Jaguar XJ 3.0 AWD, X351

Jaguar XJ 3.0 AWD, X351

Der Winter kann kommen

Endlich bringt Jaguar seinen luxuriösen XJ auch mit einem kraftvollen Sechszylinder und Allradantrieb. Darauf haben nicht nur die Kunden in den USA gewartet.

2. Dezember 2012

Gerade in den USA lässt sich eine Luxuslimousine kaum noch ohne einen zumindest optional erhältlichen Allradantrieb verkaufen. Auch in Europa erfreuen sich die zumeist dieselgetriebenen Luxusschiffe von BMW, Audi und Mercedes mit 4x4-Antrieb einer immer größeren Beliebtheit. Mit dem in zwei Radständen erhältlichen Jaguar XJ 3.0 AWD schlägt Jaguar zwei Fliegen mit einer Klappe.

Der Fahrer merkt vom variablen Allradantrieb nur, dass der Wagen sicherer in der Spur bleibt und sich auch bei Schnee, Eis und Nässe sicher seinen Weg bahnt. Das Zusatzgewicht von 120 Kilogramm für den Allradantrieb fällt vergleichsweise üppig aus, weil umfangreiche Veränderungen von Motor und Vorderwagen nötig waren.

Viel Drehfreude

Der Drei-Liter-V6-Motor mit Kompressoraufladung macht dem 1,9 Tonnen schweren Luxusmodell ganz schön Beine. 250 kW / 340 PS und ein maximales Drehmoment von 450 Nm in einem Band zwischen 3.500 und 4.000 Touren sorgen für standesgemäßen Vortrieb.

0 auf Tempo 100 schafft der Allradler in 6,4 Sekunden; eine halbe Sekunde langsamer als die Version mit Hinterradantrieb. Klassenüblich ist die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Der Normverbrauch liebt mit 9,8 Litern Super auf 100 Kilometer einen knappen halben Liter über dem Standard-XJ mit drei Litern Hubraum. Der neue Sechszylinder-Kompressor läuft weich und sehr drehfreudig.

Starke Automatik

Im normalen Fahrbetrieb ist vom Allradantrieb nichts zu spüren. Die 340 PS werden über die Achtgang-ZF-Automatik oberhalb von zehn km/h nahezu komplett an die Hinterachse gebracht. Bis zu dieser Geschwindigkeit gelangt ein Teil der Motorleistung nach vorn, um eine gute Beschleunigung zu gewährleisten. Verlieren die hinteren Räder an Haftung, gelangt ein Teil der Kraft über eine im Verteilergetriebe verbaute Lamellenkupplung auch an die vorderen Räder.

Kombiniert ist der Allradantrieb mit den drei Fahrprogrammen "Normal", "Dynamic" und "Winter", die sich auch auf die Dämpferabstimmung auswirken. "Im Winterprogramm liegt die voreingestellte Kraftverteilung bei 30:70 zugunsten der Hinterachse. Das sorgt für eine gute hecklastige Fahrdynamik", erklärt Jaguar-Techniker Simon Barnes, "bei Bedarf durch besonders rutschigen Untergrund können für den bestmöglichen Vortrieb bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorne transferiert werden."

Teurer 4x4-Aufpreis

Der mindestens 80.320 Euro teure Jaguar XF 3.0 Diesel mit seinen 275 PS ist bis auf weiteres nicht mit Allradantrieb zu bekommen. Der 4x4-Vortrieb im neuen XJ 3.0 AWD startet bei 91.160 Euro für das Modell mit kurzem Radstand.

Der Allrad-Aufpreis liegt somit bei 4.650 Euro. Die Langversion kostet weitere 4.000 Euro mehr.

Stärken 

  • gute Fahrleistungen
  • ausgewogenes Fahrwerk
  • umfangreiche Serienausstattung

Schwächen 

  • 120 Kilogramm Mehrgewicht
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff