Citroën Grand C4 Picasso, 2. Generation

Citroën Grand C4 Picasso, 2. Generation

Ab ins Wochenende

Citroën nennt den neuen Familienlaster wieder Grand C4 Picasso. Der Franzose fährt sich handlicher, als man denkt.

27. September 2013

Da hat die Marketingbezeichnung wohl ein längeres Schläfchen eingelegt. Anders lässt sich der endlose Namenwurm kaum erklären, der bei Citroën Modellvarianten kennzeichnet: "C4" steht für die Kompaktklassebaureihe, "Picasso" für den entsprechenden Van-Ableger und "Grand" heißt schlicht, dass es sich um die Langversion handelt. So weit, so gut.

Doch es geht weiter: "HDI 150" zeigt, dass ein Dieselmotor im Vorderwagen werkelt, der 110 kW / 150 PS hat und der Annex "Blue" bedeutet, dass der Selbstzünder die strenge Euro-Norm-schafft. Noch Fragen?

Lang statt kurz

Dabei ist alles ganz einfach. Die Langversion des C4 Picasso sieht wegen des längeren Dachs und des geänderten Hecks anders aus und bietet mit einer Gesamtlänge von 4,60 Metern ein Plus von 17 Zentimetern. 2,84 Meter Radstand bedeuten mehr Platz im Fond und auf Wunsch eine dritte Sitzreihe, wo allerdings nur Kinder bis 1,50 Metern sitzen sollten.

Besser, man nutzt den Platz ganz hinten im Auto für das Gepäck. Hinter der auf Wunsch elektrisch öffnenden Heckklappe gefallen eine niedrige Ladekante und ein 645 Liter großer Laderaum. Die Zuladung des Franzosen: 640 Kilogramm.

Der Innenraum des Citroën Grand C4 Picasso bietet luxuriöse Platzverhältnisse für vier Personen. Vorausgesetzt, man kann sich mit den Komfortkopfstützen anfreunden, die bei groß gewachsenen Personen im Schulterbereich drücken und nur unzureichend zu verstellen sind. Eine längere Beinauflage würde dem Picasso ebenfalls gut stehen, und die optionale Massagefunktion der Frontsitze ist kaum zu spüren.

Ab der Ausstattungsvariante Insensive gibt es ein ordentliches Navigationssystem mit einem 12 Zoll großen Touch Screen, der sich leicht bedienen lässt.

Guter Topdiesel

Eine gute, aber teure Wahl ist der Euro-6-Diesel des HDI 150 Blue, der mit 110 kW / 150 PS und einem maximalen Drehmoment von 370 Nm bei 2.000 U/min ideal ist, um souverän auch längere Strecken zurückzulegen.

Angesichts der Dimensionen und der Möglichkeit, bis zu sechs Gäste mit auf große Fahrt zu nehmen, sollte es jedoch auch nicht viel weniger als dieser zwei Liter große Commonrail-Diesel sein. Im Normzyklus schafft er mit der empfehlenswerten Getriebeautomatik 4,5 Liter Diesel verbrauch und die strenge Schafstoffklasse Euro 6.

Von 0 auf Tempo 100 kommt der handgeschaltete Citroën Grand C4 Picasso Blue HDI 150 in etwas trägen 11,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit überzeugt mit 210 km/h mehr. Gerade im Leerlauf ist der neue Diesel kein Leisetreter und trägt eine spürbare Anfahrschwäche in sich.

Gelungene Abstimmung

Die Fahrwerksabstimmung des trotz der neuen EMP2-Plattform über 1,6 Tonnen schweren Fronttrieblers ist nicht so weich, wie man es erwartet hätte. Mit dritter Sitzreihe wiegt der Familienvan sogar über 1,7 Tonnen. Der Reisekomfort gefällt auch den Passagieren in der zweiten oder eben dritten Reihe.

Der Fahrer stört sich an einer allzu leichtgängigen Servolenkung und einer ungelenk anfedernden Vorderachse. Dafür halten sich Nick- und Wankbewegungen auch bei flotter Kurvenfahrt angenehm im Rahmen.

Einparken geht durch optionale Kameras rundum problemlos.

Strammer Preis

Für die meisten Kunden reicht die 1.000 Euro günstigere Variante des C4 Picasso aus. Hier tut es auch der kleinere 115-PS-Diesel, der in der sinnvollen Mindestausstattung Intensive ab 27.090 Euro kostet.

Der 150 PS starke Grand C4 Picasso Blue HDI 150 Intensive kostet als Handschalter mindestens 29.840 Euro.

Stärken 

  • gutes Platzangebot
  • umfangreiche Serien- / Sicherheitsausstattung
  • ordentliche Fahrleistungen

Schwächen 

  • hoher Preis
  • Federungskomfort Vorderachse
  • Platzangebot dritte Sitzreihe
  • hohes Gewicht
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff