Kia cee'd GT, EU

Kia cee'd GT

Sportstunde

Kia dreht auf. Mit dem cee'd GT hält die erste Sportversion Einzug in die Modellpalette. Doch reichen 204 PS und 230 km/h, um Golf GTI und Co. unter Druck zu setzen?

17. Juni 2013

Kia geht ins Fitnessstudio. Das erste Modell, das sich stählen darf, ist der cee'd. Der Korea-GTI dreht optisch richtig auf und lässt den Platzhirschen VW Golf GTI mit Schürzen, Schwellern und 18-Zöllern allemal zittern.

Der 1,6 Liter große Turbo-Vierzylinder leistet 150 kW / 204 PS und ein maximales Drehmoment von 265 Nm. Alles andere als eine Rakete auf 18-Zoll-Rädern, denn die Kompaktklasse-Konkurrenz bietet mittlerweile 250, 280 und sogar 360 PS auf.

Trainingsanzug

Im Innern gibt es verschiedene GT-Logos, rote Ziernähte und ein animiertes Zentralinstrument, das sich auf Knopfdruck zur Motorsportkombi mausert. "Klar ist der GT-Modus bei dem Instrument ein Gimmick", so Vladislay Alexiev, "aber eben eines, das zum Charakter des Auto passt. Es verbreitet etwas Formel-1-Atmosphäre."

Die Teilledersitze mit Sitzflächen aus Wildleder passen prima; ihr Seitenhalt ist vorbildlich. Und selbst im Fond können zwei Personen locker sitzen - sofern diese sich mit winzigen Kopfstützen anfreunden können.

Ansonsten lässt sich der 380 Liter große Laderaum durch Umklappen der Rücksitze bis auf 1.318 Liter erweitern. Wer noch mehr Volumen braucht, der kann von einer Kombiversion des Kia cee'd GT träumen. "So etwas ist vorstellbar, aber noch nicht entschieden", schmunzelt Benny Oeyen.

204 PS - 230 km/h

Das maximale Drehmoment von 265 Nm liegt ab niedrigen 1.750 U/min an. 0 auf Tempo 100 in 7,7 Sekunden sind ordentlich, aber etwas dünn für einen echten Sportler. Gleiches gilt für die 230 km/h Spitze, die die meisten Kunden jedoch zufrieden stellen sollten.

Die Nordschleifenzeit des 4,31 Meter langen Kia cee'd GT kann sich mit 8,45 Minuten allemal sehen lassen.

Beschleunigungsversuche am Steuer des Kia cee'd GT werden untermalt von einem leicht nachgeschärften Klang des Koreaners. Auch hier gilt: es dürfte ruhig etwas mehr sein.

Das gilt jedoch nicht für den Normverbrauch, der bei 7,4 Litern liegt.

Nur als Handschalter

Das ausgewogene Fahrverhalten mit McPherson-Federbeinen vorne und einer Mehrlenkerachse hinten unterstreicht das gemäßigte Dynamikpaket des 1,4 Tonnen schweren Sport-cee'd. "Das Fahrwerk wurde um zwei Millimeter tiefer gelegt", unterstreicht der Produktverantwortliche Vladislay Alexiev, "zudem gibt es härtere Federn. Zur Abstimmung hat der Ceed GT allein 480 Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings absolviert."

Die Lenkung mit dem griffigen Steuer könnte etwas schärfer sein, die manuelle Sechsgangschaltung präsentiert sich ebenfalls kaum spektakulär. Etwas knackiger und kürzer - gerne! Dafür halten sich die Antriebskräfte des Kia angenehm zurück und das Heck präsentiert sich auch in engen Kehren sattelfest.

Preise ab 24.490 Euro

Die Kia-Fans warten weiterhin auf einen echten cee'd-GTI, der jedoch nur eine Frage der Zeit sein dürfte.

Der Kia cee'd GT kostet mindestens 24.490 Euro. Am besten man entscheidet sich für das Topmodell GT Track inkl. Navigationspaket für dann 27.990 Euro.

Stärken 

  • ordentliche Fahrleistungen
  • gutes Platzangebot
  • hoher Alltagsnutzen

Schwächen 

  • kein Doppelkupplungs-Getriebe lieferbar
  • zu kleine Kopfstützen im Fond
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff