Test: Fiat Tipo (Typ 356)

Neues Billigauto unter 11.000 Euro

Tschüss Dacia - Hallo, Fiat Tipo!

Der sieht ja richtig gut aus: Fiat bringt die Kompakt-Limousine Tipo auf den Markt, eine attraktive Alternative zu den Modellen von Dacia. Und das nicht nur wegen des großen Kofferraums

 
 
  • Fiat bringt mit dem Tipo eine sehr preisgünstige Kompakt-Limousine.
  • Für weniger als 11.000 Euro (Aktion) gibt es einen Viertürer mit 95 PS.
  • Serienmäßig sind Klimaanlage und umklappbare Rückbank an Bord.

Kofferraum größer als im Jetta

Ansprechendes Design hat seinen Preis – und billig sieht leider auch meistens so aus. Umso bemerkenswerter, dass der ausgesprochen billige Fiat Tipo ausgesprochen gut aussieht.

Erst recht, wenn man ihn mit der Konkurrenz vergleicht. Zwar unterbietet der Tipo Widersacher wie den Dacia Sandero oder Logan MCV nicht: Sein Preis beginnt derzeit schon bei wenig mehr als 10.000 Euro – ein Angebot einiger Händler bei mobile.de.

Doch der niedrigste Tipo-Listenpreis beträgt auch nur 13.990 Euro. Dafür gibt es einen Viertürer, 4,53 Meter lang, mit viel Zubehör: elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage, umklappbare Rückbank, großer Kofferraum (520 Liter, das ist etwas mehr als im aktuellen VW Jetta).

Bei hohen Drehzahlen recht laut

Zum Vergleich: Den Dacia Sandero mit deutlich kleinerem Kofferraum gibt es mit dieser Ausstattung und einem annähernd starken Motor ab 10.190 Euro Listenpreis, den Kombi Logan MCV bekommt man ab 11.290 Euro.

Dagegen setzt der Tipo ein vergleichsweise elegantes Äußeres und 95 PS aus vier Zylindern (bei Dacia gibt es bisher maximal 90 PS aus drei Zylindern). Auch die 95 im Tipo scheinen auf den ersten Blick nicht viel, doch angesichts von nur 1,2 Tonnen Leergewicht könnte das ausreichen.

In der Praxis fährt der Tipo akzeptabel, aber auch nicht sonderlich flott. In 11,5 Sekunden geht es von von 0 auf 100 km/h. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 185 km/h. Allerdings wird der 1,4-Liter-Motor sowohl bei starker Beschleunigung als auch bei hohem Tempo recht laut.

Automatik nur im großen Benziner

Im Stadtverkehr und auf der Landstraße hingegen bleibt er angenehm leise, und auch der Verbrauch hält sich bei normaler Fahrweise in Grenzen: 7,4 Liter auf 100 km ermittelten wir auf unserer Probefahrt.

Das ist zwar mehr, als der NEFZ-Laborwert von 5,7 Liter verspricht, doch absolut vertretbar. Einziges Manko: Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe verlangt für einen solchen Verbrauchswert viel Handarbeit.

Eine Automatik gibt es nur im nächstgrößeren Benziner (110 PS aus 1,6 Liter) und in der gehobenen Ausstattungslinie Easy. Damit kostet der Tipo ab 17.890 Euro. Der Verbrauch dürfte damit ebenfalls steigen, er beträgt nach NEFZ 6,3 Liter auf 100 km. Fiat bietet auch zwei Diesel mit 95 und 110 PS an. Mit dem kleinen Diesel kostet der Basis-Tipo ab 15.990 Euro (Listenpreis).

Fahrwerk überraschend komfortabel

Der 1,4-Liter-Motor fühlt sich nicht wirklich agil an, aber das sollte bei einem 10.000-Euro-Auto auch kaum überraschen. Verblüfft sind wir hingegen über das Fahrwerk des Tipo: Flott durch den Kreisverkehr oder über die Bodenwellen ausgefahrener Landstraßen, alles kein Problem.

Der Tipo federt angenehm und fährt präzise um die Ecken. Dank elektromechanischer Servolenkung lässt er sich auch ohne große Anstrengung manövrieren. Sie bietet zusätzlich den bei Fiat üblichen City-Modus zum leichteren Rangieren bei wenig Platz.

Parksensoren sind nur gegen Aufpreis (als Bestandteil des „Tech Paket“ für 750 Euro) erhältlich, in den höheren Ausstattungsklassen gibt es diesen Komfort-Assistenten kostenlos dazu.

Billige Materialien im Innenraum

Groß fühlt sich das Auto nicht nur im Kofferraum an, sondern auch in der Fahrgastzelle: Fahrer und Beifahrer sitzen mit genügend Raum und auf erstaunlich bequemen Stoffsitzen. Die Beinfreiheit auf den hinteren äußeren Sitzen ist für ein Fahrzeug der Kompaktklasse sehr gut.

Der in der Türkei gebaute Tipo steht auf der sogenannten „small/wide“-Plattform von FCA, auf der auch 500L, 500X und Jeep Renegade aufbauen. Doch auf dem Fahrersitz denkt man eher an Rumänien als an Italien: Türverkleidungen, Schalter, Mittelkonsole – die verwendeten Materialien erinnern an extreme Discount-Marken wie Dacia oder auch Lada. Die Verarbeitung sieht allerdings passabel aus.

Die Käufer werden von diesen kleinen Schwächen aber nicht abgehalten. Im Gegenteil: Der Händler, bei dem wir den Tipo Probe fuhren, verkauft das Auto bereits „massig“ – sagt er.

Im Herbst kommt der Kombi

„Autos für 50.-60.000 Euro, das kann sich doch keiner leisten“, erzählt der Verkäufer noch. Für diese Summe erhält man fünf Fiat Tipo. Über den Wiederverkaufswert lässt derzeit noch nicht viel sagen, außer: Die Konkurrenz von Dacia jedenfalls verkauft sich => auch als junger Gebrauchtwagen ausgesprochen gut.

Doch gegenüber den Autos der rumänischen Marke hat der Tipo noch einen Vorteil: Fiat, das klingt für viele eben besser als Dacia.

Im Herbst legt Fiat beim Tipo nochmal nach. Dann kommt der 4,57 Meter lange Kombi mit 550 Liter Laderaum. Der Listenpreis steht noch nicht fest. Unser Händler hofft allerdings, den Kombi ab 15.000 Euro anbieten zu können.

So sieht ein Preishammer von außen und von innen aus: Details des neuen Fiat Tipo in der Bildergalerie.

Fiat Tipo bei mobile.de

Offiziell startet der Preis für den neuen Tipo bei 13.990 Euro. Doch eine Reihe Autohändler bei mobile.de bietet die Kompakt-Limousine derzeit bereits ab weniger als 11.000 Euro an. Wer seinen bisherigen Pkw in Zahlung gibt, kann den Preis noch etwas weiter drücken.

Da der Verkauf erst kürzlich startete, sind erst wenige hundert Tipo zu finden. Auffällig ist, dass die günstigen Angebote überwiegend im Raum Berlin und weiter in Ostdeutschland zu finden sind:

  Fiat Tipo bei mobile.de

Text: Philipp Monse | Bildmaterial: Cooler Typ: Der Fiat Tipo ist eine Kompakt-Limousine, die in der Türkei gebaut wird und seit kurzem zum Kampfpreis auch in Deutschland auf dem Markt ist. Derzeit ist der Viertürer für etwas mehr als 10.000 Euro zu haben. (FOTO: Besser)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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