Lexus RX 450h, AL10 Facelift

Lexus RX 450h, AL10 Facelift

Verordnete Sportlichkeit

Toyotas Premium-Tochter Lexus will auf den sportlichen Zug aufspringen und trimmt ihre Modellpalette. Nach dem Kompaktmodell CT 200h streift sich jetzt das überarbeitete SUV RX 450h den Trainingsanzug über.

29. Juli 2012

Die Forderung des Toyota-Chefs Akio Toyoda ist unmissverständlich: Er wolle "Autos mit Würze" bauen, die "Spaß machen". Was Toyoda-san meint, zeigen der IS F und der LFA, von dem alle 450 Modelle bereits vergriffen sind. Die beiden Sportwagen waren nur die Vorboten.

Jetzt soll ein Imagewandel der gesamten Marke hin zu mehr Sportlichkeit her. "Wir werden bis Ende des Jahres für jede Baureihe ein F-Modell haben", erklärt die Lexus- Produktplanerin Linda Schlösser. Die Sportlichkeit zieht aber nicht zwangsläufig einen stärkeren Motor nach sich. Auch ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk und eine markantere Optik qualifizieren zum F- Sportler. So geschehen beim CT 200h F Sport.

Überarbeitete Front

Auch dem SUV RX 450h spendierten die Ingenieure im Rahmen der Modellpflege eine solche Trimm-Dich-Kur. Herausgekommen ist der RX 450h F-Sport. Optisch sind die äußerlichen Retuschen eher überschaubar: Die Front mit dem Waben-Kühlergrill in Eieruhrform (im Lexus-Jargon Diablogrill) übernimmt die Formensprache der Mittelklasse-Limousine GS.

Allerdings leidet der Abrollkomfort etwas. Im Interieur fallen die Änderungen kaum auf: Das Lenkrad hat jetzt einen Silberkranz und die Mittelkonsole den gewohnt geschwungenen Materialwechsel zwischen unterschäumten Kunststoff und Hartplastik.

GS steht Pate

Nicht nur beim Äußeren, auch bei der Technik stand der GS Pate. Dank der bekannten dynamischen Hinterachslenkung unterstützen die Räder (maximaler Lenkeinschlag: zwei Grad) der E-Hinterachse Kurvenfahrten: Bis 80 Stundenkilometer gegenläufig, darüber in Richtung der Vorderräder.

Auch die Karosserie ist verwindungssteifer. Erreicht wird die durch jeweils einen hydraulischen Dämpfer der, wie eine Domstrebe, die beiden Federbeine gegeneinander abstützt. Variable Wankstabilisatoren sollen die Bewegungen der Karosserie um fast 40 Prozent minimieren.

Dass die Gasannahme spontaner und die Lenkung direkter wird, gehört zum guten Ton.

Umfangreiche Austattung

Das System macht das 2,2 Tonnen schweren Automobil etwas dynamischer. Ein reinrassiger Sportler wird das F-Sport-Modell des SUVs dadurch nicht. Daran ist auch das bekannte stufenlose Hybrid-E-CVT-Getriebe schuld.

Außerdem ist die Systemleistung mit 299 PS identisch mit den "normalen" Vertretern der Modellfamilie. Wer ein sportliches SUV will, muss einen Aufpreis bezahlen: Mit 73.550 Euro kostet der RX 450h F-Sport 23.600 Euro mehr als das Einstiegsmodell.

Dafür gibt es unter anderem Bi-LED-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht, ein Head-Up-Display, Parkpiepser vorne und hinten, ein Festplatten-Navigationssystem mit 8-Zoll-Display und einen adaptiven Tempomaten.

Zum Vergleich: Ein Porsche Cayenne Hybrid kostet 81.849 Euro und ein VW Touareg 79.800 Euro. Allerdings bietet der Lexus im Vergleich zu seinen deutschen Konkurrenten mehr Ausstattungsdetails.

Stärken 

  • gutes Platzangebot
  • solide Verarbeitung
  • umfangreiche Serienausstattung

Schwächen 

  • dröges Interieur
  • mäßige Sportlichkeit / Dynamik
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll