Test: Ford S-Max (2. Generation)

2. Generation des sportlichen Van

Ford heimliches Flaggschiff

Mehr Kraft, mehr Platz, mehr Spaß: Der Ford S-Max ist in der 2. Generation größer geworden, seine Motoren haben mehr Leistung, und auch das Design wirkt nun besser.

 
 
  • Der Ford S-Max ist in der 2. Generation etwas größer geworden.
  • Stärkste Motoren:ein 210-PS-Diesel und ein 240-PS-Benziner.
  • Erstmals dabei: Ein Tempomat, der Verkehrszeichen erkennt.

Eleganz und respektable Fahrleistungen

Verblüffend, wie mühelos der Ford S-Max den Spieß einfach umdreht: Der sportliche Van verbirgt seine gewaltigen Platzreserven hinter geradezu schnittigem Design. Ein Van im Sportdress.

Früher bedeutete ein Van auch immer ein Geständnis: „Ja, wir brauchen den Platz; dafür nehmen wir es in Kauf, in einem Schrank zu fahren“, war die unausgesprochene Botschaft, die eines dieser klobigen Monster verbreitete. Nicht so der S-Max.

Ford hat den Sport-Van bereits 2006 erfunden, jetzt ist die 2. Generation auf dem Markt. Ihrer Eleganz stehen die respektablen Fahrleistungen in nichts nach. Sie befähigen den S-Max dazu, sogar starken Limousinen Paroli zu bieten.

Auch bei Kaltstart kein Dieselnageln

Wer Power will, kann einen Turbo-Benziner mit 240 PS haben. Oder einen 210 PS starken Diesel; der hat sogar zwei Turbolader und fährt bis zu 218 km/h schnell. Auch die Beschleunigung ist imposant: in 8,8 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h.

Wer sich in diesen Kraftkeil setzt und den Motor startet, wird erst einmal angenehm enttäuscht: Alles bleibt ruhig, der Diesel ist kaum zu hören. Selbst bei einem Kaltstart rüttelt nix, auch das charakteristische Nageln bleibt aus.

Ford hat nämlich die Schalldämmung verbessert, außerdem wurde die Motorlagerung überarbeitet. Eine adaptive Lenkung gibt es jetzt auch, gegen 500 Euro Aufpreis spricht sie je nach Geschwindigkeit mal feinfühlig (zum Beispiel beim Einparken), mal stabilisierend (auf der Autobahn) an.

Automatik benötigt Gedenkminute

Serienmäßig ist im S-Max mit der Top-Motorisierung ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe „Power-Shift“ installiert. Das bereitet leider nicht nur Freude, sondern nervt beim Anfahren mit Verzögerung: Man schaltet, gibt Gas – und erst nach einer „Gedenksekunde“ springt der S-Max endlich los.

Beim Rückwärtsfahren sind es sogar zwei Sekunden. Das ist lästig. So wie das Geheule bei Autobahngeschwindigkeit: Da würde ein siebter Gang die Drehzahl und damit auch die Lärmentwicklung innerbords reduzieren.

Ein letzter Kritikpunkt betrifft das Gewicht: Es bleibt hinter den Fahrleistungen etwas zurück, schiebt insbesondere in engen Kurven stark nach außen. Wenn die 1,7 Tonnen für den Fahrer zu spüren sind, dann in solchen Situationen.

Führerschein-Retter gegen Aufpreis

Ansonsten gibt es kaum etwas zu meckern: Bereits in der Basisausstattung hat der S-Max viele Extras, zum Beispiel Zwei-Zonen-Klimaautomatik, CD-Radio, Start-Stopp-Automatik, Einpark-Automatik, LED-Tagfahrlicht und Bremssystem mit Fußgänger-Erkennung.

Ein neues Extra macht Langstrecken- und Überlandfahrten noch bequemer: der intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer. Der Assistent arbeitet viel simpler, als der Name suggeriert: Straßen-Daten aus dem Navigationssystem werden ständig mit der GPS-Ortung und dem aktuellen Tachostand sowie dem Tempomaten abgeglichen.

Sobald sich ein Tempolimit ankündigt, reduziert der Assistent von selbst die Geschwindigkeit – zum Beispiel am Ortseingang oder an einer Autobahn-Baustelle. Der Führerschein-Retter kostet 250 Euro extra und funktioniert zwischen 30 und 200 km/h. Empfehlenswert ist der Kauf im Rahmen des „Business-Pakets“ für 1.895 Euro, dann ist das Navi gleich mit dabei.

Innenraum aufgeräumt und hochwertig

Die vielen neuen Funktionen überfrachten das Cockpit des Ford S-Max keineswegs – im Gegenteil, der neue Sport-Van sieht im Innenraum aufgeräumt und hochwertig aus. Die viele kleinen Schalter und Tasten in der Mittelkonsole, lange Zeit typisch für Ford, gehören der Vergangenheit an.

Im Austausch dafür gibt es nun einen mittig platzierten, großen Bildschirm und übersichtliche Schalter. Selbst die verwendeten Kunststoffe fühlen sich gut an: weich, edel und grifffest.

Die große Stärke des S-Max ist seine Variabilität: Mit einem Handgriff klappt man die hinteren Sitze flach in den Boden. Maximal fasst der Kofferraum 2.200 Liter. Zum Vergleich: Im VW Sharan verstaut man nur knapp 100 Liter mehr.

Dritte Reihe taugt nur für Kinder

Wer noch 950 Euro extra investiert, bekommt zwei zusätzliche Sitze, so dass bis zu sieben Personen im S-Max unterwegs sein können. Diese zwei Notsitze (auf längeren Strecken nur für Kinder bequem) sind fest installiert und kosten neben dem Aufpreis noch zusätzlich Ladekapazität, nur die Rückenlehnen können umgeklappt werden.

Die totale Variabilität gibt es aber auch: Sie heißt „FoldFlatSystem“ und kostet 1.100 Euro – dann lassen sich die gleichen Sitze im Fußboden versenken.

Mehr Platz bietet nur der Galaxy, im Vergleich zum S-Max ein Schwerlastschlepper gegen einen Autobahnkurier: 2.339 Liter schluckt sein Bauch maximal. Aber er ist eben bei weitem nicht so elegant und sportlich.

Sportlich und geräumig: Impressionen des neuen Ford S-Max in der Bildergalerie.

Ford S-Max bei mobile.de

Mitte 2015 startete Ford mit dem Verkauf des Ford S-Max. Das Basismodell hat einen 160 PS starken Benziner an Bord und kostet ab 30.400 Euro (Listenpreis). Zur Serienausstattung gehören unter anderem Klimaautomatik, Alu-Applikationen auf der Armaturentafel, Multifunktions-Lederlenkrad, Abbiegelicht und fernbedienbares Heckklappen-Schloss.

Bei mobile.de gibt es neue S-Max in dieser Ausführung bereits ab 21.875 Euro, also rund ein Drittel unterhalb des Listenpreises:

  Fiat Tipo bei mobile.de

Text: Fabian Hoberg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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