BMW M135i, F21

BMW M135i, F21

Bayern-GTI

Audi S3 und VW Golf R können sich warm einpacken. Der BMW M 135i donnert ihnen ab Herbst um die Ohren - auf Wunsch sogar mit Allradantrieb.

9. Juli 2012

BMW weitet seine M-Light-Familie aus. Nachdem der Dreifach-Turbo in den Dieselmodellen M550d xDrive sowie in X5 und X6 für Aufsehen sorgte, ist der M135i das erste M-Performance-Modell mit Benzinmotor. Drei Liter Hubraum, Turbo, 320 PS und jede Menge Fahrspaß. Bitte einsteigen.

Der Fahrer genießt derweil die gute Sitzposition in den Sportstühlen und hat das Geschehen bei jeder Fahrweise entsprechend sicher im Griff. Auf dem großen Bildschirm oberhalb der Mittelkonsole lassen sich nicht nur Navigation, Soundsystem und Bordcomputer, sondern auch die aktuellen Leistungsdaten abrufen. Spielerei, aber bei einem solchen Sportmodell eine nette Dreingabe.

Im Gegensatz zum BMW 1M Coupé hat der Kunde beim M135i nicht nur die Wahl zwischen Hinter- oder Allradantrieb, sondern auch zwischen Drei- oder Fünftürer. Der Laderaum fasst 350 bis 1.200 Liter.

Zurückhaltender Renndress

Der BMW M135i sieht kaum anders aus als ein gewöhnlicher 120d. Die Nebelleuchten sind futsch, dafür gibt es größere Lufteinlässe und dunkle 18-Zöller, einen größeren Schwellersatz und ein Sportinterieur, das sich ebenfalls zurückhält.

Wer den drei Liter großen Reihensechszylinder startet, schaut ebenfalls leicht verwundert. Ein sanftes Grummeln wie von einem normalen Triebwerk zieht sich in das geneigte Gehör. Im Stand gibt der aktuell stärkste 1er nicht viel her. Anders sieht es aus, wenn man auf die Landstraße abgebogen ist.

Jetzt geht's los

Die Leistungsdaten sind nicht ganz auf der Höhe des BMW 1M Coupé, doch allemal beeindruckend. So leistet der BMW M135i 235 kW / 320 PS und 450 Nm maximales Drehmoment ab niedrigen 1.300 Touren.

Auf der Autobahn wird der Tatendrang bei 250 km/h eingegrenzt. Verstehen muss man das bei einer Sportversion nicht.

Je nachdem, ob Sechsgang-Handschaltung oder Achtgang-Automatik schafft der 135i mit dem M vor der Nomenklatur den Spurt 0 auf 100 km/h in 4,9 bis 5,1 Sekunden. Der Normverbrauch: 7,5 bis 8,0 Liter.

Griff in den Asphalt

Dass der Reihensechszylinder zum Besten gehört, was BMW im Schrank hat, ist nicht neu. Doch es ist einmal mehr beeindruckend, wie drehfreudig sich das Dreilitertriebwerk mit Turboaufladung auf der Straße bewegen lässt. Geradezu spektakulär dabei, wie bissig der 1,5 Tonnen schwere Bayer seine üppige Motorleistung über die 18-Zöller auf die Straße bannt. Hier sieht die Konkurrenz mit Front- oder Allradantrieb hinterher.

Und wenn es auf heimischem Terrain doch einmal öfter rutschig werden sollte, ist der M135i auch als Allradversion zu bekommen. Angesichts dieser Leistungsreserven keine schlechte Alternative. Dabei liefert das stramme Fahrwerk im elektronisch einstellbaren Sportmodus eine ebenso gelungene Vorstellung ab wie die präzise Lenkung. Hier leistet die umfangreich überarbeitete Zugstreben-Federbeinachse mit Doppelgelenken ganze Arbeit.

Mit einem Einstandspreis von 39.500 Euro ist der BMW M135i als Handschalter rund 10.000 Euro günstiger als einst das begehrte 1M Coupé. Dafür gibt es weniger Sportlichkeit, mehr Zurückhaltung und allemal noch mehr als genügend Fahrspaß.

Der 44.000 Euro teure Allradler, der ausschließlich als Automatikversion erhältlich ist, dürfte ein echter Kauftipp sein.

Stärken 

  • drehfreudiger Sechszylinder
  • gute Fahrleistungen
  • straffes Sportfahrwerk
  • präzise Lenkung

Schwächen 

  • mäßige Serienausstattung
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff