Fahrbericht: Fiat 500, ab 2007

Fahrbericht: Fiat 500, ab 2007

Italienischer Heilsbringer

Retro-Flitzer sind "in". Kann Fiat mit der Neuauflage des Cinquecento im Mini Revier wildern?

15. Januar 2012

Der Fiat 500 genießt in Italien Kultstatus. Für den Turiner Autobauer ist der Kleinwagen noch mehr: Eine Brücke zwischen der glorreichen Vergangenheit und der problematischen Gegenwart. Damit der Heilsbringer von der weiblichen modebewussten Kundschaft auch fleißig gekauft wird, übernahmen die Italiener bewusst Stilelement des Klassikers. Angefangen von der vertrauten klassischen Cinquecento-Front mit den Kulleraugen, den kurzen Überhängen und dem Kuppeldach. Auch das frisch wirkende Cockpit zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Das überladene zentrale Rundinstrument verwirrt dagegen mehr, als es nutzt.

Kleiner Kofferraum

Dafür geben die Spaltmaße keinen Grund zum Tadel. Allerdings schreien wackelnde Knöpfe lauthals nach einer Nachbesserung. Obwohl der kleine Italiener nur 3,55 Meter lang ist, ist vorne erstaunlich viel Platz. Auf der Rückbank fühlen sich vor allem Kinder wohl. Die Kopfstützen sehen gut aus, sind aber relativ hart. Dass auch italienische Ingenieure nicht zaubern können, merkt man am Kofferraum. Der fasst nur 185 Liter. Das sind 65 weniger als beim VW Fox. Mit umgeklappter Rückbank werden dann immerhin 550 Liter daraus.

Fiat 500 im Video

 

Motor

Mit dem kleinen 69-PS-Benzinmotor verbraucht der Stadtflitzer 5,1 Liter/100 km. Im Drehzahlkeller wirkt das Triebwerk lethargisch. Lebendig wird der Motor, genauso wie sein 100-PS-Bruder, erst bei höheren Drehzahlen. Das treibt den Verbrauch in die Höhe und mindert den Fahrspaß.

Gangknüppel liegt gut in der Hand

Da trifft es sich gut, dass der runde Gangknüppel gut in der Hand liegt. Das Fahrwerk überzeugt. Selbst in schnell gefahrenen Kurven verliert der Fiat 500 nicht seine verschmitzte Gelassenheit. Kein Wunder, der Fiat 500 teilt sich die Technik mit dem Fiat Panda.

Fazit: Günstiger war Kult noch nie. Der Fiat 500 macht schon beim Anschauen Freude. Serienmäßig gibt es sieben Airbags, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und ein CD-Radio. Bei einem Einstiegspreis von rund 10.500 Euro lässt es sich verschmerzen, dass ESP nur beim Top-Modell keinen Aufpreis kostet.

Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters