Ford Tourneo Connect '13

Ford Tourneo Connect '13

Praktisch unterwegs

Der Ford Tourneo Connect will kein Schönspieler sein. Vielmehr mimt er gekonnt den praktischen Familienlaster.

5. November 2013

Auch wenn es um die großen Vans nach dem Boom der 90er und frühen 2000er Jahre ruhiger geworden ist: die Hochdach-Kombis erfreuen sich als preiswerte Alternative nach wie vor einer großen Beliebtheit.

Die Mischung aus Preis und hohem Nutzwert macht die Musik für die zumeist wenig autoaffinen Kunden. Die Motorisierung interessiert allenfalls am Rande. Da ist der Ford Tourneo Connect, gerade frisch aufgelegt, genau der richtige Familienfreund.

Variabilität statt Fahrleistungen

Wer in dieser Liga ein Auto sucht, für den sind Fahrleistungen und ein dynamisches Fahrverhalten nicht einmal zweitrangig. Den meisten Kunden wird es vielmehr auf Alltagsnutzen und Praktikabilität ankommen. Der Hochdachkombi ist kein Lastesel, in den man einfach ein paar Heckfenster und Sitzplätze eingebaut hat.

Der geneigte Interessent hat die Wahl zwischen 4,42 Meter langem Tourneo Connect und 4,82 Meter langer Grand-Tourneo-Connect-Variante, die auch als Siebensitzer verfügbar ist. Das Ladevolumen lässt einem mit 2.400 bis 2.761 Litern alle Möglichkeiten. Bei der Langversion lassen sich die Rücksitze flach in den Boden umlegen; sonst muss man diese umklappen oder ausbauen.

Das Ein- und Aussteigen geschieht über zwei große seitliche Schiebetüren einfacher denn je und die flache Ladekante erfreut beim Großeinkauf genauso wie bei der Fahrt zur Fahrradtour an die Küste.

Dünner Dreizylinder

Ein Kraftpaket ist der ein Liter große Dreizylinder an Bord des Hochdachkombis nicht gerade. 74 kW / 100 PS und 170 Nm maximales Drehmoment bei 1.400 U/min reichen aus, um von A nach B zu kommen. Mehr nicht. 0 auf Tempo 100 schafft der Fronttriebler in zähen 14,0 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h ist für längere Autobahntouren ebenfalls kaum ausreichend.

Wer den Motor treibt, hat keine Chance, den günstigen Normverbrauch von 5,6 Litern Super zu erreichen, sondern drückt den serienmäßigen Bordcomputer trotz der Sechsgang-Handschaltung auf acht Liter.

Wer öfter mit der Familie oder viel Gepäck auf der Autobahn unterwegs ist, sollte an den kleinen Dreizylinder daher keinen Gedanken verschwenden. Hier bleiben nur die größeren Diesel mit 95 und 115 PS, oder man entscheidet sich für die Kombination aus 150 PS starkem Vierzylinder-Benziner und einer Sechsstufenautomatik. Der ist zwar mit 173 km/h alles andere als schnell, kann aber zumindest mit einer nennenswert besseren Beschleunigung aufwarten.

Focus-Basis

Im Vergleich zu anderen Hochdachkombis von Volkswagen, Renault oder Citroën ist der Ford Tourneo überaus komfortabel unterwegs. Auch wenn er von einem Transporterkonzept abgeleitet ist, ist seine technische Basis die C-Plattform, auf denen auch C-Max oder Focus basieren.

Die Lenkung ist präzise, die Fahrwerksabstimmung allemal sportlich, und das Geräuschniveau erlaubt guten Gewissens auch längere Strecken auf der Autobahn.

Günstige Alternative

Der Basispreis für den Ford Tourneo Connect 1.0 mit kurzem Radstand beginnt bei der kargen Trend-Ausstattung mit 18.800 Euro. Dann fehlen jedoch nicht nur viele Komfortdetails wie standesgemäße elektrische Fensterheber hinten, eine Einparkhilfe oder eine Klimaanlage, sondern auch die sinnvolle City-Stopp-Funktion.

Die Langversion Tourneo Grand Connect 1.0 startet bei 21.180 Euro.

Stärken 

  • großes Platzangebot
  • gute Variabilität
  • Sicherheitsausstattung

Schwächen 

  • träger Dreizylinder
  • schwache Serienausstattung
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff