Ford EcoSport, 2. Generation

Ford EcoSport, 2. Generation

Klettermäxchen

In Südamerika kennt den Ford EcoSport jedes Kind. Jetzt kommt der kleine Crossover auch nach Deutschland.

10. Dezember 2013

Jahrelang kämpfte Ford Europa darum, dass das kleine SUV namens EcoSport nicht nur in Brasilien die Herzen von Kunden und Händlern erwärmt, sondern auch den Sprung in die alte Welt schafft. Anfang kommenden Jahres ist er nun da und will besonders Modellen wie Opel Mokka, Renault Captur oder Mini Countryman in die Parade fahren.

Das Äußere ist mit bulligen Schürzen dabei überraschend robust, gipfelnd in einer Hecktür mit außen angeschlagenem Ersatzreifen. Wie ein echter Geländewagen. Frühestens zur Modellpflege in drei Jahren ist im Gespräch, Allradversionen auch für Europa nachzulegen.

Verstehen muss man das nicht, ärgern sich Hersteller wie Renault oder Peugeot doch darüber, dass ihre Plattformen, die die Konkurrenzmodelle Captur oder 2008 beheimaten, keinen 4x4-Antrieb ermöglichen. Die anderen Konkurrenten wie Mini Countryman, Chevrolet Trax oder Opel Mokka laufen prächtig - nicht dank zuletzt der Allradoption, die man sich eben auch für den Ecosport wünschen würde.

Allradantrieb fehlt

So ist der 4,01 Meter lange Ecosport eine Art Fiesta Kombi für Kunden mit SUV-Gedankengut im Hirn. Das Platzangebot ist dank 2,52 Metern Radstand für vier Personen allemal ausreichend.

Vorausgesetzt, man lässt den Laderaum außen vor. Denn auch wenn die Hecktür auf Knopfdruck federleicht nach links aufschwingt und der Ersatzreifen wie beim Südamerika-Modell außen anhängt, gibt es ein überschaubares Volumen von 333 Litern, das sich über die niedrige Ladekante ebenso einfach wie schnell be- oder entladen lässt. Wer die Rückbank umklappt, kann bis zu 1.238 Liter nutzen.

Beim Innenraum sieht man schnell, dass der Ford EcoSport seine Herkunft in anderen Welten hatte. Das Armaturenbrett ist eine grau-schwarze Plastikwüste mit mäßiger Verarbeitung und wenig Wertigkeit.

Ecoboost ist Motor der Wahl

Ford lässt seinen Kunden beim im indischen Werk Chengalpattu bei Chennan produzierten EcoSport die Wahl zwischen zwei Benzinern (112 und 125 PS) und einem Diesel (90 PS).

Der bekannte Dreizylinder mit einem Litern Hubraum leistet 92 kW / 125 PS und ein maximales Drehmoment von 170 Nm zwischen 1.400 und 4.500 U/min. Ein Leisetreter ist der Dreizylinder mit Turboaufladung nicht, doch sein leicht brummiger Klang stört weit weniger als die nur fünf Gänge, die einem das manuelle Getriebe offenbart.

Der leistungsstärkere Dreizylinder-Ecoboost bietet bessere Fahrleistungen, mit 5,3 Litern einen deutlich geringeren Verbrauch und einen kaum nennenswerten Mehrpreis von 1.000 Euro. Immerhin ist die 112-PS-Variante des Ecosport 1.5 auch mit einer sechsstufigen Getriebeautomatik zu bekommen.

Auch sonst gibt es keinen Grund, vom Ecoboost-Motor abzuweichen, der den 1.350 Kilogramm schweren Pseudo-Kraxler bis zu 180 km/h schnell macht und ihn in trägen 12,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Bitter: der EcoSport bietet kein Start-Stopp-System.

Das Fahrwerk ist komfortabel und allemal langstreckentauglich. Die Lenkung ist angenehm direkt.

Preise ab 19.200 Euro

Preislich geht es für den nur in der Top-Ausstattungsvariante Titanium erhältlichen Ford EcoSport 1.5 bei 19.200 Euro los. Die beste Wahl bleibt der ab 20.200 Euro teure Dreizylinder-Ecoboost-Motor mit 125 PS.

Extras sind abgesehen vom Komfortpaket mit Tempomat, abblendbarem Innenspiegel und Regen-Licht-Sensor oder der 355 Euro teuren Einparkhilfe nicht zu bekommen. Ein Navigationssystem bleibt ebenso außen vor wie sinnvolle Assistenzsysteme.

Stärken 

  • gutes Platzangebot
  • strammes Fahrwerk
  • gute Serienausstattung

Schwächen 

  • kaum Assistenzsysteme
  • brummiger Dreizylinder
  • nur fünf Gänge
  • kein Allradantrieb lieferbar
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff