Audi RS7 Sportback, Typ 4G

Audi RS 7 Sportback, Typ 4G

Kräftige Alternative

Statt einer RS6 Limousine verwandelt Audi den A7 Sportback in den RS7 Sportback.

5. Juli 2013

Wer einen RS7 Sportback fährt, legt Wert auf Design. Die Praktikabilität steht erst an zweiter, wenn nicht gar dritter Stelle. Also ist es kein Wunder, dass er den Nutzlast-Vergleich zum RS6 Avant nicht für sich entscheiden kann.

Ein Fassungsvermögen von 535 l bis maximal 1.390 Liter stehen 565 Liter bis 1.680 beim Audi RS6 Avant gegenüber.

Immerhin, auch im RS7 lässt sich auf den hinteren Plätzen gut reisen. Natürlich fällt groß gewachsenen Menschen über 1,90 Meter das Dach schneller auf den Kopf als beim Bruder-Modell.

Feines Interieur

Das Interieur ist auch beim RS7 Sportback typisch Audi. Die sehr gute Verarbeitung, die feinen Materialien und die gute Ergonomie gehören bei den Ingolstädtern seit einiger Zeit zum guten Ton. Das darf man für diesen Preis auch verlangen.

Positiv ins Auge stechen noch die dreidimensionalen Rundinstrumente und die Gang-Blitz-Anzeige im Head-up-Display, das in bester Formel-1-Manier den perfekten Zeitpunkt zum Hochschalten signalisiert.

Polarisierendes Design, bekannte Technik

So überzeugend der Innenraum, so polarisierend ist das Design des RS 7 Sportback. Manche erkennen eine gelungene Neuinterpretation des klassischen Audi 100 Coupés, die anderen reiben sich am zerklüfteten Heck.

Die Technik des RS7 Sportback ist weitgehend identisch mit der des Audi RS6 Avant: Also schöpft auch im Audi RS7 Sportback ein Biturbo-V8 aus vier Litern Hubraum knackige 560 PS, um den coupéhaften Audi in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h zu katapultieren.

Das verdankt der Wagen einem maximalen Drehmoment von 700 Newtonmetern, das bereits bei 1.750 U/min bereit steht. Damit hat der RS7 Sportback auch unten heraus einen kräftigen Wumms.

Über 300 km/h nur gegen Aufpreis

Wenig verständlich ist die Preisgestaltungs-Politik der Ingolstädter: Um sich bei der Höchstgeschwindigkeit im Bereich eines Porsche Panamera zu bewegen, muss die erste Stufe des Dynamikpakets für 3.500 Euro geordert werden. Dann geht der RS7 bis 280 km/h, obendrauf gibt es unter anderem noch das Quattro-Sportdifferenzial und ein Sportfahrwerk mit variablen Dämpfern.

Die nächste Stufe wird mit dem Dynamikpaket plus gezündet: Da überspringt der Audi RS 7 Sportback die 300-km/h-Grenze (305 km/h). Zudem sind dann Keramikbremsen verbaut. Der Preis? Knackige 11.400 Euro, die sich zu einem Grundpreis von 113.000 Euro addieren.

Wer sich das Geld sparen will, kommt auch mit dem Serienfahrwerk inklusive Luftfederung gut zurecht.

Marginale Unterschiede

Die technischen Unterschiede zum RS6 Avant sind marginal, machen sich aber durchaus bemerkbar: Bei identischem Radstand von 2,92 Metern hat der RS7 Sportback kürzere Überhänge, eine etwa um drei Zentimeter breitere Spur und ist um 15 Kilogramm leichter. Auch der Schwerpunkt liegt einen Schuss tiefer. Diese Kombination gibt dem RS 7 einen Vorteil bei der Agilität.

Die Achslastverteilung von 56 Prozent vorne und 44 Prozent hinten kommt dem paritätischen Ideal schon näher als in der Vergangenheit.

Kurven umrundet der RS7 eben einen Hauch geschmeidiger als der Kombi-Bruder. Die Dynamiklenkung ist dagegen nur etwas für langgezogene Kurven. Bei vielen Kehren ist sie schwergängig und auf lange Sicht nur etwas für Fahrer mit rennsport-trainierten Oberarmen.

Bellen und Trinken

Akustisch sorgt das V8-Kraftwerk für die angemessene Geräuschkulisse, garniert mit bellendem Zwischengas beim Runterschalten.

Bei so viel Schmalz ist auch der Durst dementsprechend: Wer den RS7 Sportback einigermaßen schnittig fährt, kann den angegebenen Normverbrauch von optimistischen 9,8 l/100 km mal entspannt vergessen.

Unter dem Strich sind es gut fünf Liter mehr. Was für ein Auto dieser Leistungsklasse immer noch in Ordnung ist.

Stärken 

  • gelungenes Cockpit
  • in Anbetracht des Gewichtes recht agil
  • kraftvoller Motor

Schwächen 

  • Freischaltung der Höchstgeschwindigkeit nur gegen Aufpreis
  • Dynamiklenkung zu schwergängig und ruppig
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll