Fahrbericht: Audi A3 Typ 8V Facelift

Facelift für die 3. Generation des kompakten Audi

A3 mit drei Zylindern

Sieht fast so aus wie bisher: Der kompakte Audi A3 erhält ein Facelift, das im Wesentlichen hinter der Kulisse spielt. Es gibt neue Motoren, mehr Ausstattung und neue Assistenten.
 

 
 
  • Zum Facelift erhält die 3. Generation des Audi A3 neue Benzinmotoren.
  • Erstmals gibt es einen Dreizylinder-Motor, der bereits im Golf läuft.
  • Der Zweiliter-Motor im S3 erhält eine Leistungssteigerung auf 310 PS.

Der A3-Preis steigt um 500 Euro

Auch der A3 ist nun reif für drei Zylinder: Ein halbes Jahr nach dem Golf erhält der Kompakte aus Ingolstadt ebenfalls den 1,0 Liter großen TSI. Der Einstiegsmotor startet im Juli 2016. Dafür fällt der 1,2 Liter große Vierzylinder, der ebenfalls 110 PS leistet und bisher die Einstiegsmotorisierung bedeutete, aus dem Programm.

Und so geht es weiter: Das Facelift für die 3. Generation, werksintern 8V genannt, berührt vor allem innere Werte des Kompaktautos, nämlich Motoren und Ausstattung. Die wird für die Serie leicht aufgewertet; sie umfasst nun auch Xenon-Scheinwerfer sowie das ausfahrbare Display. Außerdem gibt es neue Sicherheitsassistenten.

Parallel wird der A3 teurer: Der Basispreis beim A3 steigt um 500 auf dann 23.300 Euro. Ob sich das lohnt, zeigt eine erste Ausfahrt mit dem Dreizylinder-A3.

Doppelkupplungsgetriebe schließt Turboloch

Dort überzeugt der neue Basis-A3: Der Dreizylinder ist nicht nur leichter, er fühlt sich auch so an. Wo der 1,2 Liter große Vorgänger müde und träge wirkte, dreht der 20 Prozent kleinere Block im 1,2 Tonnen schweren A3 tapfer hoch.

Genug Kraft liefert er bei etwa 1.500 Umdrehungen, darunter gähnt ein spürbares Turboloch. Wer das Doppelkupplungsgetriebe für 1.900 Euro Aufpreis dazu kauft, erspart sich diese lahmen Phasen beinahe vollständig.

Doch egal, ob mit Automatik oder Schaltgetriebe – sparsam ist der Dreizylinder auf jeden Fall: Nach NEFZ-Norm sollen bis zu 4,5 Liter auf 100 Kilometer erreichbar sein. Auf unserer Testrunde schaffte der A3 immerhin 5,6 Liter auf 100 Kilometer. Audi ersetzt mit dem Mini-Motor noch eine weitere Maschine: Vom 1,4 Liter großen Vierzylinder entfällt die kleinste Ausführung mit 125 PS in Dreitürer, Sportback und Limousine.

Top-Benziner verbraucht weniger als vorher

Auch bei den größeren Motoren tut sich einiges: Der stärkste Benzinmotor hat nicht mehr 1,8, sondern nun 2,0 Liter Hubraum, die Leistung steigt um 10 auf nun 190 PS. Dennoch soll sein Verbrauch sogar noch geringer sein: Statt wie bisher 5,6 nur noch 5,5 Liter auf 100 Kilometer laut Norm.

Das Geheimnis liegt im so genannten Miller-Zyklus: Die Einlassventile des Vierzylinders schließen früher als bisher und verkürzen damit den Ansaug-Vorgang, was laut Hersteller den Druck im Motor verbessert.

Ein weiteres, sehr angenehmes Charakteristikum des Motors: Er ist bei niedrigen Drehzahlen im Innenraum kaum hörbar. Wer ihn fordert, bekommt etwas zu hören – in minimal 6,8 Sekunden schafft er den Sprint von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 244 erreicht.

Bei den Dieselmotoren ändert sich vorläufig nichts.

Der S3 rückt dem RS3 auf den Leib

Auch im Audi S3 bleibt fast alles beim Alten: Nach dem Facelift kommt der gleiche Vierzylinder mit 2,0 Liter Hubraum zum Einsatz wie davor. Audi hebt jedoch Leistung und Drehmoment etwas an. Das Chiptuning bringt zehn PS mehr, so dass der Motor nun 310 PS leistet und den kompakten Audi in minimal 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt..

Klingt nach einem lächerlich kleinen Schritt, doch für Audi ist er auf dem Papier wichtig: Damit ist der S3 nämlich vorläufig stärker als der Golf R. Außerdem rückt er damit dem Audi RS3 dicht auf den Leib. Der hat zwar 367 PS, erreicht die Tempo-100-Marke aber auch nur 0,2 Sekunden schneller als der S3.

Das kann natürlich nicht lange so bleiben, eine Leistungssteigerung des RS3 auf zirka 400 PS ist innerhalb des laufenden Jahres zu erwarten.

Mehr Sicherheit gegen Aufpreis

Neu sind im A3 außerdem einige Sicherheits-Assistenten. Als erstes Kompaktauto überhaupt wird der A3 für 750 Euro Aufpreis mit einem Staupiloten ausgerüstet, der notfalls ohne menschlichen Einfluss bis zum Halt abbremst und auch selbsttätig wieder anfährt. Bis zu einem Tempo von 65 km/h korrigiert er auch automatisch die Fahrtrichtung in der Spur.

Hinzu kommen ein Frontkollisions-Warner mit Fußgängererkennung, ein Querpark-Assistent und für 2.490 Euro ein Online-Navigationssystem, bei dem drei Jahre permanenter Daten-Zugang inklusive ist. Anschließend kostet der Service für weitere drei Jahre 300 Euro Gebühr.

Voraussichtlich im Juli 2016 wird der überarbeitete A3 auf den Markt kommen.

Details vom kompakten Audi A3 mit Facelift zeigt die Bildergalerie.

Audi A3-Suche bei mobile.de

Audi baut den kompakten A3 seit 1996, die 3. Generation kam 2012. Insgesamt sind mehr als 18.000 Fahrzeuge dieses Typs bei mobile.de im Angebot, allerdings zählt fast ein Drittel davon zur 1. und 2. Generation.

Vom aktuellen Modell sind rund 12.500 Stück inseriert, davon mehr als 1.100 nagelneue Exemplare:
Audi A3 3. Generation bei mobile.de

Text: Constantin Bergander