eine Sechsgang-Automatik kostet 1.800 Euro mehr, ist aber nur in der Schrägheck-Karosserieausführung erhältlich.

Der 2,2-Liter-Diesel hätte mit identischer Ausstattung 1.600 Euro mehr gekostet – allerdings hat Mazda dieser Preisabstand wohl nicht gereicht. Der 150-PS-Diesel taucht in der aktuellen Preisliste erst ab 28.090 Euro auf (nur in der höchsten Ausstattungsstufe „Sports-Line“).

Unter den Konkurrenten bleibt Mazda mit diesem Listenpreis unauffällig: Ein Opel Astra mit 110 PS (Start-Stopp, „Edition“-Ausstattung) liegt bei 23.310 Euro, ein Toyota Auris 1.6 D (112 PS) kostet 23.890 Euro. Einen VW Golf Comfortline mit 110-PS-TDI erhält man bereits für ab 24.200 Euro, allerdings nur mit Fünfgang-Schaltgetriebe.

Mazda verkauft in Japan fast 50% Diesel

Zum Ausklang noch einige seltsame Zahlen aus der Fremde. Mazda gelingt das Kunststück, im Heimat- und Benzinhybrid-Land Japan 43 Prozent seiner Autos mit Dieselmotor zu verkaufen.

Am Gesamt-Marktanteil des Diesel (5,7 Prozent) hält der Hersteller aus Hiroshima 67 Prozent. Für Mazda lohnt sich der Diesel also, anders als für die meisten anderen Hersteller, nicht nur in Europa.

Das ist dann schon die zweite gute Diesel-Nachricht – zumindest für Mazda.

Der Mazda3 mit dem neuen Downsize-Diesel in der Bildergalerie.

Mazda3 bei mobile.de

Etwas mehr als 4.000 Mazda3 aller Baujahre gibt es aktuell bei mobile.de, davon ist fast ein Viertel neu. Unter den Gebrauchtwagen zählen rund 1.000 Stück zur 1. Serie, die bis 2009 gebaut wurde und im => aktuellen Dekra-Mängelreport ein sehr gutes Zeugnis erhielt.

Filtern Sie mit dem Kästchen „fahrtauglich“ und dem Wert „12 Monate“ in der Option „HU mind. gültig“, so bleiben von der Gesamtmenge aller Mazda3 noch mehr als 1.800 Einheiten. Die Preise beginnen bereits bei knapp 3.000 Euro, dafür erhält man einen zehn Jahre alten Mazda3 mit mittlerer bis hoher Laufleistung.

  Mazda3 bei mobile.de

Text: Björn Tolksdorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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