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Kaufberatung: Transporter

Nie wieder Platzprobleme

Transporter sind eine besondere Zucht. Sie verzichten auf Luxus und sind wahre Arbeitstiere. Im Alltag werden sie mehr gefordert als Pkw und Familien-Vans. mobile.de zeigt, worauf man beim Gebrauchtkauf achten sollte.

 

Wer ernsthafte Transportaufgaben erledigen will, braucht vor allem Platz. Den bieten Transporter in vielen Größen, vom Opel Vivaro über den VW Crafter bis hin zum Mercedes-Benz Sprinter. Beim Gebrauchtwagen-Kauf sollten Sie natürlich auf alle Dinge achten, die bei jedem Pkw geprüft werden sollten – aber zusätzlich gibt es auch ein paar Besonderheiten.

Riesiges Ladevolumen – kleine Ausstattung

Einige der kleineren Transporter wie den VW T5 gibt es auch als Vans, diese sind besonders bei Taxi-Unternehmen oder Großfamilien beliebt. In dieser bestuhlten Variante ist die Basis der Konstruktion das Nutzfahrzeug, die Ausstattung kann allerdings üppiger ausfallen.

Die Kastenwagen glänzen mit einem Ladevolumen von mehreren tausend Litern. Allerdings sind die Laderäume oft unverkleidet, weshalb sich schnell Gebrauchsspuren zeigen können.

Auch an der Außenhaut verzichtet man auf Schmuck. Überflüssige Zierleisten und lackierte Stoßstangen sind bei Lieferwagen fehl am Platz. Dies macht die Fahrzeuge robuster und eventuell nötige Reparaturen günstiger.

Das Gleiche gilt für die Fahrerkabinen. Die Ausstattung ist auf das Nötigste reduziert, und die Materialien im Innenraum wurden nach Kriterien wie Haltbarkeit und günstige Produktionskosten ausgewählt. Kein Modell bleibt verschont von gelegentlich nachlässig verbauten Interieur-Teilen, was zu klappernden Verkleidungen führen kann.

Je nach Baujahr kann die Sicherheitsausstattung eines Transporters lückenhaft sein. Das hat laut Arnulf Thiemel aus dem ADAC Technik-Zentrum damit zu tun, dass es sich um eine „extrem preissensible Fahrzeugklasse“ handele. Erst langsam setzt sich bei Betrieben folgende Erkenntnis durch: Jeder Unfall führt zu langen Ausfallzeiten, und die sind teurer als eine adäquate Sicherheitsausstattung– von den Gesundheitsschäden ganz abgesehen.

Zuverlässigkeit maximal durchschnittlich

In der ADAC-Pannenstatistik kommen Nutzfahrzeuge nicht besonders gut weg. Allerdings muss man hierbei berücksichtigen, dass die Wagen auch härteren Bedingungen ausgesetzt sind als ein Pkw.

Fast tagtäglich müssen sie große Lasten über weite Strecken oder innerhalb von Städten transportieren. Das stellt hohe Ansprüche an Motor, Getriebe, Kupplung und Aufhängung. Achten Sie bei einer Besichtigung darauf, dass hier alles in Ordnung ist. Auch bei den Bremsen lohnt sich ein zweiter Blick.

Rost ist ein weiteres Thema bei Nutzfahrzeugen. Die Vorsorge durch die Hersteller ist hier erst in den letzten Jahren besser geworden. Trotzdem kann es in den Schwellern und an Türfalzen zu Rostbefall kommen.

Auf Allgemeinzustand achten

Wichtig ist bei allen Transportern ein vollständiges Serviceheft. Sollte es hier Lücken geben, kann das ein erster Hinweis auf einen manipulierten Kilometerstand sein.

Bei ungepflegten Exemplaren, die im harten Gewerbebetrieb unterwegs waren, steigt das Pannenrisiko stark an. Arnulf Thiemel vom ADAC: „Ist nur die Ladefläche verkratzt, sind das normale Gebrauchsspuren. Gibt es an dem Fahrzeug jedoch rundum Beulen und Dellen an der Karosserie, dann wird das Fahrzeug insgesamt nicht gut gepflegt sein.“

Kratzer auf der Ladefläche zeugen meist von einem normalen Gebrauch. Kommt das Fahrzeug aber insgesamt verbeult und ungepflegt daher, sind weitere Mängel nicht unwahrscheinlich. Schrammen an den Felgen und Reifen sind nicht nur ein weiterer Anhaltspunkt für einen schlechten Pflegezustand, sie können auch zu Unfällen führen. Dazu der Experte: „Die Reifen sind ein guter Hinweisgeber. Beulen vom harten Bordsteinkontakt oder Schrammen an den Felgen sind ein deutlicher Anhaltspunkt für einen insgesamt schlechten Pflegezustand des Transporters und können zu gefährlichen Unfällen führen.“

Das neue Transporterleben

Übrigens: Gebrauchte Transporter sind nicht nur bei Leuten beliebt, die auf den rein praktischen Nutzwert der fahrenden Boxen Wert legen. Viele werden auch von den reichhaltigen Umbaumöglichkeiten angelockt.

Mit Einbauten wird der Kastenwagen zum treuen Wohnmobil für den Familienurlaub, eine Pritsche kann durch einen Aufbau ersetzt werden – sogar zu fahrenden Friseursalons wurden Transporter schon umgebaut.

Wer es spektakulär mag, der versucht, den schnellsten Transporter zu bauen oder baut den Innenraum zur Partyzone mit Bar oder DJ-Pult um.

Text: SH / FCS | Bildmaterial: majeczka - Fotolia