Grobe Fahrlässigkeit

Als nicht grob fahrlässig wurden im Gegenzug hierzu folgende zu einem Unfall führende Situationen eingestuft:

  • das Bedienen eines CD-Wechslers während der Fahrt
  • die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining auf einer Rennstrecke solange diese Veranstaltung nicht auf die Erzielung einer Höchstgeschwindigkeit ausgelegt war oder hierzu notwendigen Übungsfahrten dienten
  • der kurze Blick in fremder Gegend auf eine Landkarte;
  • der Nachweis von ausreichendem Schlaf, so Ermüdung als Unfallursache galt;
  • Sichtbehinderung durch beschlagene Scheiben;
  • Ortsunkundigkeit eines Fahrzeugführers;
  • Überfahren einer roten Ampel bei Irritation durch Fußgänger;
  • Überfahren einer roten Ampel wegen einer das Rotlicht überlagernden großen grünen Leuchtreklame.
Die Aufzählung ließe sich beliebig fortführen – für alle sollte deshalb gelten: Während der Fahrt gehören beide Hände ans Steuer – sicherer ist es, zum Telefonieren, Trinken, Blättern im Atlas o.ä. die Fahrt kurz zu unterbrechen. Andernfalls kann schnell der Verdacht der groben Fahrlässigkeit aufkommen, wenn eine Fahrt durch einen Unfall beendet wird – und zu langwierigen Auseinandersetzungen mit dem Versicherer führen.

Diese mobile.de Verkehrsrechts-Kolumne wurde verfasst von:

Rechtsanwalt Michael Winter,
Tätigkeitsschwerpunkt u.a. Verkehrsrecht
70806 Kornwestheim
www.rechtsanwalt-michael-winter.de