Gekauft wird, wie im Internet gesehen

Beim Auto-Inserat müssen auch Fotos korrekt sein, hat jetzt ein Gericht im Rechtsstreit um ein Auto entschieden. Der Verkäufer hatte im Internet ein Foto eingestellt, das nicht zum Wagen passte

Gekauft wie besehen: So steht es im Muster-Kaufvertrag für Autokäufer bei mobile.de. Doch die Besichtigung beginnt tatsächlich schon beim Inserat: Alles, was auf den Fotos vom Auto zu sehen ist, gehört auch zum Angebot – sofern nicht der Verkäufer es schriftlich ausschließt. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil jetzt klargestellt und damit die Rechte von Autokäufern gestärkt.

Im konkreten Fall hatte eine gewerbliche Restwertaufkäuferin für 5.120 Euro einen Unfallwagen von einem Autohaus gekauft. Das Autohaus hatte einen Kfz-Sachverständigen beauftragt, das Fahrzeug in einer Internetbörse zu verkaufen. Auf einem Foto des Skoda war eindeutig eine eingebaut Standheizung zu erkennen. In der Fahrzeugbeschreibung wurde sie zwar nicht als Zusatzausstattung erwähnt. Das Autohaus wollte die Standheizung auch nicht verkaufen und baute sie später aus, bevor es den Wagen an die Käuferin abgab.

Die Frau wollte die Standheizung ersetzt bekommen, weil sie davon ausgegangen war, dass diese Bestandteil des Wagens sei. Dafür verklagte sie jedoch die Falschen: und zwar das Kfz-Sachverständigenbüro, das den Wagen im Auftrag des Autohauses angeboten hatte. Die Sachverständigen sind jedoch nicht für die Erstattung der Kosten zuständig, sondern der Verkäufer. Der Gerichtsweg der Klägerin durch drei Instanzen war demnach umsonst.

Grundsätzlich habe ein Kunde aber den Anspruch, die Ware zu erhalten, die ihm verkauft wurde, sagte ein BGH-Sprecher. Das sei im Paragraph § 439 Abs. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) klar geregelt. Das Auto hätte so verkauft werden müssen, wie es im Bild gezeigt worden war. Die Käuferin kann nun verlangen, dass die alte Standheizung oder ein gleichwertiges Teil wieder eingebaut wird. Ist der Verkäufer dazu nicht gewillt, muss er Schadenersatz leisten.

Damit folgt unmissverständlich: Für die Beschreibung eines im Internet angebotenen Produkts ist das Foto genauso bindend für den Verkäufer wie der Beschreibungstext. Der Käufer muss sich also darauf verlassen können, dass er die Ware genauso bekommt, wie sie auf einem Bild zu sehen war (Urteil: Az. VIII ZR 346/09).