Ferrari F12 Berlinetta

Ferrari F12 Berlinetta

Maranellos Antwort

Das Ringen um die Krone der Supersportwagen-Schwergewicht ist neu eröffnet. Ferrari steigt jetzt mit dem F12 Berlinetta in den Ring.

14. September 2012

Das der Ferrari F12 Berlinetta einen harten automobilen Punch schlägt, verwundert bei 740 PS niemanden. Doch wer einen ungehobelten Kraftmeier erwartet, wird enttäuscht.

Bei zurückhaltender Fahrweise gibt sich der rote Renner erstaunlich handzahm. Das wird die gesetztere Kundschaft in Europa freuen, genauso die jungen Reichen in Asien.

Solide Verarbeitung

Obwohl der jüngste Spross aus Maranello 6,3 Zentimeter tiefer als der F 599 GTB liegt, kommt im Cockpit kein Gefühl von Enge auf. Die Schalensitze sind bequem und durchaus für längere Strecken geeignet. Das Cockpit wirkt aufgeräumt und die Bedienung eingängig.

Die Verarbeitung ist solide und die Hebel und Schalter fühlen sich deutlich wertiger an als beim Vorgänger. Auch äußerlich ist der F12 Berlinetta eine gediegene Erscheinung. Der italienische Signore verzichtet auf jede Krawall-Optik. Spoiler? Fehlanzeige. Die Aerodynamik beschränkt sich auf eine intelligente Luftführung und eine kleine Kante am Heck.

Intuitive Lenkung

Bei aller Zurückhaltung kann der 1.525 Kilogramm schwere Ferrari auch anders. Steigt man auf das Gaspedal, stürmt der Sportler ungestüm nach vorne, sprintet innerhalb von 8,5 Sekunden aus dem Stand bis zur 200 km/h-Marke und dreht bis 8.250 U/min hoch.

Doch auch dann bleibt der F12 immer beherrsch- und berechenbar. Mit der direkten Lenkung wird jede Kurve zur Freude.

Das ist auf das gute Fahrwerk und auf das wirklich gute Dopplungsgetriebe, das die Gangwechsel sehr flott und quasi unmerklich durchführt, zurückzuführen. Auch das E-Differential an der Hinterachse, das bei Bedarf fast 100 Prozent der Antriebskraft auf ein Rad lenkt, hat seinen Anteil am guten Handling.

Top-Zeit in Firorano

Es geht aber auch anders. In der Race-Einstellung zeigt der kraftvolle Italiener sein Temperament. Doch dabei wird das Fahrwerk sehr hart und vor allem die Hinterachse fängt bei schlechten Straßen an, nervös zu tänzeln.

Das ist aber so gewollt. Wer Race will, soll - wenn es nach Ferrari geht - auf die Rennstrecke. Auch da ist der F12 Berlinetta ein Meister seines Fachs.

Der neue Top-Sportler umrundete die Teststrecke in Fiorano in 1,23 Minuten und ist damit der schnellste Ferrari mit Straßenzulassung. Klingt gut und ist nicht billig. Preis? Die "Kleinigkeit" von 319.396 Euro.

Stärken 

  • Agilität
  • schnörkelloses Design
  • klasse Doppelkupplungsgetriebe
  • Fahrbarkeit

Schwächen 

  • nervöse Hinterachse im Race Modus
  • Preis
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll