Range Rover LWB, Mk IV

Range Rover LWB, Mk IV

Der XXL-Range-Rover

Zum ersten Mal seit 20 Jahren gibt es wieder einen Range Rover mit langem Radstand. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

27. November 2013

Mit fünf Metern Länge ist der normale Range Rover schon ein Trumm von Auto. Jetzt legen die Engländer noch einmal 20 Zentimeter drauf. Auch der Preis von mindestens 130.000 Euro ist durchaus üppig. Doch wer den Gegenwert einer kleinen Eigentumswohnung auf den Tisch legt, will schon mehr geboten bekommen als besonders weiches Leder, schicke Felgen, ein paar schwarze Emaille-Applikationen und Chrom.

Neue Top-Ausstattung

Deswegen hat Land Rover bei seinem Flaggschiff zum ersten Mal seit 20 Jahren eine Langversion vom Stapel laufen lassen. Der Range Rover LWB (Long Wheelbase / langer Radstand) ist 5,20 Meter lang. Von den erwähnten 20 Zentimeter kommen 18,6 Zentimeter als Beinfreiheit an. Zudem lässt sich die Lehne des hinteren Sitzes um 17 Grad nach hinten verstellen. Damit lässt es sich im Fond fürstlich reisen.

Das liegt auch an den Leder-Tischen, die elektrisch von der Mittelkonsole ausgefahren werden können. Deswegen dürften neben den USA, auch die wohlhabenden Staaten des Mittleren Ostens und China, wo Chauffeurs-Limousinen Status zeigen, zu den wichtigsten Märkten gehören.

Oft wird der Range Rover auch selbst gefahren - egal ob XXL-Version oder nicht. Also gibt es auch vorne 18-fach verstellbare Sitze mit Massagefunktion.

Zu dem Längenzuwachs gibt es auch eine neue Top-Ausstattung, die "Autobiography Black" heißt. Die macht den Range Rover noch etwas exklusiver - sei es bei den Innenraummaterialien oder den Einzelsitzen im Fond. Damit sich die kaufkräftige Kundschaft besonders wohl fühlt, kann sie den Klassiker je nach Gusto mit edlen Materialien eine individuelle Note verleihen.

Souveränes Fahren

Der Radstand hat mit einer Länge von 3,12 Metern gegenüber der "Kurzversion" ebenfalls um 20 Zentimeter zugelegt, was sich in einem noch ruhigeren Geradeauslauf und einem entspannteren "Schlucken" von Bodenunebenheiten bemerkbar macht. Allerdings sind diese Unterschiede zwischen Normal- und Langversion nur für Zeitgenossen mit besonders feinfühligen Synapsen im verlängerten Rücken spürbar.

Rekord-Verkäufe

Wofür es aber keine besondere Sensibilität braucht, ist das Bedien- und Anzeigekonzept, das trotz aller Bemühungen hinter den Lösungen der deutschen Premium-Konkurrenz zurückbleibt. Die digitalen Bedienelemente in der Mittelkonsole reagieren bisweilen etwas träge. Außerdem ist das Bedienkonzept auch aufgrund der Fülle der Schaltflächen auf dem Touchscreen nicht immer eingängig. Auch die Anmutung der digitalen Knöpfe könnte etwas ansprechender gestaltet sein. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Zumal der Erfolg den Land-Rover-Strategen recht gibt: Mit weltweit rund 37.000 verkauften Range Rover feiern die Briten dieses Jahr einen neuen Allzeit-Absatzrekord. Dazu trägt auch der deutsche Markt mit etwa 1.700 Exemplaren (ebenfalls historische Bestmarke) sein Schärflein bei. Die Langversion dürfte diese Bilanz sicher nicht trüben - ganz im Gegenteil.

Nur Top-Motoren

Mit gut drei Tonnen Gewicht ist der Range Rover kein schmächtiger Hering. Und das ist auch gut so. Diese Solidität wirkt sich ja auch im Fahrgefühl aus. Und weil so viel Masse bei den Luxusversionen auch angemessen bewegt werden sollte, gibt es nur die Top-Motoren zu Auswahl. Also zwei Achtzylinder - entweder Diesel oder Kompressor-Benziner. Komplettiert wird die Motorenpalette durch den V6-Hybrid.

Die beste Wahl dürften dennoch die reinen Verbrenner sein. Der bekannte kompressoraufgeladene Benziner hat dank 510 PS und einem maximalen Drehmoment von 625 Newtonmetern mit dem britischen Luxuskreuzer keine Probleme. Da auch der Allradantrieb unverändert geblieben ist, macht auch der lange Range Rover auf jedem Terrain eine gute Figur.

Stärken 

  • feines Interieur
  • souveränes Fahren
  • viel Platz im Fond

Schwächen 

  • Bedienkonzept nicht ganz optimal
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller