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Kaufberatung Hybridautos

Ist das Doppelherz dauerhaft haltbar?

Hybridautos gelten als ebenso umweltfreundliche wie sparsame Alternative zu Benzinern oder Dieseln. Doch worauf muss ein Gebrauchtwagenkäufer achten?

Lange Jahre war der Toyota Prius das einzige Hybridauto für den Massenmarkt. Das hat sich geändert: Mittlerweile bieten neben Toyota auch weitere japanische Firmen wie Honda mit dem Modell „Insight“ die Kraft der beiden Motoren. Auch deutsche Hersteller haben die ersten Modelle mit zusätzlichem Elektromotor beim Händler.

Denn das ist es, was ein Hybridauto ausmacht: Neben einem herkömmlichen Verbrennungsmotor unterstützt in vielen Fahrsituationen wie beispielsweise beim Beschleunigen ein Elektromotor. Dieser speist sich aus einer vergleichsweise kleinen Batterie, die beim Fahren aufgeladen wird.

Mittlerweile gibt es auch die sogenannten „Plug-In-Hybride“, bei denen die Batterie über ein Ladekabel zuhause aufgeladen werden kann.

Viele Schwachstellen beim Hybrid?

Zuerst gilt es zu checken, ob das Wohnmobil als Alltagsfahrzeug im Gebrauch war. Das ist naturgemäß bei einem verhältnismäßig kleinen Camper wie dem Volkswagen California auf Basis des VW Bus leichter als bei einem großen Reisemobil. Ein großes, wenig gefahrenes Wohnmobil, welches hauptsächlich für die große Urlaubsreise im Sommer genutzt wurde, muss man auf Standschäden untersuchen.

Mögliche Schäden sind Rost an Bremsscheiben, aufgequollene Bremsschläuche und Undichtigkeiten in der Kühlanlage. Lange nicht bewegte Wohnmobile neigen auch zu „Standplatten“ an den Reifen. Sind die Reifen zudem älter als fünf Jahre, sollte man sie auch bei gutem Profil tauschen.

Das größte Problem bei wenig genutzten Wohnmobilen sind Leckagen im Aufbau, die unentdeckt bleiben. Dies ist der aufwendigste und teuerste Schaden im Alter. Normalerweise steckt unter der Wohneinheit ein Transporterfahrgestell wie der sehr häufig verwendete Fiat Ducato

Lecks sind der größte Schwachpunkt

Seit 1997 gibt es den Toyota Prius, wenn auch die ersten Jahre nur in Japan. Genug Zeit jedoch, um mögliche Schwachstellen aufzudecken. Denn davon gibt es potentiell viele: Die Batterien können an Kapazität verlieren, die aufwendige Steuerung der beiden Antriebswege kann versagen, wie insgesamt die elektrische Anlage wesentlich umfangreicher ausfällt als bei Autos mit nur einem Motor.

Auch Fachleute können wenig prüfen

Auf den ersten Blick ist es also ein umfangreiches Prüfprogramm, was beim Gebrauchtwagencheck anfällt. Doch auf den zweiten Blick relativiert sich der Aufwand. Denn in der Realität gibt es relativ wenig, was Laien oder Fachleute an einem Hybridauto prüfen können.

Das liegt zum einen an einer grundsätzlichen Eigenschaft vieler elektronischer Komponenten. Entweder sie funktionieren oder sie funktionieren eben nicht. Einen herkömmlichen Verschleiß wie beispielsweise bei Bremsbelägen gibt es nicht oder er ist nicht ohne weiteres vor einem Ausfall erkennbar. Zum anderen liegt es am riesigen Aufwand für einen Test. Um den Zustand der Batterie zu testen, müsste diese ausgebaut und in einem aufwendigen Prüfstandtest im Labor untersucht werden.

Klar, dass dieser Aufwand viel zu hoch ist.

Vorsicht bei Standschäden

Mehr Möglichkeiten haben auch die Fachwerkstätten der Hersteller nicht. Dirk Breuer von Toyota Deutschland: „Es gibt keine äußeren Indikatoren, die den Zustand der Batterie verraten. Auch Fachleute können bei einer Probefahrt nicht feststellen, wie der Zustand der vergleichsweise kleinen Batterie ist.“ Wichtig sei es jedoch darauf zu achten, dass der Wagen keine langen Standzeiten hatte. Wurde der Toyota Prius beispielsweise ein Jahr lang nicht bewegt, nehme die Batterie Schaden.

Die Lebensdauer der Batterie ist laut Breuer auf die Lebensdauer des Autos ausgelegt, die mit ungefähr 15 Jahren veranschlagt wird. Muss man die Batterie trotzdem wechseln lassen, kostet das Ersatzteil beim Prius III 1.838 Euro. Das ist viel Geld, aber nicht in jedem Fall ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Vorteil: frische Hauptuntersuchung

Gut ist es auf jeden Fall, wenn der Gebrauchtwagen eine frische Hauptuntersuchung hat. Frank Volk vom TÜV Süd: „Bei der Hauptuntersuchung wird im Falle von Hybridfahrzeugen speziell Augenmerk auf die Hochvoltkomponenten des Fahrzeuges gelegt. Dies geschieht in der Regel durch verschiedene Sicht-/Funktions- und Wirkprüfungen, die unter Zuhilfenahme von fahrzeugspezifischen Systemdaten durchgeführt werden. Ebenso kann die Hauptuntersuchung Aufschluss über eventuell vorhandene Standschäden, zum Beispiel an der Bremsanlage geben und damit mögliche Folgeschäden frühzeitig erkennen.“

Finger weg von Hochspannungs-Komponenten

Der ADAC warnt vor zu viel Elan beim Gebrauchtwagencheck. „Alle orange gekennzeichneten Leitungen in Hybrid- und Elektro-Fahrzeugen führen Hochspannung von mehreren hundert Volt. Deshalb dürfen nur entsprechend unterwiesene Fachleute daran arbeiten“, sagt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik-Zentrum. Unsachgemäßer Umgang könnte einen lebensgefährlichen Stromschlag zur Folge haben.

Der Fachmann des ADAC rät deshalb dazu, die Hybridtechnik in der Praxis zu testen. Ist das Auto allgemein ungepflegt, könne dies auf eine geschundene Hybridtechnik hinweisen. Beim Fahren sollte die Hybridtechnik den Motor ohne Ruckeln unterstützen. Der Übergang zwischen Verbrennungs- und Elektromotor muss bei den heutigen Hybridautos unauffällig erfolgen.

Um ein Gefühl für die Hybridtechnik zu entwickeln, sollte man mehrere damit ausgestattete Fahrzeuge ausprobieren. Der ADAC rät deshalb zur Gelassenheit bei der Gebrauchtwagensuche. Viele Hybridautos wurden bislang von Menschen gekauft, die sich intensiv mit der neuen Technik auseinandergesetzt haben. Das wiederum kann einen guten Pflegezustand bedeuten.

Überdies stammen die weitaus meisten der angebotenen Hybridautos von Toyota. Und der Toyota Prius, das haben zahlreiche Dauertests gezeigt, ist ein sehr zuverlässiges Auto.

Text: SH