Nichts zu machen

Cadillac CTS 2.0

Nichts zu machen

Selten dürfte es eine Oberklasselimousine so schwer gehabt haben, wie der neue Cadillac CTS. Der ist nicht nur optisch eine echte Alternative zu 5er, A6 und E-Klasse. Doch kaufen dürfte ihn kaum jemand.
28. März 2014 Man kann fast schon Mitleid haben. Cadillac hat sich bei der Entwicklung alle Mühe gegeben. Styling, Technik, Qualität und Reisekomfort. Doch es wird trotzdem nicht reichen, am Thron der deutschen Platzhirsche zu kratzen. Denn die Amerikaner machen einige schmerzhafte Stockfehler. So gibt es den neuen CTS nur als Limousine und zudem nur als Vierzylinder. Der CTS der dritten Generation hat ein beeindruckendes Äußeres, allem voran sorgen die charakteristischen Winkellinien vorne und hinten für einen imageträchtigen Auftritt. Obwohl zwölf Zentimeter länger geworden, speckte der CTS durch die Verwendung von Leichtbaumaterialien um knapp 130 Kilogramm auf 1,7 Tonnen ab.

Nur vier Zylinder

\"Europa ist das Epizentrum des Luxus in der ganzen Welt und daher ist es wichtig, für Cadillac in dieser Region präsent zu sein\", erklärt Tom Anliker, Geschäftsführer von Cadillac Europe, warum Cadillac in Europa bleibt - vor allem nach der Chevrolet-Entscheidung, Europa zu verlassen. Fahrer und Copilot können sich auf ein ebenso modernes wie aufgeräumtes Cockpit mit kompletter Animation freuen, dessen Bedienelemente bequem zu erreichen sind. Gut im Blick: das Head-Up-Display. Die eigenen Finger hinterlassen auf den glänzenden Oberflächen jedoch allzu schnell unschöne Abdrücke. Die vielfach einzustellenden und klimatisierten Sitze sind nicht nur auf langen Autobahnstrecken eine Wohltat, der man sich ungern wieder entziehen möchte. Im Fond gibt es etwas weniger Beinfreiheit als im Klassenprimus BMW 5er, was nicht zuletzt in dessen sechs Zentimetern mehr Radstand begründet ist. Und wirklich bequem geht es in der zweiten Reihe schon durch den breiten Mitteltunnel nur zu viert zu. Immerhin sind die Rücksitze höher positioniert, was den Fondpassagiere eine bessere Sicht nach vorn garantieren soll. Das Ladevolumen liegt bei etwas knapp bemessenen 447 Litern.

Komfortables Fahrwerk

Der einzige Motor ist ein zwei Liter großer Vierzylinderturbo mit 203 kW / 276 PS und 400 Nm. Doch der allemal drehfreudige Vierzylinder ist zu wenig für ein Fahrzeug dieser Klasse auch wenn 240 km/h Spitze und 0 auf Tempo 100 in 6,6 Sekunden ordentliche Werte sind. Der Verbrauch des Hecktrieblers: mäßige 8,5 Liter. Es fehlt dem klein gewachsenen US-Triebwerk die Rafinesse und die Souveränität, die nur ein Sechs- oder Achtzylinder bieten kann. Auch die von Bose entwickelte Geräuschunterdrückung kann einem am Steuer nicht vorgaukeln, mit mehr als den bekannten vier Brennkammern unterwegs zu sein. Daran ändert auch die ordentliche Sechsgang-Automatik nichts, deren manuelle Schaltebene im CTS schlicht zur Arbeitslosigkeit verdammt ist.

Bei 50.000 Euro geht es los

Das Fahrwerk des CTS ist mit einer Magnetdämpfung ausgestattet, die sich in den drei Modi Tour, Sport und Weather den Wünschen des Fahrers anpasst. Das variable Systemgreift in Lenkverhalten, Dämpfung, Motorsound und die Kraftübertragung ein. Allerdings ist die Unterscheidung zwischen den beiden Hauptmodi Tour und Sport allzu gering und daher alles andere als notwendig. Zudem fehlt ein individuell einstellbares Fahrprogramm. CTS- Entwicklungsingenieur Blaine Heavener begründet das \"mit Gründen der Einfachheit\". Ansonsten präsentiert sich das Fahrverhalten des Cadillac CTS sehr ausgewogen. Je nachdem, ob man sich für Heck- oder Allradantrieb entscheidet, ist due Gewichtsverteilung nahezu ausgeglichen.
Die Preise für den in den vier Ausstattungsvarianten Elegance, Luxury, Performance und Premium erhältlichen CTS beginnen bei 49.900 Euro. Dafür gibt es Annehmlichkeiten wie Magnetfederung, Teilledersitze, klimatisierte Sitze und mehr. Für 2.500 Euro Aufpreis gibt es einen Allradantrieb. In den beiden Topmodellen ist das Navigationssystem Serie; bei Elegance und Luxury kostet es nicht einmal 1.000 Euro Aufpreis.
Text: Press-Inform / Joaquim Oliveira