Fahrschüler, bleibt im Lande!

Wer seinen Führerschein im Ausland macht, muss grundsätzlich sechs Monate dort gewohnt haben – auch dann, wenn es der erste Führerschein ist und noch keine Sperre vorliegt
 

Schwerer Schlag für den Führerschein-Tourismus: Der Europäische Gerichtshof hat jetzt bestätigt, dass ein Führerschein, den ein Deutscher im Ausland erwirbt, in Deutschland nicht zwingend Gültigkeit besitzt. Das Dokument muss von deutschen Behörden anerkannt werden.

Geklagt hatte eine Autofahrerin aus Bayern, die Geld sparen wollte, indem sie die Fahrstunden und Prüfung jenseits der Grenze in Tschechien absolvierte. Doch die bayerischen Behörden verweigerten die Überschreibung auf einen deutschen Führerschein.

Einzige Ausnahme: Wer mindestens sechs Monate im Ausland lebt, also einen dortigen Wohnsitz nachweisen kann, darf seinen dort erworbenen Führerschein anschließend in Deutschland überschreiben lassen. Diese Maßnahme soll vor allem Alkohol- und Drogensünder treffen, die in Deutschland die Lizenz verloren und erst eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) vor dem Neuerwerb bestehen müssen.

Da die MPU gefürchtet wird, nehmen viele die Ferienfahrschule in Polen, Tschechien oder einem anderen Nachbarland in Kauf, wo allerdings vielfach Prüfungen und Fahrstunden nur vorgetäuscht werden.

Die Regelung stützt aber auch die deutsche Fahrschul-Branche mit ihren teils sehr hohen Tarifen. Eine europäische Harmonisierung der Führerscheinkriterien, die es Fahrschülern erlauben würde, im Land ihrer Wahl die Lizenz zu erwerben, steht nach Auskunft des Bundesverbandes der Fahrschulen in naher Zukunft nicht zur Debatte.

 

 

 

Weitere Auto-News bei mobile.de