Fahrbericht BMW 228i Cabrio

Schnelles Stoffdach, schnelles Auto

Flotter 2er für 4

Vorfreude auf den Frühling: Mit dem Zweier-Cabrio lässt BMW den Nachfolger des erfolgreichen Einsers von der Kette. Das Dach öffnet in 20 Sekunden, und in maximal 5 Sekunden fliegt der Turbobenziner von 0 auf 100 km/h.

3. Februar 2015

„Das Zweier-Cabrio ist deutlich gewachsen“, erklärt BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Im Vergleich zu seinem 1er-Ahnen gibt es beim BMW 228i Cabrio einen Längenzuwachs von 7,2 Zentimetern. Das klingt in einer Zeit, in der jeder Modellwechsel hinsichtlich der Abmessungen einem Segmentwechsel gleichkommt, fast schon bescheiden

Mit der Einführung des neuen Freiluftsportlers bringt der Münchener Autohersteller nun auch seine Cabrio-Nomenklatur ins Lot. Denn mit neben dem Sechser und dem Vierer ist mit dem Zweier die Reihe der geraden Cabrios komplett.

Ab Ende Februar pünktlich zur Cabrio-Saison kommt der Hecktriebler auf die Straße. Er dürfte sich einer ähnlich großen Beliebtheit wie das Zweier Coupé erfreuen, denn der offene Viersitzer ist ein wahrer Spaßmacher. Über 130.000 Kunden können sich nicht irren. Das Einser-Cabrio war und ist ein Erfolgsauto.
 

 
 

245 PS ab 39.550 Euro

Und so dürften sich selbst zahlreiche Interessenten des 4er Cabrios überlegen, ob der nach wie vor mit einer standesgemäßen Stoffmütze ausgestattete 2er nicht die bessere, weil emotionalere Wahl ist. Und wer genau hinschaut: Der neue kleine Bayer wirkt auf den ersten Blick gar nicht mal so klein. Und das, obwohl er ab sofort das kleinste Cabrio der Marke ist – den offenen Mini einmal außen vor.

Die 2er-Front wirkt massiver und aggressiver als beim Vorgänger. Ins Gepäckabteil passen mit seinen 335 Litern auf Wunsch fünf Flaschenkisten hinein – vorausgesetzt, das Stoffverdeck ist geschlossen. Sollte dies nicht der Fall sein, reicht entweder – bis Tempo 50 – ein Knopfdruck oder ein Klick auf der Fernbedienung, um diesen Zustand zu ändern.

Platz bietet der Zweitürer für vier Personen, sofern die beiden Rückbänkler keine allzu großen Platzansprüche an den Tag legen. Bei gutem Wetter wäre zumindest die Kopffreiheit kein Thema mehr, denn das Akustik-Stoffverdeck ist im Nu zusammengefaltet und gibt dann den Blick zum Himmel frei. Allerdings bietet der um 7,2 Zentimeter in der Länge gewachsene BMW auch im geschlossenen Zustand mehr als ausreichend Kopffreiheit.

Sportlich durch und durch

Die Zauberei mit der Fernbedienung ist zwar Biergarten-tauglich (und damit für geborene Angeber ein Traum-Feature), funktioniert allerdings nur in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug, da der Verschluss-Mechanismus über keinerlei automatische Stoppfunktion verfügt – anders als zum Beispiel bei Fenstern oder Schiebedächern. Mal eben lässig von der Bar aus das Dach zumachen, geht daher nicht.

Nah genug dran oder drin, ist 20 Sekunden später die Vorführung vorüber. Bemerkenswert fanden wir auch beim neuen Sportler, dass unter der schwarzen Haube Fahrer mit bis zu zwei Metern Gardemaß keinerlei Stoff-Kontakt bekommen. Die Ergonomie passt wirklich vorbildlich, und die Sportsitze sind exzellent. Hinzu kommt die angenehm ruhige Atmosphäre im 2er-Innenraum, den man bestens zum Coupé kennt. Hier haben auch die Akustik-Designer des 228i Cabrios überzeugende Arbeit geleistet.

Den Antrieb besorgt im 228i Cabrio ein 2,0 Liter großer Vierzylinder- Benzinmotor. 245 PS und 350 Newtonmeter werden per optionalem Achtgang-Steptronic-Getriebe recht direkt an die Hinterachse geleitet. Fünf Sekunden vergehen bis Tempo 100; bei 250 km/h ist automatisch Schluss. 6,6 Liter auf 100 Kilometern beträgt der Durchschnittsverbrauch, dieser Wert ist als akademisch anzusehen.

Frontantrieb kein Tabu mehr

Dieses Aggregat kann nämlich mächtig aufdrehen, und das macht natürlich Riesen-Spaß. Per optionaler Achtgangautomatik wird die Leistung an die Hinterräder geleitet. Wer die Traktionskontrolle per Knopfdruck in den Tiefschlaf versetzt, kann mit einem kurzen Gasstoß im Nu die Fahrtrichtung um 180 Grad verändern. Wir raten zum vorsichtigen Gebrauch.

Der 1,6 Tonnen schwere Viersitzer kann aber nicht nur mit Schwung auf der Stelle drehen, sondern geht auch geradeaus flott ab. Dank des Heckantriebs, der im Nachfolgemodell eventuell gegen einen Frontantrieb getauscht werden soll, lässt sich mit dem neuen 228i Cabrio unverschämt das Leben genießen.

Die Lenkung und das Fahrwerk arbeiten gewohnt präzise und fein abgestimmt. Die Dämpfung lässt sich zwar regulieren, doch ist sie eher auf Sport als auf Komfort getrimmt.

Fahrwerk lässt sich noch strammer machen

Lenkung, Bremsen und Schaltung sind nicht nur in diesem Segment eine Klasse für sich. Das stramme Fahrwerk lässt sich auf Knopfdruck noch strammer oder komfortabler machen; ganz nach Wunsch des Piloten und dem entsprechenden Tatendrang.

Zumindest beim 326 PS starken Topmodell des BMW M 235i Cabrio gibt es auf Wunsch einen Allradantrieb. Der wird sich mit seinen launig brummenden sechs Zylindern jedoch nicht mit nur 6,6 Litern Super auf 100 Kilometern zufrieden geben, wie sein kleiner Bruder, der 228i.

Wer das neue 228i Cabrio sein Eigen nennen möchte, muss mindestens 39.550 Euro auf den Tisch legen. Dafür bekommt der sportliche BMW-Kunde allerdings jede Menge Fahrspaß und eine schicke Karosserie auf den Hof gestellt.

Weitere Informationen in der Bildergalerie.

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Text: Press-Inform / Marcel Sommer