Maserati Ghibli S Q4, Ghibli III

Maserati Ghibli S Q4, Ghibli III

Überall zu Hause

Wie der Quattroporte bekommt auch der Maserati Ghibli den neuen Allradantrieb. Damit gewinnt der Italiener noch mehr an Fahrspaß.

27. Januar 2014

Über das Aussehen des Maserati Ghibli lässt sich kaum streiten. Schick ist er. Der BMW-5er- und E-Klasse-Konkurrent schaut im Stand auch schnittiger aus als sein größerer Bruder Quattroporte. Die Scheinwerfer gucken angriffslustiger in die Landschaft und auch das Heck mit scharf angeschnittenen Rücklichtern vermittelt noch einen Schuss mehr Sportlichkeit.

Feines Leder im Cockpit

Dass der Ghibli mit 4,97 Metern 39 Zentimeter kürzer ist als der Quattroporte und der Randstand mit drei Metern um 17 Zentimeter geringer ist, merkt man vor allem bei den Platzverhältnissen im Fond. Klaustrophobische Naturen können aber beruhigt sein. Auch im Ghibli kann man hinten vernünftig sitzen. Den Sitzen vorne mangelt es an Seitenhalt.

Beim Cockpit gibt sich der Maserati auch keine entscheidende Blöße: Das feines Leder gefällt und die Bedienung ist eingängig, aber nicht so intuitiv, wie die der deutschen Konkurrenz. Die Verarbeitung ist ebenfalls verbessert, auch wenn sich im Detail noch einige Schwächen offenbaren.

Einen Hauch besser

Kraft hat der Italo-Mittelklässler: Der V6-Motor befeuert das 1.870 Kilogramm schwere Vehikel mit immerhin 410 PS.

Aufgrund des etwas geringeren Gewichtes ist der Ghibli bei allen Fahr-Disziplinen einen Hauch besser als der Quattroporte. Er erreicht die 100-km/h-Marke in 4,8 Sekunden und ist so um ein Zehntel schneller als der nahe Verwandte und soll bei der Höchstgeschwindigkeit um sage und schreibe einen km/h schneller sein.

Der Benzinverbrauch ist mit 10,5 l/100 km identisch.

Identische Antriebseinheit

Die Antriebseinheit ist mit der des Quattroporte S Q4 identisch. Also hat auch der Ghibli S Q4 grundsätzlich einen Heckantrieb inklusive Sperrdifferential mit einer zusätzlichen Lamellenkupplung vorne.

Dieses Hang-On-Prinzip begünstigt die hecklastige Auslegung des Italieners. Maximal können bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorne geleitet werden. Dass der Allrad nur 60 Kilogramm wiegt, ist der Agilität durchaus zuträglich.

Konfigurierbarer Allrad

Je nach Gusto und Lenkradkunst lässt sich der Allradantrieb konfigurieren: Bei "Sport" gestattet die Elektronik möglichst viel Querbeschleunigung, wacht aber im Hintergrund. Der Gegensatz dazu ist das ICE-Modus, der jeden Ausritt schon im Keim erstickt.

Wie es sich für einen echten Sportler gehört, lässt sich die Anti-Schleuder-Elektronik auch komplett deaktivieren. Dann liegt es in der Hand des Piloten, wie und ob der Ghibli S Q4 um die Kurve kommt.

Der Schuss Agilität

Auch die geschmeidige ZF-Achtgang-Automatik ist an Bord. Doch der Ghibli fährt sich anders: Wo das Flaggschiff souverän und etwas träge durch die Kurven zieht, tänzelt der Ghibli deutlich nervöser um die Kurven. Das Heck lenkt freudig mit und verleiht so dem 4,97 Meter langen Vehikel den Schuss extra Agilität.

"Das ist durchaus so gewollt", versichert der geistige Vater hinter dem Allradantrieb, Paolo Dellacha. Die Regelsoftware ist ebenfalls noch mehr auf Dynamik getrimmt, lässt dem Heck etwas mehr Auslauf.

Preis kein Pappenstiel

Der Preis von 82.470 Euro ist allerdings kein Pappenstiel. Damit ist der schmucke Italiener um rund 7.000 Euro teurer als ein "nackter" BMW 550i xDrive, der immerhin knapp 40 V8-PS mehr hat, und knapp 9.000 Euro teurer als eine Mercedes-Benz E-Klasse 500 4matic in der Basis-Ausstattung.

Was der Italiener hat, ist Schick und Grandezza - was dem Italiener fehlt, sind die Assistenzsysteme.

Stärken 

  • guter Motor
  • schickes Design
  • Agilität

Schwächen 

  • Preis
  • Verarbeitung nicht immer perfekt
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller