BMW3er E46 Kaufberatung

BMW 3er (E46, 1998 - 2007): Kaufberatung

Nach dem Facelift, gern mit sechs Zylindern

Eines der erfolgreichsten BMW-Modelle: 3,2 Millionen E46 wurden bis 2007 verkauft

Der 3er ist das meistverkaufte BMW-Modell. Zwischen 1998 und 2007 baute BMW 3,2 Millionen Fahrzeuge der Baureihe E46. Wie gut sind die Modelle als Gebrauchtwagen?

  • Große Auswahl an Motoren und Ausstattungen
  • Modelle ab 2001 sind besser
  • Probleme bereiten Fahrwerk und Dieselmotoren

Berlin – BMW ohne Dreier wäre wie VW ohne Golf. Undenkbar. Das Mittelklassemodell verkaufte sich im vergangenen Jahr gut 444.000 Mal und ist damit das meistverkaufte Modell der Bayern. Zählt man den 4er hinzu, sind es sogar knapp 600.000 Fahrzeuge. Rund ein Drittel aller verkauften BMW bauen auf der Dreier-Plattform auf.

Den guten Ruf hat sich die Mittelklasse lange und hart erarbeitet. 1975 kam der E21 nur als Zweitürer auf den Markt, 1982 folgte der E30. Bis 1994 gab es ihn als Coupé, Limousine, Kombi und als Sportversion M3 – der Traum fast aller Jungs. 1990 folgte der E36 und acht Jahre später der E46. Mehr als 3,2 Millionen Fahrzeuge verkaufte BMW von dieser Baureihe – bis dahin das meistverkaufte Modell der Bayern.

Ein Gebrauchtwagentipp sind sie dennoch nur eingeschränkt. Nicht nur, weil viele Fahrzeuge Vorstadt-Tunern zum Opfer fielen. Sondern auch, weil der BMW Probleme mit der Hinterachse hat. Fahrzeuge nach der Modellpflege 2001 sollten Fans sportlicher und dynamischer Fahrzeuge aber in Erwägung ziehen. Wenn die Historie stimmt.
 

Historie, Modellwechsel

Der E46 löste 1998 den E36 ab, zunächst nur als Limousine. Im April 1999 folgten Coupé und Touring, das Cabrio kam 2000 auf den Markt. Der Compact folgte 2001. Im September 2001 erhielten Limousine und Touring ein Facelift. Die Optik orientierte sich nun mehr am Fünfer. BMW änderte unter anderem Scheinwerfer, Blinker und die Frontstoßstange. Im März 2003 folgten die Facelifts von Cabrio und Coupé.

Wichtiger scheint aber das Jahr 2000 zu sein. Bis zu diesem Baujahr haben die E46 Probleme mit der Hinterachse. MOTOR-TALKer Greim11 sagt dazu: „Die Probleme mit Ausreißen der Hinterachse sollen erst ab Herstellungsdatum März 2000 durch konstruktive Veränderungen beseitigt sein. Also vor Kauf unbedingt prüfen.“
 

 

Karosserie

Die Auswahl an Karosserievarianten ist groß: Neben Limousine und dem Touring genannten Kombi stehen Coupé (1999 bis 2006) und das mit Stoffdach ausgerüstete Cabrio (2000 bis 2007) zur Wahl. Zwischen 2001 und 2004 bot BMW das Kurzmodell Compact an. Praktisch sind Kombi und Limousine, schick ist das Coupé. Letztendlich entscheiden Einsatz, Geschmack und Geldbörse über die Karosserieform. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden Limousinen günstig gehandelt, ebenso wie der eher ungeliebte Compact. Kombis, Coupés und Cabrios sind teurer. Auch wenn der Kombi groß klingt – er bietet nicht viel mehr Platz als die Limousine, aber immerhin eine bessere Durchlademöglichkeit bei umgeklappten Rücksitzen.

Was bei allen Varianten auffällt, ist die mäßige Rostvorsorge an manchen Stellen. Bei älteren Autos fast schon normal: durch Steinschlag verursachter Rost an den Radhäusern. Den gibt es auch an der Motorhaube, vor allem an den Nieren. MOTOR-TALKer Giovanni1607 beschreibt Probleme an der Griffleiste der Heckklappe: „die fängt mit der Zeit an zu rosten.“
 

 

Motor/Getriebe

Seidiger als ein BMW-Reihensechszylinder läuft kaum ein Motor. Doch neben den Sechsern bot BMW natürlich eine Reihe von Vierzylindern an. Die Auswahl während der gesamten Bauzeit umfasst 6 Diesel und 14 Benziner, darunter erstmals im Dreier ein Benzin-Direkteinspritzer. Die Leistung reicht von 105 PS beim 316i bis zu 360 PS beim M3 CSL.

Generell gelten die Motoren als robust und langlebig, normale Pflege wie Warmfahren und regelmäßige Ölwechsel vorausgesetzt. Der Volumenmotor ist der 320i mit 150 bzw. 170 PS. Er stellt noch heute eine gute Wahl dar. Als Sechszylinder verbindet er Laufruhe und Souveränität mit zurückhaltendem Verbrauch. Wer es flotter haben will, greift am besten zum 325i mit 192 PS oder gleich zum 330i mit 231 PS.

Ganz problemlos arbeiten die BMW-Motoren nicht. Besonders Nockenwellensensoren seien typische Probleme, schreibt Giovanni1607. Auch Dieselmotoren fangen mit der Zeit an zu zicken, wie Eddi1988 berichtet: „Typische Probleme sind Turbo und Drallklappen, zumindest war es bei mir so. Die Drallklappen haben bei mir einen kapitalen Motorschaden angerichtet.“.

Drallklappen in der Ansaugbrücke können sich lösen und in den Brennraum fallen. Dann knirscht es und der Motor ist kaputt. Dazu kommen Probleme mit dem Luftmassenmesser. In den ersten beiden Produktionsjahren verschlissen die Kupplungen häufig. Der große 330d kann mit defekten Turboladern und der Einspritzpumpe Ärger machen.

Mit der Zeit quittieren Nockenwellen- und Kurbelwellensensor ihren Dienst. Der Motor stirbt dann einfach an der Ampel ab oder springt erst gar nicht an, wie das MTler Dada10 mehrmals passiert ist. Der ADAC führte vor Jahren in seiner Pannenstatistik auch defekte Kühler als häufiges Problem. Ursache sind oft heftige Steinschläge.

In den Dreier gehört ein manuelles Getriebe. Keine Diskussion. Die Getriebe lassen sich sportlich schalten und sind haltbar. Empfehlenswert, aber nicht vorgeschrieben, ist ein Ölwechsel. „Ein Wechsel ist sinnvoll, zumal das Ganze kaum was kostet“, schreibt MT-Nutzer asator.

Ein Blick unter das Auto lohnt sich. Das Differenzial neigt zur Inkontinenz und im Schiebebetrieb zum Heulen. Vorsicht auch beim 330d mit Automatik: Das Getriebe (Hersteller: GM) in diesem Modell hat Probleme mit dem Drehmoment des Motors. Es kann zu Getriebeschäden kommen.

Beim erschwertem Einlegen des 1. Ganges eines manuellen Getriebes muss übrigens nicht immer das Getriebe einen Schaden haben. MT-Nutzer atzbmw erklärt, dass es oft an der Kupplung liegt.
 

 

Fahrwerk

BMW legt Wert auf ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk. Wer eine Sänfte zum Cruisen sucht, ist mit dem Modell falsch beraten – oder er montiert 15-Zoll-Räder mit Ballonreifen. Nachteil bei straffen Fahrwerken: Sie schlagen vergleichsweise schnell aus.

Der E46 als Kombi und Limousine hatte aber ein viel gravierenderes Problem: Die Befestigung des Hilfsrahmens der Hinterachse kann aus der Karosserie brechen. Betroffen sind Fahrzeuge bis Baujahr März 2000 (wichtig: Nicht Erstzulassung!). Ältere Fahrzeuge sollte man deshalb ausklammern – oder auf Risse im Bodenblech achten. Reparaturen sind möglich, aber meist unwirtschaftlich teuer.

Ebenfalls relevant: Geräusche beim Lastwechsel. Treten die auf, sind wahrscheinlich die Querlenker oder Traggelenke ausgeschlagen, ein Wechsel ist teuer. Gebrochene Federn an der Hinterachse sind keine Seltenheit. Es gibt aber standfestere Bauteile im Ersatzteilhandel.

Thema Bremsen: Wer ein Auto flott bewegt, verschleißt das Material. Besonders bei gut motorisierten E46 geht das recht schnell. Verzogene und rubbelnde Scheiben und daraus resultierendes Lenkradflattern fallen bei der Probefahrt auf. Gelegentlich wird das Lenkrad durch verschlissene Lenker an der Vorderachse unruhig. Fahrer des 330i klagen zudem über Bremsprobleme bei Nässe.
 

 

Ausstattung/Sicherheit

Sparsam ausgestattete E46 findet man auf mobile.de eher selten. Meist sind Metallic-Lackierung, Radio und Klimaanlage an Bord. Vollausgestattete Fahrzeuge mit Lederausstattung haben oft die Topmotoren unter der Haube (330i und 330d). Bei allen Motorvarianten passt die Sicherheitsausrüstung. Serienmäßig gibt es Front-, Seiten und Kopfairbags. ESP kam erst nach der Modellpflege im September 2001 hinzu. Ein weiterer Grund, ein Auto nach dem Facelift zu suchen.

Mac8952 beschreibt folgende Probleme: „Hakelnde Türgriffe, Knarzen von den Tür-/ und Schiebedachdichtungen, knarzende Sitze und Heckablage. Auch die Sensormatte des Beifahrersitzes (Airbag-Sensor) war häufig defekt.“ Ärger gibt es außerdem mit toten elektrischen Fensterhebern und Warnleuchten im Armaturenbrett.

Laut TÜV-Report treten folgende typische Schwachstellen auf: Handbremse unwirksam, poröse Bremsschläuche und ausgeschlagene Achsschenkelgelenke. Im TÜV-Report liegen die rund zehn Jahre alten Fahrzeuge im letzten Drittel, auf Rang 70 – gleichauf auf mit dem Fiat Panda. Das tut BMW-Fans richtig weh.

Wichtig beim E46: die Rückrufe. BMW bat die Autos dreimal in die Werkstatt. Bei Fahrzeugen der Baujahre 2002 bis 2005 wegen Korrosion des Steuergerätes im Lüfter, bei Modellen zwischen 2001 und 2003 wegen des Gasgenerators des Beifahrerairbags und noch mal wegen des gleichen Problems bei Modellen zwischen 1999 und 2006. Die Reparaturen sollten belegbar sein.
 

 

Marktsituation und Fazit

Bei Autos bis Jahrgang 2001 ist Vorsicht geboten. Auch dann, wenn die Hinterachsen schon repariert wurden. Ab Modelljahr 2001 bleibt die Auswahl bei mobile.de groß. Rund 1.200 fahrbereite, scheckheftgepflegte Fahrzeuge mit mindestens einem Jahr gültiger HU und höchstens 150.000 Kilometern Laufleistung spuckt die Gebrauchtwagenbörse aus. Bei 2.000 Euro geht es los. Sechszylinder-Benziner kosten mindestens 4.000 Euro, 330i Cabrios oder Coupés der späten Baujahre noch bis zu 25.000 Euro.

Das Angebot an BMW-3er-Modellen ist groß. Schaut man sich die Erfahrung von Community und TÜV an, sollte es ein Modell nach dem Facelift 2001 sein. Wir würden einen Sechszylinder-Benziner wählen, am liebsten einen 325i oder sogar einen 330i – ein Sahnemotor von einer aussterbenden Art, verpackt in einem schicken Touring mit Lederausstattung und Schiebedach. Kostet aber leider noch mindestens 12.000 Euro.
 

Text: Fabian Hoberg | Bildmaterial: BMW
 
 
 

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