Bentley Continental GT V8 S Cabrio

Bentley Continental GT V8 S Cabrio

Detailtuning

Bentley erweitert die Modellpalette des Continental GT V8. Jetzt gibt es ein Modell, dass den Buchstaben "S" trägt und 21 PS mehr hat als die Basis-Variante. Reicht das?

12. Februar 2014

Nur 21 Mehr-PS gegenüber der Basis-Version des Bentley Continental V8 lesen sich jetzt erstmal überschaubar. Da werden sich manche fragen, ob die paar Pferdestärken mehr gleich ein neues Modell bedürften und dann noch mit dem Buchstaben "S". Bei Motor und dem Fahrwerk gab es größere Änderungen.

Um die Leistung nach oben zu schrauben, erhöhten die Bentley-Techniker den Druck des Turbo-Laders um 0,1 Bar und installierten eine Auspuffanlage, die weniger Gegendruck sowie einen herrlich bös-bollernden Sound erzeugt. Beim Fahrwerk legten die Ingenieure ebenfalls umfassend Hand an: Lagerbuchsen, der Querstabilisator und die Federn wurden alle versteift beziehungsweise härter gemacht. Außerdem fliegt der Bentley Continental GT V8 S einen Zentimeter tiefer über den Asphalt.

Neu abgestimmtes ESP

Ungeachtet der moderaten Leistungssteigerung passt das Triebwerk sehr gut zum Continental GT. Mit 528 PS und einem maximalen Drehmoment von 680 Newtonmetern ist immer genug Dampf im Kessel. Das doppelt aufgeladene V8-Triebwerk steht stets Gewehr bei Fuß und katapultiert das Cabrio in lediglich 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Dazu passt auch die Höchstgeschwindigkeit von 308 km/h. Ganz ordentlich.

Damit diese Leistung auch dementsprechend abgerufen werden kann, hat die Truppe um Baureihenleiter Paul Jones auch das Sport-Fahrprogramm etwas nachgeschärft: Die Gänge werden länger gehalten, die Gaspedal-Kennlinie ist noch etwas aggressiver ausgelegt und das ESP greift später ein.

Große Bremsscheiben

Dazu braucht es aber auch eine angemessene Verzögerung. Die kräftigen Karbon-Keramik-Bremsen mit riesigen Bremsscheiben kosten 12381,95 Euro Aufpreis. Bei einem derart wertvollen Auto und einem recht hohen Gewicht ist das gut angelegtes Geld.

Dass sich der Bentley-Continental auch über längere Strecken kommod und entspannt bewegen lässt, liegt unter anderem an den sehr bequemen Sportsitzen.

Dass der Nobel-Brite ein echtes Fahrer-Auto ist, merkt man auch an den fehlenden Assistenzsystemen: Einen Spurwechsel-Warner sucht man beispielsweise vergebens im Aktivierungs-Menü. Immerhin ist ein adaptiver-Tempomat darin enthalten.

60 Prozent auf die Hinterräder

Der Allradantrieb mit dem Torsen-C-Mitteldifferential leitet 60 Prozent der Kraft auf die Hinterräder, ist also hecklastig ausgelegt und passt zum Bentley Continental GT. Das tut der Agilität spürbar gut. Das neue Continental-Modell flitzt agil um die Ecken.

Wenn sich der Grenzbereich nähert, zeigt sich allerdings, dass auch ein noch so ausgefeilter Allradantrieb knapp 2,5 Tonnen Gewicht nicht dauerhaft kaschieren kann. Dann nämlich schiebt der edle Brite ganz unmajestätisch über die Vorderräder.

Die in vier Stufen manuell justierbaren Dämpfer lassen dem Fahrer die Wahl, wie er sein Gefährt abstimmen will - sportlich straff oder eher kommod. Auch die Lenkung ist gelungen. Mit ihr lässt sich das Nobel-Cabrio präzise um die Ecken zirkeln. Auch wenn die Verwindungssteifigkeit der Oben-Ohne-Version nicht so hoch ist wie die des Coupés.

Äußerliche Retuschen

Ein paar äußerliche Retuschen gibt es natürlich: Unter anderem einen speziellen Front-Spoiler, vier Auspuffendrohre von denen jeweils zwei die Zahl acht bilden und spezielle 20-Zoll-Reifen.

Im Cockpit fallen die schönen Klavierlackapplikationen, die chrombedampften Drehknöpfe, die den guten Audi-Einfluss zeigen, und das träge Navigationssystem mit veralteter Grafik auf. Bei einem Auto, das mindestens 198.373 Euro kostet, sollte ein modernerer Lotse drin sein.

Stärken 

  • sonorer Sound
  • variable Dämpfer nach Gusto einstellbar
  • kräftiger Motor

Schwächen 

  • schiebt im Grenzbereich über die Vorderräder
  • Gewicht
  • Navi nicht mehr zeitgemäß
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller