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Platz ohne Ende

Kaufberatung: Transporter und Kastenwagen

Groß sind sie alle, aber welcher Raumkreuzer ist dauerhaft zuverlässig? Wir nehmen die Transporter VW Bus, Mercedes Vito und Opel Vivaro unter die Lupe.

11. Januar 2012
 

Wer ernsthafte Transportaufgaben erledigen will, braucht vor allem Platz. Da kommen die Transporter-Versionen des VW Busses, des Mercedes Vito oder des Opel Vivaro gerade recht.

Mit Laderäumen von bis zu 5.000 Litern eignen sie sich bestens als Raumschiffe. Alle drei gibt es auch als Busversion, die zum Beispiel als Taxen oder für Großfamilien geeignet sind.

Riesiges Ladevolumen

Doch auch als Busversion: Im Grunde ihrer Konstruktion sind diese drei Vertreter der Gattung Nutzfahrzeuge. Das gilt vor allem für den Opel Vivaro, der mit Renault Trafic und Nissan Primastar zwei baugleiche Brüder hat. Der Opel Vivaro ist ein Nutzfahrzeug durch und durch. Zwar hat er mit bis zu 5.000 Litern den größten Laderaum, aber dieser ist unverkleidet und besteht aus nacktem Blech. Die Geräuschdämmung der kräftigen Diesel ist dürftig. 

Das ist beim Mercedes besser, auch fährt sich der Vito etwas komfortabler. Sein Ladevolumen ist mit 4.650 Litern ebenfalls nicht klein.

Etwas weniger Platz, nämlich maximal 4.300 Liter, gibt es beim Klassiker aller Kastenwagen, dem VW Bus. In seiner einfachsten Version trägt er den Namen „Transporter“. Sein Fahrverhalten ist dem eines Pkws am ähnlichsten.

Sicherheit nur gegen Aufpreis

Je nach Baujahr ist die Sicherheitsausstattung der Transporter oftmals lückenhaft. Das hat laut Arnulf Thiemel aus dem ADAC Technik-Zentrum damit zu tun, dass es sich um eine „extrem preissensible Fahrzeugklasse“ handele. Erst langsam setze sich die Erkenntnis durch, dass jeder Unfall zu langen Ausfallzeiten führe, die teurer als die Sicherheitsausstattung seien – von den Gesundheitsschäden ganz abgesehen.

Dürftig ist vor allem die Sicherheitsausstattung des Opel Vivaro. Bei ihm gibt es nur einen Fahrerairbag sowie ABS. Alles andere wie Kopf- oder Seitenairbags sowie der Schleuderschutz ESP ist aufpreispflichtig.

Besser, aber nicht gut, ist der Mercedes Vito: Zwar sind ABS, Frontairbags und der Schleuderschutz ESP serienmäßig, jedoch kosten Kopf- und Seitenairbags Aufpreis.

Beim aktuellen VW Transporter sind zwar ABS, Frontairbags sowie die elektroniscje Stabilitätskontrolle ESP serienmäßig, jedoch kosten Seitenairbags Aufpreis.

Neben der optischen Anmutung ist meist auch die Verarbeitung eines Transporters schlechter. Zudem sind die verwendeten Materialien im besten Fall haltbar, aber nie schön anzusehen. Bei allen drei Kandidaten sollte der Interessent auf Rost achten. Opel Vivaro und VW Transporter sind besser geschützt als der Mercedes Vito, aber auch nicht gut.

Zuverlässigkeit maximal durchschnittlich

Laut ADAC Pannenstatistik ist der Opel Vivaro ein eher zuverlässiger Vertreter der Kastenwagen. Zwei Mängel sind bei ihm besonders auffällig. Das Getriebe ist unterdimensioniert, besonders bei den drehmomentstarken Dieseln kommt es zu Schäden. Das Gleiche gilt für die Kupplung. Der zweite Schaden betrifft die Pumpe der Servolenkung, die häufiger getauscht werden muss. Hinzu kommen vereinzelte Störungen an der Elektrik sowie defekte Lichtmaschinen. Bei den Hauptuntersuchungen fallen häufiger abgenutzte Bremsen oder Defekte der Beleuchtung auf. Bei harter Belastung sind ausgeschlagene Buchsen an den Domstreben auffällig.

Der Mercedes Vito wird in der Pannenstatistik des ADAC sehr unterschiedlich bewertet. Besonders in den Baujahren 2007 und 2008 gilt der Wagen als anfällig. Ihm macht das elektrische und elektronische Umfeld des Motors,betroffen sind vor allem Diesel, zu schaffen. Das betrifft für alle Baujahre die Batterie. Auch defekte Lichtmaschinen, Einspritzpumpen und -düsen sowie Anlasser legen den Mercedes Vito lahm. Hinzu kommen blockierte Zündschlösser oder defekte Schiebetüren. Erst ab 2008 besserte sich die Zuverlässigkeit des Mercedes Vito, heute steht er gut da. Bei den Hauptuntersuchungen schneidet der Mercedes Vito besser ab, hier fallen lediglich Mängel an der Bremsanlage auf.

Laut ADAC ist auch der VW Transporter nicht fehlerfrei. Trotzdem erreicht er in seiner Klasse den ersten Platz, ist aber insgesamt nur durchschnittlich. Die teuersten Mängel sind Schäden am Turbolader bei Dieselmotoren, auch kann bei Modellen bis Baujahr 2007 der Turboschlauch abrutschen, oder bei allen Jahrgängen die Ladeluftregelung defekt sein. Probleme bereitet mit defekten Lichtmaschinen und Anlassern auch das Motorumfeld. Bis 2008 gab es zudem Probleme mit der Kupplung. Bei den Hauptuntersuchungen fallen vor allem Ölverlust am Antriebsstrang und Risse in der Frontscheibe auf.

ADAC: Auf Zustand achten

Für alle Transporter gilt: Man sollte ein Exemplar mit kompletter Servicehistorie wählen. Wenn Service-Heft und Reparaturrechnungen fehlen, könnte das Hinweis auf einen manipulierten, also zu niedrigen Kilometerstand sein.

Bei ungepflegten Exemplaren, die im harten Gewerbebetrieb unterwegs waren, steigt das Pannenrisiko stark an. Arnulf Thiemel vom ADAC: „Ist nur die Ladefläche verkratzt, sind das normale Gebrauchsspuren. Gibt es an dem Fahrzeug jedoch rundum Beulen und Dellen an der Karosserie, dann wird das Fahrzeug insgesamt nicht gut gepflegt sein.“

Der Experte meint auch, dass die Reifen ein guter Hinweisgeber sind. Beulen vom harten Bordsteinkontakt oder Schrammen an den Felgen sind laut Thiemel ein deutlicher Anhaltspunkt für einen insgesamt schlechten Pflegezustand des Transporters und können zu gefährlichen Unfällen führen.