Land Rover Freelander, Typ FA

Land Rover Freelander, Typ FA

Mauerblume

Seitdem der Range Rover Evoque nicht nur die britische SUV-Klasse aufmischt, hat es der Erstgeborene Land Rover Freelander schwer.

2. Dezember 2012

Der Land Rover Freelander ist im Laufe der Jahre zu einer Mauerblume verkommen. Seit 2006 ist der geländegängige Crossover aus Liverpool nahezu unverändert auf dem Markt. Die Konkurrenz aus Asien und Deutschland machte ihm zuletzt das Leben schwerer denn je.

Und seit mehr als einem Jahr setzt ihm noch der junge Bruder Range Rover Evoque zu.

Zweimal hinsehen

Von außen hat sich abgesehen von LED-Tagfahrlicht und kleineren Veränderungen wenig getan. Im Innern gibt es neue Sitzgelegenheiten, hübsch anzuschauende Leisten und Bedienmodule. Groß gewachsene Insassen wünschen sich bessere Verstellmöglichkeiten für die vorderen Stühle, sowie ein Plus an Seitenhalt und Oberschenkelauflage.

Bedienung und Funktionen des Festplatten-Navigationssystems stehen hinter denen vieler Konkurrenten zurück. Das Platzangebot ist unverändert gut. Wer die 40:60 teilbare Rückbank umklappt, kann bis zu 1.670 Liter Stauraum nutzen.

Selbst wenn es sich nur um eine Modellpflege handelt, wäre der Einzug von mehr Fahrerassistenzsystemen wünschenswert gewesen. Hier gibt es nicht mehr als das nötigste. Immerhin ist die Sicherheitsausstattung mit sieben Airbags, Bergabfahrhilfe, ESP, ABS und Allradantrieb komplett.

Diesel ist ein Muss

Im Modellprogramm sind ein Diesel in zwei Leistungsstufen von 150 und 190 PS sowie ein Turbobenziner mit 240 PS und 340 Nm. Um die Dieselvarianten kommt man kaum herum, denn nur mit ihnen gibt es einen artgerechten Verbrauch. Zudem sind die Fahrleistungen des zwei Liter großen Turbobenziners aus dem Hause Ford trotz 240 PS alles andere als eindrucksvoll.

Der 2,2 Liter große Commonbrail-Diesel im Freelander SD4 leistet deutlich vernehmbare 140 kW / 190 PS und 420 Nm maximales Drehmoment, die auf Wunsch auch im Gelände helfen. 0 auf Tempo 100 schafft der 1,8 Tonnen schwere Allradler in 9,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindígkeit von 190 km/h erreicht der Brite mit mäßigem Durchzug.

Sein Normverbrauch: 5,8 Liter. Ebenso wie beim Benziner wirken Triebwerk und die sechsstufige Getriebeautomatik von Aisin nur mäßig aufeinander abgestimmt. Besonders bei niedrigen Drehzahlen und schnellen Gangwechseln tut sich der Freelander schwer.

Stark im Gelände

Eine Klasse für sich ist und bleibt der 4,50 Meter lange Freelander SD4 abseits der Straße. Selbst wenn sich die Klientel kaum für eine ernsthafte Geländegängigkeit des Allradlers interessieren dürfte, hat der Brite aus Liverpool hier mehr auf dem Kasten als die meisten seiner Konkurrenten.

Ein Grund liegt in dem Terrain Response System, mit dem sich der Fahrbetrieb auf den jeweiligen Untergrund einstellen lässt. Der Kraftfluss an die Hinterachse per Haldex-Hinterachsdifferenzial könnte bei dynamischer Fahrweise flotter vonstattengehen.

Preise ab 28.200 Euro

Das nur frontgetriebene und damit wenig standesgemäße Basismodell Land Rover Freelander eD4 S für 28.200 Euro bei 150 PS spielt nur eine Nebenrolle im Portfolio. Deutlich interessanter dürfte für die meisten Kunden der Freelander SE Dynamik sein, der je nach Motorisierung zwischen 40.100 und 43.300 Euro kostet.

Stärken 

  • stark im Gelände
  • gutes Platzangebot
  • kraftvoller Dieselmotor

Schwächen 

  • mäßige Fahrleistungen
  • schwaches Navigationssystem
  • träge Getriebeautomatik
  • lauter Diesel
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff