mobile.de: Top Ten gebrauchte Motorräder

Die Top Ten der gebrauchten Motorräder

Ein Fall für zwei

Worauf muss man beim Kauf eines gebrauchten Zweirades achten? mobile.de hat die beliebtesten Motorräder unter die Lupe genommen.

30. Mai 2012

Motorradfahren macht richtig Spaß – allerdings ist bei den Zweirädern der technische Zustand noch wichtiger als bei Autos. Doch worauf sollte man beim Gebrauchtkauf achten, was ist sicherheitsrelevant, was nur ein optischer Mangel?

 

Ohne Probefahrt geht nichts

Nur die wenigsten Motorräder dienen heute als normales Verkehrsmittel. Sie sind Spaßgeräte, was in unseren Breiten meistens zu einer Nutzung zwischen April und Oktober führt. Das bedeutet, dass nicht alle angebotenen Motorräder zugelassen sind und eine Probefahrt deshalb kompliziert werden kann. Auf diese jedoch sollte man keinesfalls verzichten.

Davor gilt es aber erst einmal den allgemeinen Zustand des Motorrades einzuschätzen. Hier kommt es vor allem auf mögliche Standschäden wegen der nur saisonalen Nutzung an. Je nach Einlagerung kann sich während der Standzeit Rost bilden. Ein Blick auf schwer zugängliche Stellen wie unter dem Tank ist daher unerlässlich. Auch in den Tank sollte man mit einer Taschenlampe schauen. Die Entrostung eines Tanks kann schnell einen dreistelligen Betrag verschlingen.

Rost kann sich bilden

Korrosion tritt an zwei weiteren Stellen häufig auf. Erstens am Schalldämpfer: Dessen Schweißnähte müssen dicht sein. Unter den meist vorhandenen Hitzeschutz-Blechen dürfen keine Auswölbungen zu finden sein, was auf eine bevorstehende Durchrostung von innen hinweisen würde. Ganz wichtig: Klopfen Sie den Schalldämpfer ab. Klappernde Geräusche aus dem Inneren deuten auf einen irreparablen Schalldämpfer hin. Der zweite Rostherd ist der Bremssattel: Rost an der Bremsscheibe ist normal, wenn es nur Flugrost ist. Dieser verschwindet nach ein paar Bremsungen von allein. Ist der Bremssattel selbst jedoch verrostet, kann es teuer werden.

Die Batterie sitzt meistens unter der Sitzbank, der Energiespeicher hat den Winter dort aber hoffentlich nicht verbracht. Die richtige Lagerung der Batterie geschieht an einem Ladegerät mit Erhaltungsladung. Anfällig ist die gesamte Verkabelung des Motorrades. Korrosion an Verbindungen oder defekte Stecker sind zwar meist von den Ersatzteilen her nicht teuer, jedoch sind diese Fehler sehr schwierig zu finden.

Poröse Gummis

Man sollte jetzt das Motorrad insgesamt auf sich wirken lassen. Durch Regen, UV-Strahlung und die pralle Sonne können die Gummi- und Kunststoffteile spröde werden. Das entdeckt man am besten im Gesamteindruck des Zweirades. Während Farbveränderungen des meist ursprünglich schwarzen Materials nicht weiter dramatisch sind, gilt es Bremsleitungen und vor allem die Gummistopfen an Ansaugstutzen genau zu prüfen.

Zieht der Motor durch die porösen Ansaugstutzen zu viel Luft, kann dies im Extremfall einen Motorschaden nach sich ziehen. Auch die Reifen sind einen Blick wert: Falls sie zu alt (also älter als sechs Jahre) oder in schlechtem Zustand, dann sollten sie gewechselt werden.

Unfallschäden sind größte Gefahr

Ob die Schrammen am Bike nur optische Fehler sind oder auf einen schlecht reparierten Unfallschaden hindeuten, klärt die Probefahrt. Zieht das Motorrad nach einer Seite oder verhält sich instabil – Finger weg! Auf die Funktion aller anderen Bauteile achtet man, wenn das Motorrad richtig warm ist. Seltsame Geräusche aus dem Motor oder Getriebeheulen treten dann viel stärker in Erscheinung. Wieder zurück von der Probefahrt, schaut man unter den Motor und das Getriebe. Ist jetzt mehr Öl als vorher ausgetreten, sind zumindest die Dichtungen hin.

Ohne Papierkram geht es nicht

 Zum Abschluss kontrolliert man noch den Papierkram. Alle Zubehörteile müssen eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) haben oder aber in den Papieren eingetragen sein. Ist der TÜV abgelaufen, kann man das Motorrad nicht auf sich zulassen. Die Fahrgestellnummern im Brief und am Rahmen des Motorrades müssen identisch sein.

Ist all das geschafft, geht es endlich los!

Tipps zu den zehn beliebtesten Motorrädern sind in der Bildergalerie.

Eine Checkliste gibt es hier.

Text: SH