Land Rover Defender LXV

Land Rover Defender LXV

Unverfälschter Kraxler

Mit dem Jubiläums-Modell Defender LXV zelebriert Land Rover den 65. Geburtstag der Marke. Doch der Kult-Offroader bleibt sich treu - Gott sei Dank.

30. April 2013

Eine Legende rührt man tunlichst nicht an. Das wissen auch die Land Rover-Strategen. Deswegen sind die Änderungen am Land Rover Defender LXV (65 in römischen Ziffen) nur kosmetisch. Das Geburtstagsmodell gibt es nur in Schwarz und Weiß. Das Dach ist grau, genauso wie der Kühlergrill oder die Felgen.

Im Innenraum spendiert Land Rover Ledersitze mit LXV-Prägung und orangenen Nähten, die man auch am Lenkrad findet. Immerhin kann der Kunde zwischen dem kürzeren 90er und dem Längeren 110er wählen.

Altertümliche Ergonomie

Der Rest ist im Grunde unverändert und heutzutage anachronistisch-kultig: Das Lenkrad steht im Weg herum. Die Ergonomie des Hartplastik-Cockpits entspricht bei Leibe nicht mehr heutigen Standards.

Das Getriebe ist alles andere als präzise und Gangwechsel dauern aufgrund der langen Schaltungswege ewig.

Das zeigt: Bei dem rustikalen Kraxler ist noch der Fahrer gefragt. Assistenzsysteme, die das Fahrzeug zur rollenden Infotainment S-Bahn mutieren lassen? Fehlanzeige. Komfort ist auch nur bedingt vorhanden.

Rustikaler Komfort

Auf der Straße und vor allem im Gelände gibt sich der Kult-Kraxler unverändert rustikal. Der Komfort ist auf asphaltierten Straßen aufgrund des Fahrwerks mit Starrachse und den rumplenden störrischen Federn nicht unbedingt top. Aber das passt zum Gesamtauftritt des urwüchsigen Engländers.

ESP? Fehlanzeige. Immerhin gibt es eine Traktionskontrolle und ABS. Dass die Lenkung ungenau ist und die Karosserie zum Wanken neigt, nimmt man nach ein paar Kilometern gelassen hin.

Schiffsmotor-Diesel

Der 122 PS-starke Ford-Diesel klingt wie ein Schiffsmotor. Mit seinem maximalen Drehmoment von 360 Newtonmetern zieht der Defender kräftig an und wühlt sich ohne Probleme durch unbefestigtes Gelände.

Allerdings schafft das Triebwerk die Euro-5-Norm, und die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h reicht für Autobahnen und Landstraßen.

Dass es dabei im Innenraum ziemlich laut wird, nimmt einem legendären Fahrzeug auch nicht übel.

Im Gelände daheim

Das Gelände ist seit je her die Heimat des Defenders. Das ist bei der Jubiläums-Edition nicht anders. Untersetzung und permanenter Allradantrieb mit Sperrdifferential lassen die Herzen die Offroad-Fans höher schlagen.

Matschige Hügel, schlammige Furten oder kleine Flüße - alles kein Problem. Die Bodenfreiheit beträgt 323 mm, die Steigfähigkeit 45 Grad, der Böschungswinkel bei der kurzen Version vorne und hinten 47 Grad, der Rampenwinkel liegt bei 33 Grad.

Nur 605 Exemplare

Wer eine Jubiläums-Edition will, muss sich beeilen: Weltweit werden lediglich 605 Exemplare gebaut, von denen 130 Stück in Deutschland ausgeliefert werden. Ab Herbst wird der Defender LXV in Handel sein. Die Preise beginnen bei 39.900 Euro. 2016 erscheint der Nachfolger.

Stärken 

  • Kult-Offroader
  • Geländegängigkeit

Schwächen 

  • Hartplastik-Interieur
  • Ergonomie
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll