Im Detail gefeilt

Kia Sportage 2.0 GDI

Im Detail gefeilt

Der Kia Sportage ist einer der Bestseller der Kia-Modellpalette. Um das Erfolgskonzept nicht zu sehr zu verwässern sind die äußerlichen Änderungen überschaubar. Dafür gibt es mehr neue Technik.
23. März 2014 Never change a winning Team! Dieser Leitspruch aus dem Sport trifft auch auf Automobile zu. Ist ein Modell erfolgreich, dann führen die Designer optische Änderungen nur mit feiner Klinge durch. Das praktiziert Volkswagen seit Jahren sehr erfolgreich und auch Kia wendet diese Strategie an. Neuestes Beispiel ist der Sportage, der Auffrischung bekommt. Im Innenraum geht es betont sachlich zu. Das obere Armaturenbrett ist unterschäumt und verleiht der sonstigen Hartplastik-Landschaft etwas Noblesse. Der Klavierlack beim Klima-Bedienteil und das neue moderne Kombi-Instrument frischen die ansonsten etwas triste Anmutung weiter auf.

Veränderungen im Detail

Platz bietet der Sportage genug. Nur vorne wird es für Menschen über 1,85 Meter Körpergröße eng. Hinten schaut die Sache schon besser aus: Auf der Rückbank geht es geräumig zu und das Ladevolumen des Kofferraums ist mit 465 bis 1.353 Litern durchaus in Ordnung. Zum Vergleich: Der VW Tiguan schluckt zwischen 470 und 1.510 Liter. Das Verstauen des Gepäcks und anderer Gerätschaften wird allerdings durch eine 76,5 Zentimeter hohe Ladekante in Kombination mit einer kleinen Kofferraum-Luke erschwert.

Viel Auto fürs Geld

Das ansehnliche Blechkleid veränderten die Designer nur mit feiner Klinge. Der in Chrom eingefasste Tigernasen-Kühlergrill mit den schwarzglänzenden Elementen macht was her. Abgerundet wird der schmucke Auftritt durch die neuen LED-Rücklichter, die die 3-D-Optik betonen und indirekt angestrahlt sind. Das war es im Großen und Ganzen schon mit den optischen Veränderungen am Blechkleid. Schließlich will man die treue Käuferschar nicht vergrätzen. Denn der Sportage gehört neben dem c\\\'eed zu den Bestsellern des koreanischen Autobauers: Im vergangenen Jahr entschieden sich 89.553 Europäer für den SUV. Das ist eine Steigerung um mehr als zehn Prozent. Jede radikale Änderung im Design kann da schnell nach hinten losgehen.

Grobe Schläge steckt der Sportage nicht gut weg

Mit einem Preis von mindestens 24.090 Euro ist der Kia Sportage auch nicht unbedingt überteuert. Serienmäßig sind eine manuelle Klimaanlage und Parkpiepser hinten. Ein VW Tiguan Track&Style mit 160 PS ist nicht unter 30.850 Euro zu haben. Die Bedienung ist einfach und selbst Kia-Unkundige finden sich sofort zurecht. Bei der Ausstattung punktet der Sportage, denn er bietet einige nützliche Extras: ein beheizbares Lenkrad, Rückfahrkamera, ein großes Sieben-Zoll-Display, das auch für das Navigationssystem genutzt wird und eine Standheizung, die per Fernbedienung gesteuert wird. Einige dieser Ausstattungs-Optionen sind bei der Top-Version \"Spirit\" serienmäßig. Die kostet mit dem Zweiliter-Benziner 27.690 Euro. Weitere Elemente des Rundherum-Sorglos-Pakets: Xenon Scheinwerfer, Bluetooth Fernsprech- Einrichtung und eine Zwei-Zonen-Klimaanlage.
Wer sich mit dem Sportage auf Beschleunigungsrennen einlässt, missbraucht den SUV. Der Off-Roader aus Fernost ist für längere Strecken besser geeignet. Grobe Schläge steckt der Sportage gut weg. Doch bei kurzen, giftigen Schlägen reagieren Dämpfer und Federn bisweilen recht hölzern. Dazu dürften aber auch die montierten 18-Zöller ihren Teil dazu beigetragen haben. Bei schlechten Straßen erweist sich das Fahrwerk als unharmonisch: Die Karosserie ist schwingt nach und ist ständig in Bewegung.

Verbrauch ist in Ordnung

Technisch und beim Interieur ist der Einschnitt beim Facelift schon größer: Unter der Motorhaube werkelt jetzt ein neuer Zweiliter-Benziner mit Direkteinspritzung, der das etwas betagte Vorgänger-Aggregat ablöst. Die Kombination aus einem maximalen Drehmoment von 205 Newtonmetern und 166 PS ist für eine Spitzengeschwindigkeit von 183 km/h gut. Bei Ampelstarts legt sich der gut 1,5 Tonnen schwere SUV ebenfalls ins Zeug und erreicht nach 10,4 Sekunden die 100-km/h-Marke, falls einen die Ordnungshüter nicht schon vorher aus dem Verkehr ziehen.
Der Verbrauch ist mit 8,4 Litern pro 100 km durchaus in Ordnung. Zumal dieser Wert nur 0,4 Liter über dem Norm-Durst liegt. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass dieses Ergebnis mit zurückhaltender Fahrweise und einem hohen Bergab-Anteil erreicht wurde. Gerade bei dem Benziner mit dem nicht gerade üppigen maximalen Drehmoment von 205 Newtonmetern hat, erweist sich die Sechsgang-Automatik als Spaßbremse. Denn sie raubt dem Aggregat einiges an Schmackes.

Stärken

  • Vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis
  • ansprechendes Design
  • klare Bedienstruktur

Schwächen

  • Materialien im Interieur nicht immer wertig
  • Fahrwerk reagiert bisweilen hölzern
  • hohe Ladekante
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll