Aston Martin V12 Vantage S

Aston Martin V12 Vantage S

Elegant und brutal

Der neue Vantage S ist das schnellste Serienauto, das Aston Martin derzeit im Angebot hat.

9. Oktober 2013

"Er ist elegant, aber brutal", hatte Aston Martin-Chef Ulrich Bez schon bei der ersten Vorstellung verkündet. Das wird einem spätestens dann klar, wenn der Brite einfach nur vor einem steht. Kompromisslos sportlich in der Linie, ein schwarz lackiertes Gitter im Carbon-Rohrrahmen vor dem Frontkühler, vier Abluftkiemen aus Carbon auf der langen Motorhaube, riesige gelochte Carbon-Keramik-Bremsscheiben, armdicke Endrohre.

Wer dann in den Aston einsteigt, der sieht den Eindruck von Eleganz und Brutalität weiter bestätigt. Geschmackvolle Farben, fein verarbeitetes Leder mit Ziernähten in Wagenfarbe, ordentlich Platz für zwei Passagiere - Wohlfühlambiente. Die Sportsitze passen und bieten guten Seitenhalt. Einziges Manko: Wer über 1,85 Meter misst, hat ein Problem, sie weit genug nach hinten zu schieben.

Leder und Carbon

Dazwischen drängt schon optisch überall der kompromisslose Sportler durch. Das Lenkrad ist der besseren Griffigkeit wegen mit Alcantara aufgepolstert. Die Schaltpaddel links und rechts am Lenkrad liegen optimal in Griffweite. Überall schimmern zwischen dem vielen Leder Carbonteile hervor.

Das halbautomatische Getriebe lässt sich über drei Drucktasten einstellen, den Sportmodus aktiviert eine vierte Taste. Über sie lassen sich unter anderem Gasannahme, Schaltgeschwindigkeit und -timing sowie die Direktheit der Lenkung etwas radikaler trimmen. Der Druck auf eine weitere Taste verändert die Einstellung des neu entwickelten adaptiven Dämpfungssystems in den Stufen "Normal", "Sport" oder "Track".

Rassiger Zwölfzylinder

Gestartet wird, indem man den Zündschlüssel in das zentrale Schloss auf der Mittelkonsole steckt. Zunächst knurrt der Zwölfzylinder unter der Haube kurz auf, schüttelt sich einmal durch und wartet ruhig blubbernd darauf, dass man ihn machen lässt. Die Briten haben den V12 AM28-Motor gründlich überarbeitet. Ein Ergebnis ist der Power-Push auf 422 kW/573 PS und ein maximales Drehmoment von 620 Nm.

Unglaublicher Vorwärtsdrang

Wenn man das Gaspedal durchdrückt, brüllt der Sechsliter-Motor auf und prügelt seine Kraft an die Hinterräder. Der Vantage selbst stürmt mit erstaunlicher Traktion los. Auf 100 km/h ist er nach 3,9 Sekunden, danach geht es nicht weniger ungestüm weiter. Schluss ist erst bei 328 km/h. Kein Schwänzeln, keine Unruhe in der Lenkung - Beschleunigung pur.

Das automatisierte Siebengang-Getriebe "Sportshift III" wechselt die Gänge brachial und stoisch, aber mit einer merkbaren Unterbrechungen des Kraftflusses.

Unbeirrbar hält der Vantage S selbst in engen Kehren die Spur. Die Lenkung ist direkt und präzise.

Die üppigen Carbon-Keramik-Bremsen sorgen zur Not dafür, dass der Aston ähnlich schnell an Tempo verliert, wie er beschleunigt.

Wer bei alledem mit dem offiziell angegebenen Durchschnittsverbrauch von 16,4 Litern auskommt, der hat ihn nicht verdient.

Viel Freude, hoher Preis

179.950 Euro Einstandspreis ruft Aston Martin in Deutschland für den Vantage S als Basispreis auf. Dafür gibt es dann vor allem Motorkraft, Schönheit und pure Fahrfreude.

Das Angebot an Assistenzsystemen hält sich zumindest für die Luxusklasse sehr zurück. Wer sich dieses Auto zulegt, der will eben fahren - nicht fahren lassen.

Stärken 

  • brachiale Kraftentfaltung
  • orchestraler Sound
  • drehfreudiger Motor
  • gutes Platzangebot
  • solide Verarbeitung
  • bequeme Sportsitze
  • exakte Lenkung
  • neutrales Kurvenverhalten
  • ausgezeichnete Traktion
  • hoher Grenzbereich
  • sehr gute Bremsen

Schwächen 

  • üppiger Preis
  • hoher Verbrauch
  • schlechte Sicht nach hinten
  • kaum Assistenzsysteme lieferbar
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff