BMW X5 50i, F15

BMW X5 50i, F15

Kein i für ein X

Der BMW X5 ist einer der Bestseller im Modellprogramm der Münchener. Jetzt soll die dritte Generation die Erfolgsgeschichte fortsetzen.

28. August 2013

Bei BMW dreht sich in den letzten Wochen alles um die elektrifizierten Mobile i8 und i3. So scheint es zumindest. Jetzt steht der Modellwechsel eines der wichtigsten Autos der Münchener an: dem X5.

Seit 1999 wurde das SUV weltweit über 1,3 Millionen Mal verkauft. Die gesamte X-Familie macht ein Drittel des gesamten Umsatzes des Premium-Autobauers aus.

Innenraum-Qualitäts-Offensive

BMW gibt sich in letzter Zeit größte Mühe, dem Innenraum der Autos Qualität einzuhauchen. Zum größten Teil gelingt das auch. Feines Leder, bequeme Sportsitze, Klavierlack-Elemente und Applikationen mit verschiedenen Materialien verströmen Wertigkeit.

Kleine Fehler fallen dennoch auf: Die Belüftungshutzen links und rechts unter der Frontscheibe sind nicht ganz exakt eingepasst, und in der Hecklappe ist die Plastikleiste klapprig. Die versenkbaren Haken sind nicht sauber entgratet.

Bei einem Preis von mindestens 78.800 Euro für den gefahrenen BMW X5 50i sollten solche Nachlässigkeiten nicht vorkommen.

Bedienung setzt Maßstäbe

Die Bedienung setzt nach wie vor Maßstäbe. Neuerdings gibt es auch einen Knopf, mit dem man alle Komfort-Assistenzsysteme, wie zum Beispiel den Spurwechselwarner mit einem Knopfdruck aktivieren kann.

Da der X5 grundsätzlich auf der Architektur des Vorgängers basiert, sind die Maße nur wenig verändert. Das SUV ist jetzt 4,89 Meter lang (+3,2 Zentimeter), 1,94 Meter breit (+ 0,5 cm) und 1,76 Meter hoch. Das resultiert in etwas mehr Platz auf der Rückbank und einem Kofferraum-Volumen von 650 bis 1.870 Litern.

Die zweitgeteilte Heckklappe und der leicht ansteigende Boden erleichtern das Beladen des Gepäckabteils. Allerdings gibt es keinen Hebel, um die Rücklehnen der hinteren Sitze mit einer Handbewegung umzulegen, ebenso wenig wie eine Öffnung der Heckklappe nach Fußbewegung.

Betonte Sportlichkeit

Beim Outfit setzt der BMW X5 auf betonte Sportlichkeit: breite Nieren, schmale Scheinwerfer und LED-Augenbrauen sorgen dafür, dass das weißblaue SUV schon von Weitem auffällt.

Der bekannte V8-Biturbo-Motor mit 450 PS passt ziemlich gut zu dem dynamik-orientierten Auftritt. Vor allem die Laufruhe und die Freude, mit der das Triebwerk jede Bewegung des Gaspedals in Vortrieb umsetzt, begeistert. Kein Wunder, bei einem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern.

Schon nach fünf Sekunden ist die 100-km/h-Marke geknackt, und erst bei 250 km/h schiebt die Elektronik der Schnelligkeit einen Riegel vor.

Bei ersten recht gemäßigten Testfahrten verbrauchte der Top-Benziner 12,6 l. Wer es etwas gemütlicher will, ist mit dem 258-PS-drei-Liter-Diesel sehr gut bedient, der es auf 7,6 l brachte. Alle, die auf Allradantrieb verzichten können, werden sich gegen Ende des Jahres auf die Heckantrieb-Version mit dem 2,0-Liter-Selbstzünder freuen, der noch sparsamer sein wird.

Neues Fahrwerk

Das Fahrwerk wurde in großen Teilen runderneuert. "Ein Sportfahrwerk ergibt bei einem Auto wie dem X5 keinen Sinn. Wir wollen entspannt dynamisches Fahren garantieren", erklärt Fahrwerk-Entwickler Jürgen Brack.

Was wurde geändert? Eine komplett überarbeitete Vorderradaufhängung sorgt trotz der recht harten rollwiderstandsarmen Reifen für einen erhöhten Abrollkomfort, der sich auch durch leisere Akustik und bessere Spurtreue bemerkbar macht.

Fahrdynamisch überzeugt der BMW

Mit dem adaptiven Fahrwerk Professional, das über eine Wankstabilisierung und mechanisches Torque Vectoring an der Hinterachse verfügt, pfeift der 2.175 Kilogramm schwere BMW um die Ecken, dass es eine wahre Freude ist. Allerdings kostet der Spaß 5.100 Euro Aufpreis.

Mit dem Komfort-Fahrwerk, das 3.300 Euro billiger ist und nicht über diese beiden Extras verfügt, geht es immer noch recht schnell in die Kurven. Zwar neigt sich das SUV dann etwas, aber die Dynamik ist durchaus ausreichend. Dafür ist der Komfort einen Schuss besser, den man mit den adaptiven Dämpfern nach eigenem Gusto nachjustieren kann.

Die beim X5 neue elektromechanische Lenkung hilft beim präzisen Zirkeln.

Fazit

Fahrdynamisch überzeugt der BMW X5 auf ganzer Linie. Ob es wirklich die Version mit dem V8-Motor sein muss, muss jeder für sich entscheiden. Der Dreiliter-Diesel gibt ebenfalls eine sehr gute Figur ab, und das Fahrwerk ist auch ohne die Sportzutaten sehr ausgewogen.

Stärken 

  • Platz
  • Lenkung
  • Agilität
  • Motor

Schwächen 

  • Verarbeitung
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll