Lexus IS 300h, XE30

Lexus IS 300h, XE30

Deutschland im Blick

Mit dem neuen IS will Lexus BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse angreifen. Das wird ohne Diesel und Kombi schwerer denn je.

22. Mai 2013

In der deutschen Premium-Mittelklasse führt an BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse kein Weg vorbei. Flottenkunden und Privatleute reißen den Händlern gerade die Kombination aus Diesel und Kombi aus den Schauräumen.

Der Lexus IS wird es da schwerer denn je haben. Er ist weder mit Diesel, noch als Kombi zu bekommen. Und der Hybridantrieb dürfte nicht nur bei Fahrdynamikern durchfallen.

Neben einem sehenswerten Äußeren werfen die Japaner einen geringen Normverbrauch in die Waagschale: je nach Bereifung soll sich der 1,8 Tonnen schwere Lexus mit 4,3 bis 4,7 Litern Super zufrieden geben.

Sportlich?

"Der Lexus IS 300h ist sportlicher denn je", unterstreicht dem gegenüber Chefentwickler Naoki Kobayashi, "wir haben das neue Modell insgesamt 1,6 Millionen Kilometer getestet - auch auf der Nordschleife des Nürburgrings." Lexus will in Deutschland 2013 mindestens 600 Fahrzeuge absetzen - 70 Prozent davon als Hybridversion.

Das Cockpit selbst wirkt recht zerklüftet und insbesondere der Misch-Masch aus analogen und animierten Instrumenten bedarf ebenso einer Überarbeitung wie das nur mäßige Navigationssystem.

Müder Krieger

Am Steuer ist der IS 300h jedoch eine wahre Schlaftablette. Das liegt zum einen am auf Verbrauch getrimmten Vierzylinder-Sauger mit 2,5 Litern Hubraum.

Das größte Problem des IS 300h bleibt aber das unsägliche CVT-Getriebe. Die stufenlose Getriebeautomatik raubt einem nach wenigen Beschleunigungsvorgängen den letzten Fahrspaß.

Wie will der Händler seinen geneigten Kunden erklären, dass das Konglomerat aus 181 PS starkem Vierzylinder und 105 KW starkem Elektroantrieb mit einer Gesamtleistung von 164 kW / 223 PS bei 200 km/h abgeregelt ist, wenn die Konkurrenz 50 km/h schneller unterwegs ist?

0 auf Tempo 100 schafft der Lexus IS 300h mit lautem Aufheulen des Vierzylinders in 8,3 Sekunden.

Ausgewogenes Fahrwerk

Da bringt es wenig, dass sich die Lenkung besser als zuvor präsentiert und auch die Fahrwerksabstimmung des Hecktrieblers mit Doppelquerlenkern vorn und einer Mehrlenkerachse hinten voll auf der Höhe ist.

Über einen Drehschalter am Mitteltunnel kann der Fahrer zwischen einzelnen Fahrmodi wählen. Eine adaptive Dämpfereinstellung bietet nur die Variante des F-Sport.

Doch Lexus hat auch gelernt. Zwar hält man auch beim IS 300h noch immer an der betagten Nickel-Metallhydrid-Akkutechnik fest. Die Batterie ist jedoch platzsparend unter dem Laderaum untergebracht, sodass sich das üppige Ladevolumen von 450 Liter durch Umlegen der Rückbank nochmals nennenswert vergrößern lässt.

Deutlich gewachsen ist auch das Platzangebot im Fond. Hier macht sich der auf 2,80 Meter gewachsene Radstand bemerkbar. Sehr angenehm sind die gut konturierten Frontsitze.

Benziner oder Hybrid?

Bei den Preisen bewegt man sich auf dem Niveau der deutschen Konkurrenz. Das Volumenmodell Lexus IS 300h Executive kostet mindestens 41.300 Euro. Dafür gibt es ein Komplettpaket an Komfort- und Sicherheitsausstattungen.

Wer Spaß am Autofahren hat, sollte sich jedoch lieber für den Lexus IS 250 entscheiden, der mit gleicher Ausstattung 4.000 Euro weniger kostet.

Stärken 

  • gute Verarbeitung
  • Fahrwerksabstimmung
  • Sicherheitsausstattung
  • geringer Normverbrauch

Schwächen 

  • mäßige Fahrleistungen
  • schlechte Getriebeautomatik
  • teure Extras
  • kein Diesel lieferbar
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff