Hyundai i30, Typ GD

Hyundai i30, Typ GD

Golfen ohne Golf

Mit dem i30 versucht Hyundai, dem Klassenprimus VW Golf Kunden abzujagen. Die Chancen stehen gut: Design, Verarbeitung und Komfort - alles passt.

19. März 2013

Mit den etablierten Kompaktmodellen deutscher Hersteller kann der Hyundai i30 in Sachen Design, Verarbeitung und Wertigkeit längst mithalten. Die Karosserie des fünftürigen i30 ist ganz auf europäische Empfindlichkeiten ausgerichtet: modern, dynamisch, schwungvoll und gefällig.

Der Innenraum bietet viel Platz. Auch hinten gibt es zwei vollwertige Plätze für Erwachsene. Die Materialien wirken hochwertig und sind solide verarbeitet. Das Cockpit ist übersichtlich und weitgehend intuitiv zu bedienen.

Die vorne auch in der Höhe einstellbaren und körpergerecht geformten Sitze sind komfortabel und bieten guten Seitenhalt. Dank der großzügigen Verstellweiten werden auch größere Fahrer kein Problem haben, eine entspannte Sitzposition zu finden - zumal sich das Lenkrad in Tiefe und Neigung anpassen lässt. Die Sicht vom Fahrersitz aus ist nach vorne gut, nach hinten und vor allem schräg hinten eher mäßig.

Hohe Ladekante

Im Kofferraum des 4,30 Meter langen i30 lassen sich 378 Liter Gepäck unterbringen - allenfalls Durchschnitt. Beim Beladen müssen die Lasten aber erst einmal über eine ab dem Boden rund 75 Zentimeter hohe Ladekante gewuchtet werden.

Die asymmetrisch teilbare Rückbank bietet die Option auf bis zu 1.316 Liter Laderaum. Allerdings ist das Umlegen der rückwärtigen Sitzbank ziemlich umständlich.

Unaufdringliche Geräuschkulisse

Unter der Fronthaube arbeitet ein moderner Diesel mit 1.582 ccm Hubraum. Er liefert 94 kW/128 PS und einem maximalen Drehmoment von 260 Nm. Ein besonders spritziges Temperament kann man ihm zwar nicht gerade bescheinigen - aber er reicht für den Alltag völlig aus. Der Diesel arbeitet, wenn er erst mal auf Betriebstemperatur gekommen ist, vibrationsarm und mit unaufdringlicher Geräuschkulisse.

Der i30 1.6 CRDi lässt sich auf knappe 200 km/h beschleunigen - wenn er auch wegen des lang ausgelegten sechsten Gangs für die letzten 20 km/h so seinen Anlauf braucht. Von 0 auf 100 km/h schafft er es in 10,9 Sekunden.

Offiziell gibt Hyundai für den leer knapp 1,4 Tonnen schweren Golf-Jäger einen Durchschnittsverbrauch von 4,1 Liter Diesel auf 100 km an. Im realen Verkehr muss man sich eher auf gut fünf Liter einstellen. Wer sauberer unterwegs sein will: Hyundai bietet den i30 mit gleichem Motor und gleicher Leistung auch als "blue"-Version an - mit einem Verbrauch von 3,7 Litern Diesel.

Komfortablen Alltags-Limousine

Hyundai hat den i30 zu einer rundum komfortablen Alltags-Limousine weiterentwickelt. Die ausgewogene Federung schluckt kompromisslos die meisten Unebenheiten weg.

Die etwas synthetische, aber präzise Lenkung lässt sich in drei Stufen einstellen. Das Fahrverhalten ist auch dank des gut abgestimmten Fahrwerks sicher und das ESP greift beim leisesten Hauch einer Misslichkeit bereits korrigierend ein.

Bei der manuellen Sechs-Gang-Schaltung kommt Hyundai mit angenehm kurzen und präzise geführten Schaltwegen aus.

Kein Billigangebot

In der schon ganz ordentlich ausgestatteten Basisversion kostet der Hyundai i30 1.6 CRDi mindestens 24.080 Euro. Ein Billigangebot ist er damit nicht. Vergleichbare Ford Focus oder Opel Astra sind preiswerter zu haben. Und Hyundais Tochtermarke Kia ruft für den cee'd mit dem gleichen 128-PS-Motor 20.890 Euro auf.

Stärken 

  • viel Platz vorne und hinten
  • bequeme Sitze
  • exakte Schaltung
  • sicheres Fahrverhalten
  • gute Verarbeitung
  • ordentliche Serienausstattung
  • 5 Jahre Garantie

Schwächen 

  • schlechte Sicht nach schräg hinten
  • hohe Ladekante
  • etwas zäher Motor
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff