Mazda3, Typ BM

Mazda3, Typ BM

Platz und mehr

Der Mazda 3war bisher in der Golfklasse eher ein Geheimtipp. Jetzt mausert sich der Japaner zu einer veritablen Alternative.

8. August 2013

Außen hui, innen Pfui? Der neue Mazda3 schaut dank seiner athletischen Linien, der schmalen Scheinwerfer und des sportlichen Hecks verdammt gut aus.

Und innen? Raum war bei dem kompakten Japaner noch nie ein Problem. Platz ist dank des Radstands von 2,70 Metern auch auf der Rückbank genug und, obwohl der neue Mazda3 2,5 Zentimeter flacher daherkommt als der Vorgänger, fällt auch großgewachsenen Fondpassagieren der Dachhimmel nicht auf den Kopf.

Die Vordersitze sind bequem, auch wenn sie einen Schuss zu kurz geraten sind, und das Lenkrad liegt gut in der Hand. Negativ fällt der geringe Platz für den Krimskrams der Insassen auf. In den Türen hat jeweils nur eine mittelgroße Flasche Platz. Da bieten andere mehr.

Der Kofferraum fasst 350 Liter, allerdings muss das Gepäck über eine Ladekante in das enge Gepäckabteil gehievt werden.

Bedienung entschlackt

Im Vergleich zu den Vorgängern ist die Bedienung mit einem iDrive-ähnlichen Drehknopf deutlich entschlackt. Dennoch sind manche Menüs etwas zu verschachtelt. Aber nach ein paar Minuten hat man den Dreh raus.

Die Anzeigen sind mit einem zentralen Drehzahlmesser sowie einer digitalen Geschwindigkeitsanzeige gut ablesbar. Auch der Sprit wird per Balkendiagramm angezeigt. Das ist zwar alles schwarz-weiß, genügt aber völlig.

Das aufpreispflichtige Head-Up-Display funktioniert wie schon bei Peugeot vor ein paar Jahren mit einer aufklappenden Plexiglasscheibe, die sich vor der Windschutzscheibe befindet. Drauf kann man gerne verzichten.

Gut verarbeitetes Interieur

Im Interieur setzt sich der insgesamt gute Eindruck fort. Dort wechseln sich unterschäumte Flächen mit Klavierlack-Applikationen in der Mittelkonsole und rund um die Lufteinlässe ab. Das Hartplastik im unteren Bereich des Cockpits stört den positiven Gesamteindruck nur minimal. Andererseits rasten die mit einem Chromkranz versehenen Regler der Klimaanlage spür- und hörbar ein.

Verarbeitung und das Finish sind freilich nicht ganz auf Golf- oder Audi-A3-Niveau, könn sich aber im Klassenvergleich durchaus sehen lassen.

Präzise Schaltung

Der lethargische Motor trübt den guten Eindruck. Das Triebwerk brummt deutlich hörbar und ist lethargisch. Trotz 120 PS Leistung und 210 Newtonmeter Drehmoment kommt man mit dem 1,2-Tonner nur mit häufigen Gangwechseln, die dank der präzisen und leichtgängigen manuellen Sechsgangschaltung immerhin Spaß machen, voran.

Laut Datenblatt soll der Mazda mit dem 120-PS-Triebwerk in 8,9 Sekunden von null auf 100 sprinten und maximal 195 km/h schnell sein. Der erste Testverbrauch lag mit 6,4 l/100 km 1,3 Liter über dem angegebenen Normverbrauch. Angesichts der Realitätsferne des Testzyklus, ist das ein durchaus vernünftiger Wert.

Leichtgängige Lenkung

Die Lenkung ist leichtgängig und etwas zu synthetisch, aber ausreichend präzise und direkt. Allerdings gibt sie wenig Rückmeldung über den Asphaltzustand.

Das manuelle Sechsganggetriebe flutscht mühelos aber sehr präzise durch die Gassen.

Beim Fahrwerk haben die Nippon-Ingenieure ihre gute Arbeit fortgesetzt. Es ist straff genug für schnelle Kurven und kommod für die Langstrecke.

Alternative zum Golf

Bei den Assistenzsystemen bietet Mazda für sein Kompaktmodell je nach Ausstattung Einiges: vom adaptiven Tempomaten über Start-Stopp-Funktion bis hin zu einem Spurwechselwarner.

Bleibt nur noch der Preis: Der Mazda3 ist ab 16.990 Euro ab dem 18. Oktober dieses Jahres zu haben. Wer das gefahrene Modell haben will, muss mindestens 20.290 Euro auf den Tisch legen. Drei weitere Motoren stehen zum Marktstart bereit: Der 1,5-l- Benziner hat 100 PS, der stärkere 2,0-Benziner 160 PS und der 2,2-Liter- Diesel 150 PS.

Damit mausert sich der neue Mazda3 trotz kleinerer Schwächen in der Golf-Klasse zwar nicht zwangsläufig zum Königsmörder aber durchaus zur Alternative, die einen zweiten Blick wert ist.

Stärken 

  • viele Assistenzsysteme
  • Preis
  • Platz

Schwächen 

  • müder Motor
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll