Kia Soul, 2. Generation

Kia Soul, 2. Generation

Einfach besser

Bereits nach fünf Jahren erneuert Kia den Lifestyle-Würfel Soul. Die Überarbeitung trägt Früchte: Die zweite Generation wirkt ausgereifter.

13. Dezember 2013

Was bei einem Mini Cooper recht ist, kann bei einem Kia Soul nur billig sein. Denn bei der zweiten Generation des Kompakt-Crossovers wenden die Designer das Mini-Prinzip an. Vor allem beim Exterieur: Verbessern ohne zu die DNA zu verwässern.

Der neue Kia Soul hat seine markante Würfelform behalten, schaut aber jetzt erwachsener und dynamischer aus. Das liegt am auffälligen Tigernasen-Kühlergrill und dem trapezförmigen großen Lufteinlass, die den Elementen der schicken Studie Track'ster sehr ähnlich sind. Garniert wird der sportlichere Auftritt noch durch schmalere Scheinwerfer und einem schickeren Heck, das mit schwarzen Elementen und schwungvolleren Heckleuchten einen passenden Abschluss bildet.

Bessere Qualität

Die Qualität des Innenraums ist deutlich besser als beim Vorgänger: Wo früher Hartplastik-Orgien die Sinne malträtierten, finden sich jetzt unterschäumte Flächen, übersichtlich angeordnete und klar gezeichnete Instrumente, digitale Anzeigen, jede Menge Ablagen und die wichtigsten Multimedia-Anschlüsse wie Aux oder USB.

Dass bei einer Gesamtlänge von 4,14 Metern der Kofferraum nicht unbedingt Ikea-einkaufstaugliche Maße hat, liegt in der Natur der Sache. Trotzdem ist die Kapazität des Gepäckabteils von 340 auf 354 Liter gewachsen. Legt man die asymmetrisch geteilten Rückbanklehnen um, erhöht sich das Ladevolumen deutlich. Allerdings ist die Fläche leicht ansteigend und die Hutablage wirkt labbrig. Dafür gibt es unter dem Ladeboden ein Fach, in dem der Kleinkram sicher vor neugierigen Blicken verstaut ist.

Dass die Heckklappe so weit aufschwingt, dass Personen bis zu einer Körpergröße von 1,80 Metern unter ihr stehen können, nimmt man vor allem im Regen dankbar zur Kenntnis, genauso wie die größere Ladeluke.

Bekanntes Cockpit

Das Cockpit kommt dem Kia-Kenner sofort bekannt vor. Nicht ohne Grund. Auch wenn die Anordnung der Instrumente sich vom c'eed unterscheidet, fühlt sich der Kia-Kenner sofort heimisch. Grund: Der neue Soul teilt sich die technische Basis mit dem Kompakt-Modell.

Deswegen finden sich in den höheren Ausstattungslinien solche Annehmlichkeiten wie ein beheizbares Lenkrad, ein Spurhalte-Assistent und - erstmals bei einem europäischen Kia-Modell - einen Fernlicht-Assistenten. Wer will, kann sich von einem Parkassistenten das Rangieren abnehmen lassen, sich im Sommer an belüfteten Sitzen erfreuen und mit einem Tempomaten cruisen.

Das gute Gefühl setzt sich auf der Rückbank fort: Obwohl der neue Soul "nur" zwei Zentimeter länger ist, haben hinten auch erwachsene Passagiere viel Platz.

Drei Lenkmodi

Die Lenkung mit beheizbarem Kranz stammt ebenfalls vom c'eed. Also haben die Techniker auch die drei Modi "Komfort", "Normal" und "Sport" übernommen. Für den Alltag bildet "Normal" den besten Kompromiss zwischen Lenkwiderstand und Rückmeldung. Allerdings fühlt sich die Steuerung wie beim Technikspender zu synthetisch an. Aber das fällt beim Soul weniger ins Gewicht, da der Crossover in der Regel nicht so dynamisch bewegt wird.

Auf dem Asphalt ist technische Verwandtschaft zum c'eed ebenfalls deutlich spürbar. Die neue Karosserie besteht zu 66 Prozent aus hochfestem und ultrahochfestem Stahl. Diese Steifigkeit der Plattform zieht einen ganzen Rattenschwanz an positiven Konsequenzen nach sich: Die Geräuschentwicklung im Innenraum ist geringer und die A-Säulen sind schmaler. Dadurch hat der Fahrer einen besseren Überblick über das Geschehen rundherum.

Eine weitere Konsequenz sind präzisere Kurvenfahrten und die komfortablere Abstimmung. Allerdings trübt eine Wankneigung in Kurven beim ambitionierten Wedeln den positiven Gesamteindruck.

Antriebseinheit hinterlässt zwiespältiges Bild

Im Gegensatz zum Interieur hinterläßt die Antriebseinheit ein zwiespältiges Bild. Der getestete 2.0-Liter-GDI-Motor mit 164 PS harmonierte mit der Sechsstufen-Automatik nicht so recht. Das Getriebe suchte des Öfteren nervös nach dem richtigen Gang und unter Last machte das Aggregat seinem Unmut knurrend Luft.

Die ausgewiesenen 164 PS fühlten sich bergauf und beim Beschleunigen eher wie 120 Pferdestärken an. Beim entspannten Mitschwimmen im Verkehr mit dosiertem Gaspedaleinsatz gab die Kombination dagegen eine sehr gute Figur ab. Als Durchschnittsverbrauch stehen bei der gefahrenen US-Version 8,7 l/100 km zu Buche. Mit diesem Wert würde man hierzulande nicht viel Staat machen. Deswegen wird der 2.0-Liter-Direkteinspritzer in Deutschland nicht angeboten.

Die Motor-Alternativen sind wie beim Vorgänger recht begrenzt: Der Käufer kann zwischen einem 1,6-Liter-Benziner mit 140 PS und einem Diesel mit gleichem Hubraum und 128 Pferdestärken wählen. Beide Triebwerke können mit einer Sechsgang-Handschaltung oder einer Sechsstufen-Automatik kombiniert werden.

Richtig temperamentvoll wird es also auch weiterhin nicht zur Sache gehen. Doch solche kleinen Unzulänglichkeiten verzeiht man dem sympathischen Soul, genauso wie es vor fünf Jahren der Fall war.

Stärken 

  • Platz
  • bessere Qualitätsanmutung
  • viele Ablagen und Anschlüsse

Schwächen 

  • synthetische Lenkung
  • US-Fahrwerk etwas zu weich
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll