Grobe Fahrlässigkeit

Nachfolgend einige Beispiele grober Fahrlässigkeit, bei denen die Leistungsfreiheit des Vollkaskoversicherers gerichtlich bestätigt wurde: 

  • Alkoholisierung ab 1,1 Promille;
  • Alkoholisierung zwischen 0,3 bis 1,09 Promille bei Hinzutreten weiterer Umstände (z.B. einem alkoholbedingten Fahrfehler);
  • Überfahren einer roten Ampel (das sog. "Augenblicksversagen" schließt nach einer Grundsatzentscheidung des BGH die grobe Fahrlässigkeit noch nicht aus!);
  • Einschlafen des Fahrzeugführers infolge Übermüdung (insbesondere wenn er nach den besonderen Umständen der Fahrt mit dem Eintritt der Übermüdung rechnen musste);
  • grob verkehrswidriges Überholen;
  • erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen (zum Beispiel 150 km/h statt 100 km/h auf einer Landstraße bzw. 103 km/h statt 50 km/h innerorts);
  • Missachtung eines Stoppschildes;
  • Missachtung eines Andreas-Kreuzes an Bahnübergängen;
  • zügiges Rückwärtsfahren trotz schlechter Sicht;
  • Kolonnenfahrt auf Autobahnen mit 170 km/h;
  • das sich Bücken nach heruntergefallenen Gegenständen;
  • das Suchen von Kfz-Papieren während der Fahrt im Handschuhfach;
  • sogar das Trinken aus einer Flasche während der Fahrt (OLG Hamm, r+s 2002, 145);
  • das Verreißen des Steuers, weil man nach Gegenständen auf dem Beifahrersitz greift.