Ford Fiesta 1.0 EcoBoost, Typ JA8, Fiesta '12

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost, Typ JA8, Fiesta 2012

Die Maske

Um erfolgreich Druck auf den Klassenprimus VW Polo zu machen, wurde der Ford Fiesta zum Modelljahr 2013 dezent überarbeitet. Mehr Sicherheit, mehr Effizienz und neue Motoren.

20. November 2012

Der Kunde hat beim Fiesta künftig mehr denn je die Qual der Wahl. Acht Benziner mit einem Leistungsspektrum von 60 bis 182 PS stehen ab Januar zur Verfügung. Im Zentrum steht der vielfach ausgezeichnete Dreizylinder-Motor mit einem Hubraum von gerade einmal einem Liter, der im Fiesta erstmals auch ohne Turboaufladung zu bekommen ist.

Während die stärkeren Turboversionen 100 bzw. 125 PS leisten, bringen die Dreizylinder-Sauger 65 bzw. 80 PS an die Vorderachse. Ungewöhnlich, dass Ford mit identischer Leistung auch zwei Vierzylinder mit 1,2 Litern Hubraum anbietet. Die beiden Triebwerke mit 60 und 82 PS bieten ähnliche Fahrleistungen, mehr Verbrauch und einen geringeren Preis.

City-Stopper

Vorne sitzt man bequem, jedoch etwas zu hoch. Hinten finden klassenbedingt immerhin zwei Erwachsene bis 1,70 Metern Platz. Leichter ist der Ein- und Ausstieg bei der fünftürigen Version. Leider fehlt auf der Beifahrerseite nicht nur der praktische Haltegriff zum Ein- und Aussteigen, sondern auch eine sinnvolle Sitzhöhenverstellung.

Das Laderaumvolumen von 295 Litern lässt sich durch Umklappen der 40:60 teilbaren Rücksitzbank auf 979 Liter erweitern.

Serienmäßig sind bei allen Modellen ABS / ESP, elektrische Außenspiegel sowie sieben Airbags. Mit den Assistenzsystemen ist es ansonsten nicht weit her. Für 350 Euro gibt es allein Active City Stop, eine Notbremsfunktion per Lasersensor, der Auffahrunfälle bis 15 km/h vermeiden und bis zu 30 km/h mindern soll.

Ford Fiesta im Video

 

60 bis 182 PS

Mit dem 92 kW / 125 PS starken Ecoboost-Motor ist der Ford Fiesta gut motorisiert. Der kaum mehr als eine Tonne schwere Dreizylinder läuft vibrationsarm und überaus drehfreudig. Mit kernigem Dreizylindersound beschleunigt er den 3,97 Meter langen Fiesta 1.0 Ecoboost mit seinen 200 Nm in 9,4 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 196 km/h ebenso ansehnlich wie der Normverbrauch, der trotz aller Dynamik bei überschaubaren 4,3 Litern Super liegen soll.

Bleibt das Fragezeichen, wieso alle Fiesta-Versionen trotz der Hightech-Triebwerke nur mit einem wenig zeitgemäßen Fünfgang-Schaltgetriebe zu bekommen sind. Allein die 105 PS starke 1,6-Liter-Version bietet ein sechsstufiges Doppelkupplungs-Getriebe.

Die sinnvolle Start-Stopp-Automatik kostet bei den Volumenmodellen außer dem 125-PS-Benziner extra. Ergänzt wird das Motorenangebot von einem 182 PS starken ST-Sportmodell und zwei Dieselversionen mit 75 bzw. 95 PS und einem Minimalverbrauch von 3,3 Litern Diesel.

Gutes Gesamtpaket

Gut abgestimmt zeigt sich das Fahrwerk des Ford Fiesta. Die elektrische Servolenkung arbeitet präzise und die ebenso straffe wie komfortable Dämpferabstimmung kann - typisch Ford - einmal mehr überzeugen.

Das trifft auf den Innenraum nur partiell zu. Obschon die meisten Materialien wertig sind und sich gut anfassen lassen, ärgert die unübersichtliche Mittelkonsole, die besser in das Raumschiff von Captain Kirk passen würde. Der Multifunktionsbildschirm für Radio und Navigation dürfte im Jahre 2013 gerne ein bis zwei Nummern größer sein. Maximal fünf Zoll sind nicht viel. Kaum erklärbar, wieso sich der Schalter für die nur einstufige Sitzheizung ebenso unbeleuchtet wie unsichtbar knapp oberhalb der Sitzschiene befindet.

Preise ab 10.950 Euro

Der Basispreis des 60 PS starken Grundmodells Ford Fiesta 1.2 Ambiente liegt bei 10.950 Euro. Kauftipp ist der 100 PS starke Fiesta 1.0 Ecoboost Titanium, der mit manueller Klimaanlage, Regen- / Lichtsensor, Tagfahrlicht und 15-Zoll-Alufelgen für 16.570 Euro zu haben ist. Der Einsteiger-Diesel mit 75 PS kostet mindestens 14.065 Euro.

Stärken 

  • solide Fahrleistungen
  • drehfreudiger Motor
  • gutes Fahrwerk
  • direkte Lenkung

Schwächen 

  • mäßige Basisausstattung
  • unübersichtliches Motorenangebot
  • kaum Assistenzsysteme
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff