Cadillac ATS

Cadillac ATS

US-Dreier greift an

Der Cadillac ATS soll die amerikanische Luxusmarke in Europa mit mehr Dynamik, mehr Kompaktheit und mehr Fahrspaß neu definieren. Besonders auf Kunden des BMW 3er hat der Mittelklasse-Cadillac es abgesehen.

27. August 2012

Cadillac will Europa und insbesondere nicht Deutschland kampflos verloren geben. Nach vielen vergeblichen Anläufen versuchen es die Amerikaner mit dem ATS nun kompakter und amerikanischer als je zuvor. Besonders auf die leistungsstarken Versionen des BMW 3ers hat man es dabei abgesehen. Der 4,64 Meter lange Cadillac ATS soll so fahren, wie er aussieht: sportlich, kraftvoll und individuell.

Dynamik und Luxus

Der Cadillac versucht es mit europäischen Tugenden. Die serienmäßigen Ledersitze lassen sich exzellent verstellen und bieten mit entsprechender Konturierung den Seitenhalt, den man von einer sportlichen Mittelklasselimousine erwartet.

Vorne sitzt der ATS wie ein schneidiger Maßanzug; hinten wird es für die Knie knapp und eine dritte Person hat in der Fondmitte keine Chance.

Höhepunkt im Innern ist der große TFT-Bildschirm. Hier lassen wie bei einem hoch auflösenden iPad alle wichtigen Funktionen bedienen.

Auch bei den Fahrerassistenzsystemen liegt der Cadillac ATS auf dem Niveau der Konkurrenz. So gibt es auf Wunsch Allradantrieb, Abstandstempomat, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Rückfahrkamera, Fernlichtautomatik oder ein Head-Up-Display.

Vier und sechs Zylinder

Der kraftvolle Sechszylinder leistet 239 kW / 321 PS und ein maximales Drehmoment von 373 Nm. 0 auf Tempo 100 erledigt der 1,6 Tonnen schwere Amerikaner in 5,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt.

Der Motor nimmt Gasbefehle spontan an und gefällt insbesondere im mittleren Drehzahlbereich mit großer Laufruhe. Eine gewisse Trägheit kann er trotzdem nicht überspielen. Das liegt in erster Linie an einer sechsstufigen Getriebeautomatik, die gerade in Sachen Fahrdynamik Wünsche offen lässt.

Beim Verbrauch machen sich Saugertechnik, Hubraum und die Automatik negativ bemerkbar. Unter zwölf Litern ist kaum etwas zu machen.

Für Europa wird es eine ATS-Einstiegsversion mit zwei Litern Hubraum, Turbo und vier Zylindern geben. Er leistet 203 kW / 273 PS und ein maximales Drehmoment von 273 Nm. Bei der Beschleunigung 0 auf Tempo 100 und der Höchstgeschwindigkeit liegt der Vierzylinder kaum hinter der Topversion mit V6-Saugmotor zurück; soll jedoch mit weniger als zehn Litern auskommen.

Messerscharfe Lenkung

Das Fahrwerk des ATS ist straff, jedoch nicht zu hart und kann sich durchaus gegen die starke inländische Konkurrenz behaupten.

Ebenso wie im Hause BMW liegt die Gewichtsverteilung des ATS bei neutralen 50:50. Das macht den Amerikaner zusammen mit seinem geringen Leergewicht von 1,6 Tonnen agil und kompakter als er real ist. Während an der Vorderachse McPherson-Federbeine verbaut sind, gibt es hinten erstmals bei Cadillac eine Fünflenker-Achse mit Leichtbaukomponenten.

Die Lenkung ist insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten zu spitz und lässt es an Autobahn-Komfort vermissen.

Günstiger US-Preis

Das Topmodell Cadillac ATS 3.6 AWD kostet mit Komplettausstattung 42.000 Dollar - umgerechnet 35.000 Euro. Das wäre gegen die Topmodell von Audi A4 3.0 TFSI quattro, Mercedes C 350 4matic und BMW 335i xDrive eine Kampfansage.

Mit dem kleineren Vierzylinder dürfte der ATS in Deutschland bei rund 35.000 Euro starten.

Stärken 

  • gute Fahrleistungen
  • sehr gute Serienausstattung
  • optionaler Allradantrieb
  • fairer Preis

Schwächen 

  • zu spitze Lenkung
  • wenig Platz im Fond
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff