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Do-it-yourself am Auto

Das kann ich selbst!

Nur noch zehn Prozent aller Autofahrer schrauben selbst am Auto – Tendenz sinkend. Dabei lässt sich mit ein paar Handgriffen bares Geld sparen.

Der Weg in die Werkstatt ist bequem, aber teuer. Trotzdem werden die Fachleute häufig selbst bei kleineren Reparaturen in Anspruch genommen. Das ist einerseits verständlich, denn vor der Komplexität moderner Autos kann man schnell kapitulieren. Andererseits spart man beim Selberschrauben nicht nur Geld, sondern bekommt z. B. beim Zündkerzenwechsel wichtige Infos über das eigene Auto und dessen Zustand.

Das ist nicht selbstverständlich: In Werkstättentests des ADAC oder von Fachzeitschriften wird immer wieder moniert, dass wichtige Informationen nicht an den Kunden weitergegeben werden. Füllt die Werkstatt beispielsweise Kühlwasser auf, muss das dem Besitzer mitgeteilt werden – der Verlust des Wassers könnte auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten und muss deshalb beobachtet werden.

 

 
 

Der zündende Funke

Zurück zu den Zündkerzen. Der Wechsel der dieser ist ganz einfach. Mit einem Zündkerzenschlüssel, der meist zum Bordwerkzeug gehört, kann man die Kerze nach dem Entfernen des Zündkabels herausdrehen. Dazu sollte der Motor kalt sein.

Dreht man eine neue Kerze in den warmen Motor, dehnen sich beide unterschiedlich stark aus – mit der Folge, dass die Zündkerze bombenfest sitzt und den erneuten Wechsel erschwert. Nur „handfest“ angezogen und bei kalter Maschine passiert das nicht.

Die Kerzen sollten im Idealfall rehbraun sein. Sind sie jedoch verölt, kann das auf einen zu hohen Motorölstand oder defekte Kolbenringe hindeuten. Ebenfalls nicht gut ist es, wenn die Zündkerze verkohlt ist: Das passiert häufig im Kurzstreckenbetrieb oder wenn das Benzin-Luft-Gemisch fehlerhaft eingestellt ist.

Saubere Luft

Mit ein paar Handgriffen kann man sich auch des Luftfilters annehmen. Dieser sorgt dafür, dass gesäuberte Luft zum Motor kommt. Je nach Einsatzgebiet kann er beispielsweise bei staubigen Gegenden schnell „zu“ sein.

Ein Luftfilter besteht aus einem ringförmigen oder rechteckigen Einsatz, der in einem Kunststoffgehäuse sitzt. Um seine Standzeit zu verlängern, ist das Filtermaterial meist zickzack-förmig gefaltet. An der Außenseite des Luftfilters kann man den Verschmutzungsgrad schnell erkennen. Der Filter ist ein Einwegprodukt – Reinigen ist nicht möglich, Ersatz gibt es im Autozubehör.

Glühbirnenwechsel: Hinten geht es einfach

Etwas kniffliger gestaltet sich manchmal der Wechsel einer defekten Glühbirne. Leicht ist es noch beim Rücklicht: Hier wird lediglich vom Kofferraum aus eine Verkleidung gelöst, dann lässt sich Rückseite des Lichtes mit allen Glühbirnen abnehmen.

Die neue Glühbirne darf man am Glaskolben nur mit einem Papiertaschentuch anfassen: Fettrückstände von den Fingern würden sich andernfalls einbrennen.

Vor dem Wechsel der Scheinwerferbirnen an der Front empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung. Bei manchen Autos, wie beispielsweise beim Smart Cabrio, muss die gesamte Frontverkleidung entfernt werden. Und Besitzer eines Chryslers 300 bleibt nur noch ein Werkstattbesuch übrig: Bei ihm müssen zum Wechsel der Birne Teile der Karosserie entfernt werden, was schon der Fachmann mit 72 Minuten veranschlagt.

Im Normalfall jedoch ist der Wechsel schnell gemacht: Die hintere Abdeckung des Scheinwerfers ist mit Klammern an der gläsernen Vorderseite befestigt. Nach dem Lösen dieser Klammern kann man wie beim Rücklicht die schadhafte Birne entfernen.

Kurzstrecken schaden dem Auspuff

Fahren Sie öfters Kurzstrecken, könnte ihr Auto auch einen Auspuffschaden haben. Diese gehen durch verbesserte Materialien eigentlich seit Jahren zurück – aber: „Überdurchschnittliche Korrosion beobachten wir bei Fahrzeugen, die häufig im Kurzstreckenverkehr unterwegs sind“, sagt Lang. Dann sammelt sich das Kondenswasser im hinteren Teil der Anlage und dieser rostet durch.

Von innen wohlgemerkt, weshalb Auspuff-Schutzlacke völlig wirkungslos sind. Bemängeln könnte der Prüfer auch die Aufhängungen des Auspuffs. Rütteln Sie ruhig am gesamten Auspuffstrang – schlagen Teile an den Unterboden, ist die Aufhängung hin. Lassen Sie den Auspuff aber vorher erst abkühlen.

Ölpreis: Hier schlägt die Werkstatt zu

Vor allem beim Öl langen die Werkstätten kräftig zu. Die Literpreise sind oftmals um das Doppelte höher als im Autozubehör-Geschäft. Welches Öl der Motor braucht, steht in der Betriebsanleitung. An diese Empfehlung muss man sich unbedingt halten.

Öle in Servopumpen oder Getrieben kann man ebenfalls selbst wechseln, kann dies durch die längeren Wechselintervalle jedoch auch in der Werkstatt vornehmen lassen.

Öl altert unabhängig von der Fahrleistung. Deshalb schreiben manche Hersteller den Wechsel nach 12 bis 18 Monaten vor, auch wenn die Kilometergrenze noch nicht erreicht ist. Sinnvoll ist der gleichzeitige Austausch des Ölfilters, der Verschmutzungen aufnimmt.

Ölwechsel: Eine Hebebühne ist notwendig

Beim Ölwechsel gilt es zwei Dinge zu beachten: Erstens braucht man eine Hebebühne oder Grube, da die Ölablass-Schraube des Motors an dessen tiefster Stelle sitzt. Würde man das Auto lediglich aufbocken, stünde es schräg und es würde nicht alles Öl herauslaufen. An Hebebühne oder Grube kommt man für kleines Geld in der Selbsthilfe-Werkstatt.

Zweitens muss der Motor – und damit das Öl – beim Wechsel warm sein. Nur dann sind alle Schwebeteilchen im alten Öl noch in Bewegung und können abfließen. Damit steigt jedoch die Gefahr, dass man sich am alten Öl verbrennt. Handschuhe sind daher Pflicht, denn das Öl fließt schon während des Lösens der Ablassschraube heraus.

Den Ölfilter mit wechseln

Mit der Zeit saugen sich die Ölfilter an den Motor und sind oft schwer zu lösen. In Werkstätten gibt es hierfür spezielle Werkzeuge. Zur Not tut es ein Schraubendreher, der durch den Filter gestoßen wird. Mit dem Schraubendreher als Hebel lässt sich der Filter abdrehen.

Sowohl dessen Dichtung wie auch die der Ablassschraube sollte man mit ein wenig Öl schmieren, bevor die Schraube wieder eingesetzt wird.

Halten Sie sich exakt an die vorgeschriebene Nachfüllmenge. Lieber einen halben Liter zu wenig, als etwas zu viel. Zuviel Öl schadet dem Motor, da es schnell verbrannt wird und Rückstände im Motor hinterlässt.

Den korrekten Ölstand kann man erst prüfen, nachdem der Motor gelaufen ist und das Öl sich verteilt hat. Übrigens: Das Altöl muss der Händler zurücknehmen und entsorgen, bei dem sie das frische Öl gekauft haben.

Klare Sicht im Winter

Vor allem vor und nach dem Winter sollte man den Scheibenwischern einen Blick gönnen. Sind sie älter, schubbern über die Scheibe oder ziehen Schlieren, ist ein Tausch fällig. Diesen kurzen Griff lassen sich Werkstätten ebenfalls bezahlen. Das muss nicht sein.

Heutige Scheibenwischer lassen sich mit ein paar Handgriffen einklipsen. Man kann auch nur die Gummis tauschen. Das aber lohnt sich finanziell kaum und ist mit Fummelei verbunden. Lieber also den kompletten Wischer tauschen.

Wenn man die Haube schon mal offen hat: Ein Blick auf den Sicherungskasten sowie die Batteriepole kann nicht schaden. Kriechströme in der Elektrik sorgen hin und wieder dafür, dass eine Sicherung durchbrennt.

Bei den modernen Sicherungen kann man durch ihre transparente Farbe sehr gut sehen, ob das Verbindungsdrähtchen zwischen den beiden Steckpolen noch in Ordnung ist. Die Batteriepole dürfen nicht mit kalkartigen Ablagerungen überzogen sein. Etwas Fett schützt die Anschlüsse.

Selbsthilfe-Anleitungen geben genaue Tipps

Noch nicht überzeugt? Im Fachhandel gibt es für verschiedene Automodelle Selbsthilfe-Anleitungen. Diese kosten nicht die Welt und können sich schon nach einem Scheibenwischer-Wechsel bezahlt machen. In Ihnen finden Selberschrauber noch jede Menge weitere Tipps, die genau auf ihr Automodell zugeschnitten sind.

Text: SH