Gewährleistung und Garantie bei Neufahrzeugen

Die Begriffe Gewährleistung, Garantie oder Kulanz sind in aller Munde - aber was bedeuten sie?

Gewährleistung

Unter Gewährleistung versteht man die gesetzliche Verpflichtung des Verkäufers, die Kaufsache in fehlerfreiem Zustand zu übergeben. Auftretende Fehler berechtigen den Käufer, sog. Rechte auf Nacherfüllung geltend zu machen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Fehler entweder schon bei der Übergabe vorhanden oder latent angelegt war.

Der Käufer kann sodann wählen, ob die Nacherfüllung durch Nachbesserung (Reparatur) oder Lieferung einer mängelfreien Ersatzsache erfolgen soll. (Letztere muss mit einem verhältnismäßigen Aufwand durchzuführen sein).
Die Gewährleistungsfrist beträgt innerhalb der EU einheitlich 2 Jahre ab Übergabe.

In der BRD gilt zugunsten des Käufers innerhalb der ersten sechs Monate eine sog. Beweislastumkehr – tritt innerhalb dieser Zeit ein Mangel auf, wird vermutet, dass dieser schon bei der Übergabe vorhanden war. Der Käufer muss also das Vorhandensein des Mangels in den ersten sechs Monaten nicht beweisen.

In den verbleibenden 18 Monaten trifft die Beweislast für einen Mangel jedoch den Käufer.

Garantie

Eine Garantie bedeutet ein freiwilliges Versprechen eines Verkäufers, für bestimmte Fehler eine Kaufsache einzustehen und diese nachzubessern. Im Unterschied zur Gewährleistung bezieht sich die Garantie auch auf Fehler, die erst nach der Übergabe auftreten.

Dies verbessert zwar die Stellung eines Käufers, jedoch kann der Garantiegeber sich aussuchen, wie er sein Garantieversprechen erfüllt – die Lieferung einer mängelfreien Ersatzsache ist hierbei üblicherweise nicht vorgesehen.

Kulanz 

Unter Kulanz versteht man ein Entgegenkommen eines Verkäufers bei auftretenden Mängeln nach Ablauf einer Gewährleistungs- / Garantiezeit. Sie umfasst meist die Beteiligung an weiteren Nachbesserungen (Reparaturen) – in seltenen Fällen auch die vollständige Übernahme derartiger Kosten.