Honda Civic Tourer, 9. Generation

Honda Civic Tourer, 9. Generation

Kastenwagen

Mit dem Civic Tourer will Honda endlich wieder zurück auf das Kundenradar. Der kompakte Kombi bietet mehr als den größten Laderaum seiner Klasse.

2. Dezember 2013

Honda hatten viele in den letzten Jahren nicht mehr auf dem Verkaufsradar. Zu extravagant, zu abgefahren und schlicht zu wenig Fahrspaß - die Japaner haben ihrem einst einzigartig sportlichem Image jahrelang schmerzhafte Beulen verpasst.

Jetzt will Honda wieder auf den Weg der Tugend zurück - mit dem kompakten Honda Civic Tourer, der VW Golf Variant, Ford Focus Turnier oder Opel Astra Tourer ins Visiert nimmt. Nach langen Jahren bieten die einst so sportlichen Japaner in der Kompaktklasse wieder einen geräumigen Kombi an. Dessen Design kann sich wirklich sehen lassen. Langeweile? Fehlanzeige.

Praktisch

Mit 624 Litern hat der Civic Tourer den größten Laderaum seiner Klasse. Vier große Koffer nebeneinander schafft sonst kaum ein anderer. Da der Tank des Japaners wie bei der Limousine unter den Frontsitzen platziert ist, gibt es im doppelten Ladeboden zudem Platz für zwei weitere Bordtrolleys. Wer die Rücksitze flach umlegt, kann fast 1.700 Liter nutzen.

Zudem gibt es vorne wie hinten ordentliche Platzverhältnisse. "Der Civic Tourer ist der kompakteste Kombi im C-Segment", erklärt Produktplaner Patrik Ponec, "er ist 23,5 Zentimeter länger als der Civic Fünftürer, ist zudem der niedrigste Vertreter seiner Klasse, verfügt aber gleichzeitig über den größten Kofferraum."

Honda Civic im Video

 

Kinosessel für Reihe zwei

Der Kunde kann nur zwischen zwei Motoren wählen. Ein 1,8 Liter großer Benziner mit 104 kW / 142 PS und ein 1,6 Liter großer Diesel mit 88 kW / 120 PS - das war es auch schon. Die ohnehin betagte Fünfgang-Automatik gibt es nur für den Benziner.

Das Dieselaggregat ist für den 4,54 Meter langen Kombi eine ideale Basisbesetzung. Der drehfreudige Vierzylinder mit einem maximalen Drehmoment von 300 Nm ab 2.000 U/min läuft in sich zwar ruhig, ist jedoch in jedem Betriebszustand laut und deutlich zu vernehmen. Zudem kommt man kaum umhin, die Start-Stopp-Automatik an der Mittelkonsole zu deaktivieren, denn diese wirkt ungelenk und lässt den Wagen unnatürlich aufschütteln. Gerade unter Last gelangen dröhnende Geräusche in den Innenraum, während sich der 1,6 Liter große Selbstzünder von außen deutlich geschmeidiger anhört.

Die Fahrleistungen liegen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, denn auf 100 Kilometern soll sich der Selbstzünder mit 3,8 Litern Diesel zufrieden geben. 0 auf Tempo 100 schafft der ambitioniert antretende Honda Civic Tourer 1.6i DTEC in 10,1 Sekunden und er beschleunigt bis zur Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h kraftvoll.

Gutes Fahrwerk

Eine technische Neuerung beim Fahrwerk soll Dynamik und Langstreckenkomfort unter einen Honda-Hut bringen. So ist der Civic Tourer erstmals mit einer adaptiven Dämpfereinstellung nur für die Hinterachse zu bekommen.

Jedoch liegen die Modi "Comfort" und "Normal" allzu eng beisammen. Nur der "Dynamik"-Modus hebt sich nennenswert ab und macht das Heck bei höherem Tempo fahrstabiler und -aktiver.

Die Fahrwerksabstimmung ist seit Jahren eine Stärke der Honda-Modelle. Da macht der immerhin 1,5 Tonnen schwere Kombi-Fronttriebler keine Ausnahme. Die Lenkung ist durch das kleine Triebwerk ebenso leichtgängig wie präzise, und nur bei kleinen Unebenheiten kommen störende Vibrationen in die Karosserie.

Günstig ist anders

Unterhalb der mittleren Variante Sport sollte man es gar nicht erst versuchen. Dann gibt es an Bord des 25.550 Euro teuren Civic Tourer 1.6i DTEC unter anderem Rückfahrkamera, Tempomat, Licht-/Regensensor, anklappbare Spiegel und Klimaautomatik.

Das 850 Euro teure adaptive Dämpfersystem kann man sich ebenso sparen wie das alles andere als überzeugende Navigationssystem, das teure 2.200 Euro kostet. Dann lieber 950 Euro für das Fahrerassistenzpaket ausgeben, das unter anderem Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte- / Spurwechselwarner sowie Kollisionswarner und Notbremsassistent bietet.

Stärken 

  • gutes Platzangebot
  • sehr großer Laderaum
  • variabler Innenraum
  • zahlreiche Assistenzsysteme

Schwächen 

  • zerklüftetes Cockpit
  • unübersichtliche Modellstruktur
  • schwaches Navigationssystem
  • kein Automatikgetriebe beim Dieselmotor
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff