mobile.de: Kaufberatung Supersportwagen

Kauftipp: Günstige Supersportwagen

Leistung satt für kleines Geld

Supersportwagen sind die Krone des Automobilbaus. Geht das auch günstig? mobile.de hat drei Alternativen für 20.000 bis 40.000 Euro unter die Lupe genommen.

Das wäre doch mal etwas für richtige PS-Freaks: Einen Supersportwagen nicht nur zu bewundern, sondern sogar zu fahren und zu besitzen. Supersportwagen gelten als die Krone des Automobilbaus. Mit ihrem meist exaltierten Design, den leistungsstärksten Motoren sowie den überwältigenden Fahrleistungen sind sie der Star jeder Motorshow. Doch: Ihre Zeit ist zwar nicht abgelaufen, aber der Stern sinkt.

Einzigartig sind selbst ihre Fahrleistungen nicht mehr: Heutzutage drosseln Automobilhersteller immer mehr ihrer Modelle auf eine Maximalgeschwindigkeit von 250 km/h, und dank gestiegener Motorleistung und verbesserter Aerodynamik erreichen schon normale 5er BMW diese Grenze. Überdies sind Supersportwagen meist zu breit, zu unübersichtlich oder zu schwer zu fahren, als dass ihre Leistung wirklich genutzt würde. Eine Untersuchung der Firma Lamborghini vor ein paar Jahren ergab denn auch, dass rund 85% aller Kunden noch nie die Höchstgeschwindigkeit ihres Modells ausgeschöpft hätten.

Ansprüche haben sich gewandelt

Doch nach wie vor gehören Supersportler als Symbole der technischen Leistungsfähigkeit und Imageträger zur Spitze des Automobilbaus. Neue Exemplare dieser Spezies kosten dann auch gut und gerne 300.000 Euro – das muss doch günstiger gehen? Tatsächlich machen auch Supersportwagen von Ferrari, Lamborghini & Co. die normale Preisentwicklung jedes Gebrauchtwagens durch.

Abgesehen von limitierten Exemplaren wie dem Ferrari F40 oder den Exoten von Pagani oder Koenigsegg sinken diese Fahrzeuge anfangs stark im Wert. Dann durchschreiten sie eine Talsohle, um anschließend wieder teurer zu werden. Das ist der beste Zeitpunkt um zuzuschlagen.
Aktuell stehen beispielsweise der Ferrari Testarossa oder der Lamborghini Diablo vor einer Wertsteigerung, leider sind beide ohnehin noch sehr teuer.

Doch es gibt auch günstige Alternativen. Diese Wagen steigen nicht oder nur langsam im Wert. Glücklicherweise, denn „preiswert“ bedeutet bei einem Ferrari Testarossa immer noch 50.000 Euro. Anschließende Wartungskosten (große Inspektion ab 5.000 Euro) kommen extra. Dabei gibt es Autos, deren Wert nur unwesentlich gestiegen ist, die aber trotzdem zu den Supersportwagen gehören. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Der kleine Maserati

Drei Beispiele zeigt mobile.de, das erste stammt aus einem traditionsreichen Haus: Der von 1973 bis 1982 gebaute Maserati Merak ist zweifellos ein Supersportwagen. Seine rassige Karosserieform verbirgt, dass er einen optisch fast identischen, aber leistungsstärkeren Bruder hat: den Maserati Bora. Dieser trägt den berühmten Maserati-V8-Motor unter der Haube und kommt auf über 280 km/h Höchstgeschwindigkeit. Da kann der Merak nicht mithalten. Im höchsten Fall leistet er in der SS-Version 220 PS.

Damit sind nur Fahrleistungen möglich, die heutzutage ein VW Golf Turbodiesel erreicht. Das Fahrwerk ist mit der milden Leistung fast schon unterfordert und zudem für einen Sportwagen dieser Zeit vergleichsweise komfortabel. Während Technikteile für den Maserati Merak verfügbar sind, heißt es bei Rostschäden oder nicht kompletten Fahrzeugen aufpassen: Karosserieteile sind wie die Innenausstattung kaum zu bekommen – und dementsprechend teuer.

Warum günstig: Ersatzteilsorgen, Fahrleistungen, nur V6-Motor
Plus: Karosseriedesign, Technikteile erhältlich, Fahrwerk
Minus: Karosserie und Innenraumteile selten und teuer, geringes Angebot, wenig Spezialisten
 
 
 

Ferrari zum Sparkurs

Wer einen Ferrari fahren will, kann das tatsächlich vergleichsweise günstig tun. Dabei handelt es sich allerdings um die kleinen Ferraris mit V8-Motor. Das sind die Baureihen 328, 348 oder Mondial. Die Technik ist bei diesen Modellen ähnlich, doch den Mondial (1980 bis 1993) zeichnet eine Besonderheit aus: Er ist eines der ganz wenigen viersitzigen Autos mit Mittelmotor. Diese Besonderheit führt zu einem ungewöhnlichen Design, welches nur wenige Menschen honorieren – den Mondial gibt es deshalb ab 15.000 Euro. Dafür allerdings gibt es meist nur US-Importe oder Autos mit zweifelhafter Wartungshistorie. Lücken im Scheckheft können schnell zu einem finanziellen Desaster werden.

Der Mondial ist ein feines Stück Technik, dessen Wartung enorm wichtig ist. Aber ganz bestimmt nicht günstig: Teile sind zwar erhältlich, aber teils astronomisch teuer. Und wenn ein Zahnriemenwechsel ansteht, kostet die große Inspektion zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Ansonsten ist der Ferrari Mondial ein vergleichsweise zuverlässiges Auto mit einem faszinierenden Motor und einem sehr guten Fahrwerk. Nur das mit der Viersitzigkeit sollte man nicht so ernst nehmen. Im Fond des Mondials halten es höchstens Kinder über längere Zeit aus.

Warum günstig: Kein Zwölfzylinder, Design
Plus: Ersatzteilversorgung Technikteile, Fahrwerk, faszinierende Technik
Minus: Nur 2+2, Wartungskosten, Ersatzteilpreise
 
 
 

US-Technik senkt die Preise

Der dritte im Bunde ist der DeTomaso Pantera. Dies ist ein feiner Mittelmotor-Sportwagen mit einem sehr leistungsfähigen V8-Motor. Sein Vorgänger war der grobschlächtige Mangusta, der Pantera ist wesentlich ausgereifter und wurde deshalb 22 Jahre lang (1971 bis 1993) gebaut. Zudem hat er einen entscheidenden Vorteil: Seine Ersatzteile sowie die Wartung sind günstig. Die einzige Ausnahme: Für das 5-Gang-Getriebe des deutschen Zulieferers ZF sind Ersatzteile kaum zu bekommen. Stellt sich die Frage, warum dieses Auto mit 40.000 Euro für gute Exemplare so billig ist. Die Antwort liegt unter dem Blech: Zwar trägt der DeTomaso Pantera eine rassige italienische Karosserie, doch unter der Außenhaut steckt konventionelle US-Technik von Ford.

Das hat günstige Ersatzteilpreise zur Folge, aber für den „echten“ Italofan ist das ein Manko. Für diese Zielgruppe gelten die feingliedrigen und aufwendigen V8- und V12-Motoren von Ferrari oder Lamborghini als das Nonplusultra. Beim DeTomaso Pantera gilt es zudem auf Rostschäden zu achten, denn die Wagen waren schludrig zusammengesteckt.

Warum günstig: „Nur“ US-Technik, Verarbeitungsprobleme
Plus: US-Technik = kaum Ersatzteilsorgen, Fahrleistungen, zahlreiche Spezialisten fertigen Tuningteile
Minus: US-Technik = weniger Image, Rostprobleme, frühe Modelle mit abenteuerlichem Fahrverhalten
 
 
 

Clubs helfen weiter

Wer sich für ein solches Auto interessiert, sollte auf jeden Fall einen Spezialisten zu Rate ziehen oder eine Clubmitgliedschaft anstreben. In diesem Segment tummeln sich viele Blender. Trotzdem: Der Traum vom eigenen Supersportwagen muss kein Traum bleiben – die Gelegenheiten sind da.

Weitere Tipps hierzu in unserer Bildergalerie.

Text: SH